Die schwersten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts

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Hab es doch noch geschafft heute fertig zu werden:


St. Helens, 1980:


Mt. St. Helens ist ein 2549 Meter hoher Stratovulkan im US-Bundesstaat Washington, nahe den Städten Seattle und Portland.

St. Helens ist einer der bekanntesten Vulkane der Welt.
1. Wegen seiner Eruption im Jahr 1980, welches die am besten dokumentierte Eruption überhaupt ist, und
2. wegen seiner Hufeisenförmigen Form.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1857. In diesem Jahr hatte der Vulkan seinen bis dahin letzten Ausbruch. Danach fiel der Vulkan in einen 123 Jahre andauernden Schlaf. Während dieser Zeit konnte der Berg „Energie für sein Erwachen sammeln“.
Dieses „Erwachen“ kam am 16. März 1980. Unterhalb des Berges, der damals noch gut 3000 Meter hoch war, ereigneten sich die ersten Erdbeben, die in der dünn besiedelten Region aber nur von Instrumenten wahrgenommen wurden.
Aber schon am 20. März merkten die ersten Mensche direkt, dass etwas nicht stimmte, als es zu einem größeren Erdbeben(Stärke 4) kam. In den darauffolgenden Tagen nahm die Erdbebentätigkeit, sowie die Fumarolentätigkeit am Berg weiter zu.
Ende März kam es zu ersten kleinen Ascheauswürfen und einer Pheratischen Explosion, die durch Kontakt von Magma und Wasser(in dem Fall Schmelzwasser, denn der St. Helens war von einem Gletscher bedeckt) entsteht.

Mt. St. Helens vor der Eruption

Anfang April gab es weitere schwache Eruptionen, sowie Gerölllavinen und Lahare. Die bedrohlichsten Anzeichen der Gefahr waren die Erdbeben. Zu diesem Zeitpunkt erreichten diese Beben Stärke 5 und mehr und waren sogar in Seattle und Portland zu spüren. Die Regierung erklärte die Region um den Berg zu einer Sperrzone und evakuierte nahe gelegene Siedlung. Vor allem Siedlungen in Flusstälern waren durch Lahare bedroht.
Mitte April lies die Erdbebentätigkeit etwas nach, aber dafür baute sich an der Nordflanke des Vulkans eine Beule auf. Durch aufsteigendes Magma wölbte sich die Flanke des Berges an der Stelle auf. Dies war ein erstes Anzeichen, dass diese Eruption anders verläuft als normale.
10 Kilometer vom Berg entfernt wurde ein Beobachtungsposten errichtet, der das Wachstum der Beule beobachten sollte. Viele Vulkanfreunde auf der ganzen Welt pilgerten zum St. Helens. Sie merkten, dass etwas spezielles passieren wird und wollten Augenzeuge der Eruption werden.
Anfang Mai, einige Vulkantouristen waren schon wieder abgereist, weil sie dachten der Vulkan legt sich wieder schlafen, nahm die Aktivität wieder zu. Es gab Asche- und Dampfexplosionen, sowie ein Temperaturanstieg am Berg, vor allem an der Beule.

18. Mai 1980, 08.31 Uhr

Am 18. Mai ging die Eruption los. Ein Erdbeben der Stärke 5,7 verursachte einen gewaltigen Erdrutsch. Die gesamte Nordflanke des Berges, inklusive der Beule, rutschte hinunter. Durch diese plötzliche Druckentlastung kam es zur Eruption. Eine seitlich gerichtete Explosion verwüstete die Umgebung.
Pyroklastische Ströme und Lahare schossen durch die Flusstäler kilometerweit. Eine 25 Kilometer hohe Aschewolke verursachte in der Umgebung starken Ascheregen.
Insgesamt starben 57 Menschen bei der Eruption, die Kategorie 5 auf dem VEI erreichte. Fast alle von ihnen hielten sich in der Sperrzone auf.

Luftbild Mt. St. Helens. Deutlich zu erkennen sind der Hufeisenförmige Krater und die Ablagerungen 
von Laharen und Pyroklastischen Strömen auf der Nordseite des Berges

Bis 1986 spuckte der Berg weiter regelmäßig Asche und Lava. Aber alles auf niedrigem Niveau.
Die Eruption hinterließ einen hufeisenförmigen Krater und eine zerstörte Landschaft.
In den letzten Jahren gab es weitere Explosive Eruptionen, die allerdings ohne Folgen blieben. Dabei hat sich im Krater ein Lavadom aufgebaut. 
Mittlerweile hat sich die Natur einen Teil der „Wüste“ zurückerobert, aber bis alle Spuren der Katastrophe beseitigt sind, wird es noch Jahrzehnte dauern. Aber die Natur ist auf einem guten Weg. Im Krater hat sich mittlerweile sogar ein neuer Gletscher gebildet.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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