Die Schwersten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts

Share Button

Pinatubo 1991:


Der Pinatubo ist ein 1486 Meter hoher Stratovulkan auf der philippinischen Insel Luzon, etwa 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila.

Seit dem 15. Jahrhundert hat es am Pinatubo keine Eruptionen oder andere Vulkanische Aktivität mehr gegeben. Daher dachten die Menschen, dass der Vulkan erloschen sei. Wie so oft stellte sich das auch diesmal als Fehler heraus.
Die Aktivität des Vulkans begann am 16. Juli 1990. Damals ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 7,8 etwa 100 Kilometer nordöstlich des Berges. Durch das Beben starben 2412 Menschen.
Nach dem Beben setzten unter dem Pinatubo die ersten Mikrobeben ein. Außerdem kam es wenige Wochen nach dem schweren Beben zu Dampfausstößen im Vulkankrater. Die Wissenschaftler hielten diese allerdings für Folgen von Erdrutschen, da der Vulkan ja angeblich erloschen war.
Mitte März 1991 wurden die ersten stärkeren Beben registriert, die auch von der Bevölkerung wahrgenommen wurden. In den beiden Wochen danach gab es weitere Erdbeben mit zunehmender Stärke. Dadurch wurde klar, dass der Vulkan erwacht ist.
Am 2. April kam es zur ersten kleine Eruption am Pinatubo. Eine 1,5 Kilometer lange Spalte, die vom Gipfelkrater ausging, öffnete sich und produzierte Ascheeruptionen, die in der nahem Umgebung Ascheregen verursachte. 5000 Menschen, die von den Ascheausstößen betroffen waren, wurden evakuiert.
In den Wochen danach wurde der Pinatubo von den Wissenschaftlern zum ersten mal richtig untersucht, um typische Eruptionscharakteristika herauszufinden. Dabei fand man Ablagerungen von pyroklastischen Strömen und Laharen, teilweise über 20 Kilometer vom Vulkan entfernt.
In der Zeit nahm die Aktivität weiter zu. Zwar ließ die Ascheeruption nach, aber die Erdbebentätigkeit sowie der Gasausstoß nahmen stark zu.

Am 3. Juni kam es zur ersten richtigen Eruption. Am 7. Juni folgte eine weitere, worauf 20.000 Menschen im Umkreis des Vulkans evakuiert wurde. Am 10. Juni wurde auch die Clark Air Base des US-Militärs evakuiert. 18.000 Menschen mussten das Gelände verlassen.
Am 13. Juni produzierte eine erste große Eruption eine 24 Kilometer hohe Aschewolke. Aber die Haupteruption setzte am 15. Juni ein. Kurz vorher gab es am Berg ein Erdbeben der Stärke 5,7, dass in einer nahe gelegenen Stadt 137 Menschen tötete.
Die Eruption stieß eine gewaltige Aschewolke 40 Kilometer hoch in die Atmosphäre. Der Himmel verdunkelte sich. Noch in Manila kam es zu starkem Ascheregen und auch in Vietnam, Kambodscha und Malaysia wurde Ascheregen registriert..
Pyroklastische Ströme flossen vom Vulkan weg und erreichten Gebiete, die 16 Kilometer vom Berg entfernt liegen. Während der Eruption kam es immer wieder zu Erdbeben über Stärke 5, die die gesamte Region erschütterten.
Aber um es noch schlimmer zu machen zog zur Zeit der Eruption der Taifun Yunya über die Philippinen. Durch den Wind wurde die Asche weit verteilt. Die starken Regenfälle in Kombination mit der Asche produzierten Lahare, die viele Kilometer weit flossen(die weißen Linien auf der zweiten Karte oben sind die Ablagerungen dieser Lahare). Außerdem wurde die Asche, die auf Häuserdächern lag, so zu einer Zementähnlichen Masse, unter deren Last viele Gebäude einstürzten.

Eruption des Pinatubo, 15. Juni 1991 während des Taifuns Yunya

Auch in den Jahren nach der Eruption kam es durch starke Regenfälle immer wieder zu Laharen.

Insgesamt starben bei der Eruption 825 Menschen. Die Eruption des Pinatubo dauerte in abgeschwächter Form noch bis zum 2. September 1991 an. Sie erreichte den Wert 6 auf dem VEI. Es wurden etwa 10 km³ Lockermaterialien ausgestoßen. Dazu kommt noch eine weitaus höhere Menge an Schwefelgasen, die in den darauffolgenden Jahren einen globalen Temperatursturz um 0,5° verursachten.
Die Clark Air Base, sowie viele Städte und Dörfer, wurden durch die Eruption komplett zerstört.
In den Jahren 1992 und 1993 kam es noch zu zwei weiteren, aber deutlich kleineren Eruptionen(VEI 1). Dabei wurden zwar Menschen evakuiert, aber keiner wurde getötet.
Der Vulkan selbst hat sich auch verändert. Er hat mehrere hundert Meter an Höhe verloren und wo einst ein Gipfel war, befindet sich nun eine 2,5 Kilometer große Caldera, die von einem säurehaltigen See, dem Lake Pinatubo gefüllt ist.

Seit 1993 gab es am Pinatubo keine Vulkanaktivität mehr. Jedoch bereitet das Schwanken des Calderaseepegels sorgen. Sollte der See überlaufen und die Calderawand brechen könnte es erneut Lahare geben, diesmal sogar säurehaltige.
Aber wenn der Pinatubo seinen Rhytmus beibehält, wird es die nächste VEI 6 Eruption von ihm erst in einigen Jahrhunderten bis Jahrtausenden geben.

Beiträge der gleichen Kategorie

Starkes Erdbeben erschüttert Fukushima Japan - Ein Starkes Erdbeben hat in der Nacht (Ortszeit) die Japanische Präfektur Fukushima erschüttert. Das Erdbeben um 16:56 Uhr (MESZ) erreichte Ma...
Starkes Erdbeben vor der Küste von Fukushima Japan - Der Osten des Landes wurde am Freitagnachmittag (Ortszeit) von einem Erdbeben erschüttert. Nach Angaben der japanischen Behörden erreichte es ...
Starkes Erdbeben im mexikanischen Bundesstaat Oaxa... Mexiko - Der Süden des Landes wurde am Mittag von einem starken Erdbeben erschüttert. Es erreichte nach Angaben der mexikanischen Behörden eine Stärke...
Leichtes Erdbeben am Gardasee Italien - Die Region um den Gardasee wurde am Vormittag (3. September) von einem leichten Erdbeben erschüttert. Es erreichte nach ersten Angaben des I...
The following two tabs change content below.

Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)