Erdbebenland Türkei

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Das Bewusstsein in der Türkei bei Behörden, Einwohnern und Gemeinden für die besondere geologische Situation der Türkei wächst Gott sei Dank von Jahr zu Jahr. Erdbeben“fans“ wissen ja schon lange um diese tektonisch besondere Zusammenpralllage. Die Einwohnerzahl der Türkei hat sich bekanntlich stark erhöht (1979 waren es 44,24 Mio Einwohner – 2011  75,5 Mio) und so ist auch der Bedarf an Wohnraum und Häusern stark gestiegen. Ebenfalls der Baustil von einfachen Häusern zu Mehretagen-Gebäuden bzw. Hochhäusern.

Da es in der Türkei grundsätzlich kein Gebiet gibt, wo es nicht beben könnte, entsteht natürlich bei dichterer Besiedelung ein höheres Schadens- und Verletzungsrisiko – im Falle eines Erdbebenfalles.Besondere Sorge macht man sich berechtigt in und um Istanbul. Während 1979 hier erst knapp 4 Mio Menschen siedelten (Quelle: Brockhaus von 1980), sind es in 2011 bereits 13,6 Mio und die Tendenz sei weiterhin zunehmend. Aufgrund der immer konkreteren Erdbebenforschung und Informationssysteme, wissen die Behörden, dass dort ein Erdbebenrisiko mit einer Intensität von 7.4 gegeben ist. Die Folgen wären verheerend.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) haben am 7.9.2012 im Marmarameer in der Nähe von Istanbul Bohrarbeiten begonnen, um ein seismisches Sensorüberwachungsnetz aufzubauen. In 300 m Tiefe werden 8 Sensoren installiert – die das Gebiet hochsensibel überwachen können. Man erhofft sich dadurch ein effizienteres Frühwarnsystem. Das grosse Beben selbst – wird keiner technisch verhindern können – aber vielleicht ist die Erkenntnis über eine Vorwarnzeit ein erhöhter Überlebensschutz.

http://idw-online.de/de/news495071 

Hier ein Link bezüglich der Erdbebengefährung der Türkei des GFZ Potsdam:

http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Public+Relations/M40-Bildarchiv/Bildergalerie+Erdbebengefahr+Tuerkei;jsessionid=A0FD6826D4030EEC7FF4F2CAF15D4CC1
 

Inwieweit diese Bohrungen eventuell Erdbeben auslösen – lässt sich nicht abschätzen – aber heute gab es in der Nähe von Istanbul wieder eines in der Stärke von 2.0. Wollen wir nicht hoffen, dass man mit dem Teufel den Belzebub ruft.





 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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