Lorca-Erdbeben möglicherweise von Menschenhand verursacht

Neue wissenschftliche Erkenntnisse lassen vermuten, dass das Erdbeben von Lorca im Mai 2011 möglicherweise durch menschliches Eingreifen in die Natur verursacht wurde.

Als am 11. Mai 2011 die Erde mit einer Stärke von 5,1 bebte, wurde ein Großteil der südspanischen Stadt Lorca verwüstet. 10 Menschen starben damals, mehrere hundert wurden verletzt. Die Zerstörungskraft des Bebens war auf die geringe Tiefe von nur einem Kilometer zurückzuführen.

Diese geringe Tiefe, bei Erdbeben dieser Stärke extrem ungewöhnlich, hat die Wissenschaftler stutzig gemacht.
Auf Satellitenbildern wurde nachgewiesen, dass das Beben an einer bereits bestehenden Verwerfung seinen Ursprung hatte.
In Südspanien wird wegen Trockenheit und Tourismus vermehrt das Grundwasser als Trinkwasser verwendet. Dadurch ist der Grundwasserspiegel in den vergangenen 50 Jahren um 250 Meter gesunken.
Dieser Rückgang des Grundwasser hat einem Wissenschaftlerteam aus Kanada zufolge dafür gesorgt, dass im Boden an der Verwerfung weitere Risse entstanden sind, wodurch zusätzliche Spannungen aufgebaut wurden. Diese entluden sich schließlich im Erdbeben.

Dass Erdbeben auch durch exogene Einflüsse wie starke Niederschläge und Gletscherschmelze ausgelöst werden können, ist schon länger bekannt. Ebenso wie Erdbeben ausgelöst durch Bergbau und Öl-/ Gasförderungen.

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.