Neue Erkenntnisse zu Polsprüngen und Supervulkanen

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Vor 41.000 Jahren kam es zu einer Umpolung des Erdmagnetfeldes. Wissenschaftler des deutschen GeoForschungszentrums haben mittels Bohrkernen aus der Schwarzmeerregion nachgewiesen, dass zur Zeit der letzten Eiszeit Nord- und Südpol entgegengesetzt zu ihrer heutigen Lage waren. Studien aus anderen Regionen der Welt belegen, dass dies ein globales Ereignis war. Und diese Polumkehr soll wesentlich schneller verlaufen sein als bisher vermutet. Innerhalb von knapp 250 Jahren war es vollbracht.
Während dieser Zeit war das Magnetfeld der Erde nur knapp 1/20 so stark wie heute. Kosmische Strahlen drangen damals ungehindert in die Erdatmosphäre ein und bedrohten die Lebewesen auf der Erde.

Dieses Ereignis war schon vor 45 Jahren bekannt, als im französischen Laschamp eine abweichende Magnetisierung erkalteter Lavaströme nachgewiesen wurde. Die Lavastöme entstanden zu der Zeit, als die Vulkane des Zentralmassivs aktiv waren. Beim Erkalten richteten sich die magnetischen Partikel entsprechend dem Erdmagnetfeld aus.
Das Ausmaß des „Laschamp-Ereignisses“ konnte aber erst jetzt nachgewiesen werden.

Neben dem Polsprung wurde auch eine zeitliche Verbindung zur Vulkanaktivität der damaligen Zeit nachgewiesen. Der Supervulkan Campi Flegrei in Italien brach vor 39.500 Jahren aus. In den Sedimenten wurden Klimaveränderungen zu der Zeit nachgewiesen.

Und heute?

Diese Entdeckung zeigt, dass es neben den bekannten Polsprüngen noch weitere, wesentlich schneller ablaufende Polsprünge gibt und dass diese möglicherweise eine erhöhte Vulkanaktivität verursachen.
Bereits seit mehreren Jahrzehnten gibt es Hinweise auf einen bevorstehenden Polsprung. An Regionen der Erde schwächt sich das Magnetfeld ab, zudem wandern die Pole um mehrere Kilometer pro Jahr. Die bisherige These, dass es noch Jahrhunderte bis Jahrtausende dauern kann, und wir somit viel Zeit zur Vorbereitung haben, ist mit den neuen Studien widerlegt.
Wenn es zu einem Polsprung kommt, würden Kosmische Strahlen ungehindert zur Erdoberfläche gelangen, weil sich das Magnetfeld abschwächt. Die Zahl der Krebserkrankungen würde sich vervielfachen. Satelliten und elektrische Geräte würden durch die Strahlung zerstört werden. Unsere Zivilisation könnte stark beeinträchtigt werden, unsere technische Entwicklung um Jahrhunderte zurückgeworfen werden.
Geologische Katastrophen könnten ausgelöst werden und viele Menschenleben kosten. Durch die Krebsgefahr würden viele Menschen sterben und die Lebenserwartung deutlich gesenkt werden, aber die Spezies Mensch wird, wie vor 41.000 Jahren überleben.

Q: vulkane.net; GFZ

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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