Österreich. Ein Erdbebenland?

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Aus aktuellem Anlass mal eine kleine Auffrischung zu Österreich.

Den Wenigsten ist Österreich als Erdbebenzone bekannt. Gott sei Dank. Aber dennoch würden dort teils bis zu 600 erdbebenähnliche Erschütterungen pro Jahr vom Österreichischen Erdbebendienst an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) erfasst. Lediglich 30 – 60 sind für die Bevölkerung fühlbar. Allerdings hat nur die Hälfte tatsächlich einen tektonischen Ursprung – die andere Hälfte würde durch Sprengungen oder wie in Hallstatt – Einstürze von Hohlräumen – verursacht. In Österreich muss aber leider alle 10-15 Jahre mit einem Beben der Intensität bis 7 (VII) gerechnet werden. Im 20. Jhd. gab es davon 8 Stück. Das Letzte in dieser Dimension war am 16.04.1972 in Seebenstein, (NÖ) mit einer Intensität von 7,75. In Wien kam es zu zahlreichen Schäden. u.a. stürzten Teile der Balustrade der Wiener Universität herab und viele Schornsteine wurden beschädigt.

Das tektonische Bebengebiet liegt im Wiener Becken, im Mürz- und im Inntal. Kärntenbeben hätten die Ursache in Italien und Slowenien – sind also Nachfolgebeben und darum meist nur bis 3.5 – also fast nicht spürbar. Da aber Österreich ein hügeliges und gebirgiges Land ist, können hier die Folgen von auch nur leichten Erschütterungen je nach Jahreszeit und Wetter doch heftiger ausfallen. Es können Erdrutsche, Schlammlawinen oder auch Schneelawinen ausgelöst werden. Und falls Bäche blockiert werden, dann gilt es schnell vor Ort zu handeln. D.h. – je besser hier der Katastrophenschutz personell – auch mit technischem Gerät – ausgestattet ist, desto weniger Folgeschäden entstehen.

Das heutige Beben fand um 12:42 Ortszeit 70 km von Graz entfernt mit Stärke 2.7 statt.
Es wird mit einer Tiefe von nur 2 km angegeben – dadurch wird es im weiteren Umkreis fühlbar gewesen sein.

Quellen:
„Chronik der stärksten Beben in Österreich“
http://www.siz.cc/hallstatt/sicherheit/show/73
 http://www.zamg.ac.at/lexikon/

 Update 27.10.2012:
 Keine Gebäudeschäden. Nur Gläser hätten vereinzelt in den Wohnungen gewackelt.

Das ZAMG bittet Personen, die das Erdbeben fühlten, das Wahrnehmungsformular auszufüllen:
 http://www.zamg.ac.at/cms/de/aktuell/erdbeben

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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