Erdbebengefährdung in Deutschland; Versicherung als Schutz

Die aktuelle Situation rund um Koblenz beweist, dass man auch in vielen Teilen von Deutschland auf Erdbeben achten sollte. Schwere Erdbeben, die auch Schäden anrichten können, sind zwar selten, aber wenn sie kommen, sind sie für viele Eigentümer von Immobilien meist ein schwerer Schlag.

Erdbeben, die die meisten Schäden anrichten, treten meist in den Regionen auf, wo die Siedlungs- und Einwohnerdichte am höchsten ist. Die Erdbebenregion mit der höchsten Einwohnerdichte in Deutschland ist der Niederrhein, vor allem die Region um Köln.
Statistische Berechnungen anhand der seismischen Aktivität der letzten 300 Jahren ergeben, dass es an der Erft-Verwerfung, an der Oberfläche als „Ville“ erkennbar, sowie an den Nebenarmen der Verwerfung alle paar tausend Jahre zu einem Erdbeben der Stärke 6,5 kommt. Die Verwerfung führt nur 15 Kilometer am Stadtzentrum von Köln vorbei. Die Verwerfung reicht 17 Kilometer in die Erdkruste, dementsprechend wird das Epizentrum dieses Bebens in einer Tiefe von weniger als 17 Kilometern liegen.
Wir gehen von einer Tiefe von 5 Kilometern aus. Da Köln auf Sand gebaut ist, würde die Bodenbeschaffenheit bei Magnitude 6,5 und einer Tiefe von 5 Kilometern dafür sorgen, dass das eintretende Erdbeben bis zu Intensität IX auf der Mercalli-Skala haben kann. Das Erdbeben wäre dann ähnlich dem in Christchurch im Jahr 2010. Beide Städte sind etwa auf dem gleichen Untergrund gebaut. Von der Bauweise ähneln sich diese Städte auch.

Theoretische ShakeMap M 6,5 T 5 km

Eine im Jahr 2006 veröffentliche Studie belegt, dass bei einem Erdbeben der Stärke 6 in Köln (entspräche etwa Intensität VII bis VIII bei 5 Kilometern Tiefe) Schäden in Höhe von 790 Mio. Euro entstehen. Die meisten Häuser würden dabei überleben. Eine Studie für Mw 6,5 und MMI VIII, eventuell sogar IX gibt es nicht. Hier kann man nur den Vergleich mit Christchurch ziehen, wobei Schätzungen von mehreren hundert Toten in Köln ausgehen.

Seit 2007 werden alle neuen Gebäude in Köln so gebaut, dass sie Intensität VII überstehen können. Ältere Gebäude sind nicht immer erdbebensicher. Vor allem diese Gebäude, die nicht Erdbebensicher sind, dürften dem Erdbeben nicht standhalten. Auch die sicheren werden bei Intensität IX Probleme bekommen.

Aber nicht nur die großen Beben sind gefährlich. Auch kleinere, um Magnitude 5, die nicht nur am Niederrhein, sondern auch in Baden-Württemberg, Bayern und Teilen von Sachsen vorkommen, können so manchem Gebäude einen ordentlichen Schlag verpassen.

Um als Hauseigentümer nicht vor dem Ruin zu stehen, können spezielle Wohngebäudeversicherungen abgeschlossen werden, die das Haus nachher wieder so aufbauen wie es vor dem Erdbeben war.
Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es hier auf immowelt.de!

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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