Jahresrückblick 2012 Teil 1

Jahresrückblick Erdbeben

Was RTL schon vor Wochen gemacht, können wir uns erst am 31. leisten, da auch die letzten Tage des Jahres noch einmal so sein können, dass sie einer Erwähnung im Jahresrückblick würdig sind.
Was in der BILD Gangnam Style, Schlecker und Bettina Wulff sind, sind bei uns Guatemala, Iran und Emilia Romagna. Daher präsentieren wir dieses Jahr einen Rückblick auf die Ereignisse im Jahr 2012, die uns(und viele unserer Leser) am meisten bewegt haben:

25. bis 27. Januar:
Eine Serie von moderaten Erdbeben um Magnitude 5 erschüttert den Norden von Italien, sowie die südliche Ägäis. In Norditalien waren die Regionen Venetien und Emilia-Romagna betroffen, in Griechenland vor allem Kreta und die Inseln nördlich davon. Italien kam mit leichten Gebäudeschäden davon, in Griechenland wurden zwei Menschen verletzt. Sie fielen Panik und einem offenen Fenster zum Opfer.
Beunruhigend waren die Beben in der Ägäis aber noch aus einem anderen Grund: Der nahe gelegene Vulkan Santorin zeigte bereits seit Wochen eine ungewöhnliche Aktivität in Form von Tremor und Erdbeben. Dieser neue Erdbebenschwarm, der auf der gleichen Bruchlinie lag, heizte die Gerüchte um einen bevorstehende Eruption an. Von offizieller Seite kam es, nach anfänglichen Dementi, zu der Bestätigung, dass der Vulkan aufgewacht ist. Einige lehnten sich so weit aus dem Fenster und sagten, eine Eruption stünde unmittelbar bevor. Glücklicherweise wissen wir heute, dass es zu keiner Eruption kam, auch wenn der Vulkan noch immer leicht rumort.

30. Januar:
Ein starkes Erdbeben mit M 6,4 erschüttert die Peruanische Stadt Ica. Es kam zu erheblichen Schäden, vielen beschädigten und einigen zerstörten Gebäuden. 145 Menschen wurden verletzt.

6. Februar:
Ein schweres Erdbeben traf den Norden der Philippinen. Die Erdstöße der Stärke 6,7 zerstörten viele Gebäude lösten Erdrutsche aus und töteten mindestens 108 Menschen. Ein kleiner Tsunami, der die Küsten der nächsten Inseln traf, überschwemmte Strände und spülte einige Hütten weg.
Dies war für die Philippinen der erste Schlag eines bevorstehenden Katastrophenjahres, dass vor allem durch viele verheerende Taifune geprägt war.

12. Februar:
Ein kleines Erdbeben erschütterte Teile im Norden der Schweiz. Auch im Süden von Baden-Württemberg war das Erdbeben spürbar. Es richtete keine nennenswerten Schäden an.

26. Februar:
Ein Beben der Stärke 4,8 erschreckte viele Menschen im italienisch-französischen Grenzgebiet, ohne Schäden anzurichten.

27. Februar:
Ein Beben der Stärke 5,2 verletzte 6 Menschen im Iran und beschädigte einige Häuser.

5. März:
Bei einem weiteren Beben auf den Philippinen, diesmal mit M 5,7 etwas weiter nördlich, wurden 10 Menschen verletzt und einige Gebäude zerstört.

14. März: 
Eine Erdbebenserie mit mehreren Erdbeben über M 6 erschüttert die japanischen Inseln Honshu und Hokkido. Das Resultat: 1 Toter, ein Verletzter, mehrere beschädigte Gebäude im Raum Tokyo und ein kleiner Tsunami.

16. März: 
Weitere 23 Verletzte bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 auf den Philippinen.

20. März:
Der Süden Mexikos wird von einem schweren Erdbeben mit M 7,4 getroffen und versetzte die Menschen in Mexiko-Stadt in Angst und Schrecken. Doch die anfangs befürchtete Katastrophe blieb glücklicherweise aus: „Nur“ 2 Tote und 13 Verletzte, obwohl dutzende Gebäude zerstört wurden.
Anfangs hielt sich auch das Gerücht einer vulkanischen Eruption am Epizentrum hartnäckig, doch schnell wurde klar, dass da nichts wahres dran ist.

25. März: 
Ebenfalls verhältnismäßig glimpflich ging ein Erdbeben der Stärke 7,2 in Chile aus. 1 Toter, 14 Verletzte und einige zerstörte Häuser waren die Bilanz. Der anfangs befürchtete Tsunami blieb aus.

11. April:
Zwei gewaltige Erdbeben der Stärke 8,6 und 8,2 sprühten Tsunamiangst im Indischen Ozean. Die Beben, vor der Küste von Sumatra gelegen, waren in weiten Teilen Südostasiens spürbar. Evakuierungen wegen des möglichen Tsunamis gab es vor allem in Sumatra und Thailand. Glücklicherweise blieb der Tsunami aufgrund glücklicher geologischer Bedingungen aus. Nur kleine Wellen trafen die Küste.
Durch die Entfernung zwischen Epizentrum und Küste hielten sich auch die Schäden in Grenzen. Einige zerstörte und beschädigte Häuser und Straßen auf Sumatra waren alles. Zudem starben 10 Menschen, 7 weitere wurden verletzt. Dies war aber überwiegend der Panik und den Evakuierungsmaßnamen verschuldet.

In den Tagen danach folgten weltweit Nachbeben, darunter starke mit bis zu Magnitude 7 vor der Küste von Mexiko, aber auch seltene wie ein 4er, dass die thailändische Ferieninsel Phuket erschreckte.

1. Mai:
Eine Explosion in einem Bergwerk in Wyoming sorgte dafür, dass USGS und co. fälschlicherweise ein Erdbeben der Stärke 4,9 registrierten.

7. Mai:
Ein Erdbeben der Stärke 5,6 verwüstete Teile von Aserbaidschan, zerstörte dutzende Häuser und verletzte dadurch 35 Menschen.

20. Mai:
In der Emilia-Romagna, im Norden von Italien, kam es zu einem Erdbeben der Stärke 6,0. Es zerstörte viele Gebäude, beschädigte weitere. 7 Menschen starben. Das Beben war bis nach Süddeutschland spürbar. Aber das war erst der Anfang der Katastrophe…

22. Mai:
In Bulgarien kam es nahe der Hauptstadt Sofia zu einem Beben der Stärke 5,6. In der Stadt Pernik wurden viele Gebäude beschädigt. 1 Mensch starb an einer Herzattacke. Es war eines der stärksten Erdbeben in der Region Sofia seit vielen Jahrzehnten.

29. Mai:
Das nächste Erdbeben in der Emilia mit Magnitude 5,8. Bereits beschädigte Gebäude gaben nach, stürzten ein. Durch eine geringere Tiefe als das erste Beben war es stärker. Beide zusammen sorgten für großflächige Schäden in Norditalien. Einen Großteil des Sachschadens verursachte zerstörte Parmesan-Käse. Um das schlimmste zu verhindern verkauften Internationale Hilfsorganisationen, die extra für diesen Zweck gegründet wurden, den Erdbebenkäse zu gunsten der Opfer.
Insgesamt starben beim zweiten Erdbeben 17 Menschen, etwa 350 wurden verletzt und tausende obdachlos.

10. Juni:
Vor der türkischen Küste, nahe der griechischen Insel Rhodos, ereignete sich ein Beben der Stärke 6,0. Die Schäden waren gering, dennoch wurden 64 Menschen, vor allem Touristen,  verletzt, als sie in Panik gerieten.

11. Juni:
Ein starkes Erdbeben in Afghanistan löste einen Erdrutsch aus, der ein Dorf verschüttete. 71 Menschen starben.

24. Juni:
Ein Beben der Stärke 5,5 verwüstete Teile der chinesischen Provinz Sichuan. Hunderte Häuser wurden beschädigt. 4 Menschen starben, 395 wurden verletzt.

30. Juni:
Noch schlimmer waren die Verwüstungen in der Provinz Xinjiang nach einem Erdbeben der Stärke 6,3.
Hier wurden 52 Menschen verletzt.

3. Juli:
Ein tiefes Erdbeben der Stärke 6,3 nahe Wellington war in ganz Neuseeland spürbar. Die Schäden waren gering.

20. Juli:
Kleines Beben, große Wirkung: Ein Beben der Stärke 4,9 zerstörte einige Gebäude in der dicht besiedelten chinesischen Region Jiangsu. 1 Mensch starb, 4 wurden verletzt.

27. Juli:
Ein Beben der Stärke 4,5 hat die Stadt Zenica in Bosnien-Herzegowina in Angst und Schrecken versetzt. Starke Nachbeben, Gerüchte und Desinteresse der Regierung verschlimmerten die Lage und ließen die Menschen viele Nächte lang in Parks und Autos übernachten, obwohl die Schäden nur gering waren. Die spürbaren Nachbeben hielten Wochenlang an.

11. August:
Die Katastrophe des Jahres ereignete sich im Iran. In der Region Ost-Aserbaidschan kam es zu Erdbeben der Stärke 6,4 und 6,3. Viele Dörfer in der Umgebung der Stadt Täbris wurden durch das Erdbeben komplett zerstört. Zehntausende wurden obdachlos. Offiziell starben bei dem Erdbeben 306 Menschen. Doch die reale Zahl liegt deutlich höher, da viele Opfer von ihren Familien beigesetzt wurden, bevor die Opfer registriert werden konnten. Die Schätzungen der realen Opferzahl reichen bis zu 20.000. Endgültig wird es aber nie geklärt werden können.
Noch immer hat die Region mit dem Erdbeben zu kämpfen. Kälte und mangelnde Unterstützung durch die Iranische Regierung machen den Opfern zu schaffen. Spendengelder kommen nicht an, ein Wiederaufbau der Dörfer findet zur Zeit nicht statt. Wer helfen will, riskiert eine Haftstrafe.
Zu den eigentlichen Opfern werden noch weitere hinzukommen, die an den Spätfolgen gestorben sind.

14. August:
Ein gewaltiges Erdbeben mit Stärke 7,7 ereignete sich vor der Küste von Sachalin. Durch die Tiefe von 626 Kilometern war das Beben ungefährlich, dennoch wurden Teile der chilenischen Küste wegen eines möglichen Tsunamis evakuiert.

18. August:
Im Zentrum der indonesischen Insel Sulawesi zerstörte ein Erdbeben der Stärke 6,3 dutzende Häuser. 6 Menschen starben, 42 wurden verletzt.

26. August:
Ein gewaltiger Erdbebenschwarm erschütterte den Süden von Kalifornien um die Stadt Brawley. Das stärkste Beben hatte M 5,6. Viele Häuser wurden beschädigt.

27. August:
Ein Beben der Stärke 7,3 vor der Küste von El Salvador bleib glücklicherweise ohne Schäden. Ein 3 Meter hoher Tsunami brachte allerdings nahe der Küste ein Boot zum Kentern, wobei 6 Menschen verletzt wurden.

30. August:
Ein Erdbeben der Stärke 6,6 traf die norwegische Insel Jan Mayen im Nordatlantik.

31. August:
Das nächste schwere Erdbeben traf die Philippinen mit Magnitude 7,6. Zu Beginn wurde die Stärke mit 8,1 angegeben. Die Entfernung zur Küste verhinderte zum Glück schlimmere Schäden. Dennoch wurden in vielen Teilen im Süden des Landes Häuser beschädigt und Erdrutsche ausgelöst. Es gab eine Tote und eine Verletzte.
Der gefürchtete Tsunami war zum Glück nur sehr klein.

3. September:
Diesmal traf ein Erdbeben der Stärke 5,6 die philippinische Insel Mindanao. Es richtete schwere Schäden an, 143 Gebäude wurden komplett zerstört. 1 Mensch wurde verletzt.

5. September:
Ein weiteres schweres Beben der Stärke 7,6 traf Costa Rica und richtete teils schwere Schäden an. Viele Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört. Auch viele Brücken und Straßen litten. Am Epizentrum bildeten sich Schlammvulkane. Zudem zeigte mehrere Vulkane in Costa Rica nach dem Erdbeben eine erhöhte Aktivität. 5 Menschen starben bei dem Erdbeben, 35 wurden verletzt. Ein bis zu 3 Meter hoher Tsunami wurde registriert.

7. September:
Zwei Beben der Stärke 5,6 verwüsteten Teile der Chinesischen Provinz Yunnan. Das Beben und dadurch verursachte Erdrutsche zerstörten hunderte Häuser, teilweise ganze Dörfer. Nachbeben richteten weitere Schäden an. 81 Menschen sollen insgesamt ums Leben gekommen sein, 821 wurden verletzt und tausende obdachlos. Später hatte die betroffene Region mit Überschwemmungen zu kämpfen.

14. Oktober:
Im Kaukasus, im Grenzgebiet von Russland, Georgien und Aserbaidschan, richtete ein Erdbeben der Stärke 5,5 schwere Schäden an. Ein Mensch starb, 36 weitere wurden verletzt.

22. Oktober:
Ein durch einen Staudamm verursachtes Erdbeben der Stärke 5,2 traf die Mitte von Vietnam. Dadurch wurden viele Gebäude zerstört.
Dieses Erdbeben war nur ein Teil einer Serie von dutzenden Erdbeben, die in diesem Jahr die Region heimsuchten.

26. Oktober:
Ein monatelanger Schwarm kleiner Beben in Kalabrien fand an dem Tag seinen bisherigen Höhepunkt, als ein Erdbeben der Stärke 5,3 in der Region einige Schäden verursachte. Ein Mensch starb an einer Herzattacke.

28. Oktober:
Ein Erdbeben der Stärke 7,7 vor der Küste von Kanada löste einen, glücklicherweise nur kleinen Tsunami aus, der weite Teile der Nordamerikanischen Westküste einschließlich Hawaii traf. Die Folge des Tsunamis sind einige zerstörte Boote und Stege. Das Erdbeben selbst hat keine nennenswerten Schäden angerichtet.

7. November:
Ein Erdbeben der Stärke 5,5 im Osten des Iran zerstörte viele Häuser. 60 Menschen wurden verletzt.

In Guatemala kam es am Abend zu einem schweren Erdbeben der Stärke 7,4. Es richtete schwere Schäden in weiten Teilen von Guatemala, sowie im Süden von Mexiko an. Mehr als 2000 Wohnhäuser wurden bei dem Erdbeben zerstört, tausende weitere wurden beschädigt, wodurch mehr als 20.000 Menschen obdachlos wurden. 175 Menschen wurden verletzt, 44 starben direkt beim Erdbeben, weitere an den Spätfolgen. Internationale Hilfskräfte, vor allem aus Lateinamerika, arbeiten zur Zeit am Wiederaufbau des Landes.

11. November:
In Myanmar kam es zu einem Erdbeben der Stärke 6,8. Dieses verursachte in weiten Teilen des Landes schwere Schäden. Viele Wohnhäuser wurden zerstört, auch Gotteshäuser und Bürogebäude waren schwer betroffen. Bergwerke wurden zerstört, da Schächte einstürzten. Bei dem Erdbeben starben insgesamt 38 Menschen. 230 wurden verletzt.

Ein schweres Nachbeben der Stärke 6,5 traf Guatemala und verursachte weitere Schäden. 14 Menschen wurden verletzt.

5. Dezember:
Ein Beben der Stärke 5,5 in Nordosten des Iran beschädigte und zerstörte mehr als 10.000 Gebäude. 8 Menschen starben, 23 wurden verletzt.

7. Dezember:
Ein Erdbeben der Stärke 7,3 vor der Küste von Japan verursachte geringe Schäden. 15 Menschen werden verletzt, offiziell kommt es zu einem Todesopfer. Inoffizielle Quellen nennen 3 Tote.
Zudem wird die Küste von einem 1 Meter hohen Tsunami getroffen.

In der chinesischen Provinz Xinjiang richtet ein Beben der Stärke 5,3 schwere Schäden in mehreren Dörfern an. Offiziell gibt es keine Personenschäden.

Die Bilanz des Jahres 2012 sieht so aus:

141 (uns bekannte) Schadensbeben
725 offizielle Todesopfer
11 Tsunamis

Die beiden stärksten Beben mit M 8,6 und 8,2 ereigneten sich am 11. April im Indischen Ozean. Platz 3 teilen sich die Erdbeben vor Sachalin am 14. August und Kanada am 28. Oktober mit M 7,7.

Eine detaillierte Erdbebenchronik des Jahres 2012 ist zur Zeit noch in Arbeit. Ich werde sie Ende Januar in Form eines E-Books veröffentlichen und zum Verkauf anbieten. Für Leser von JEV wird sie kostenlos sein. Details dazu im Neuen Jahr.

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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