Japan-Beben: 3 Theorien

Bei meinen Recherchen bin ich in chinesischen Medien auf einige Theorien bezüglich des Erdbebens vor Japan am letzten Freitag gestoßen. Da ich diese ganz interessant und teilweise auch amüsant finde, will ich diese hier mal präsentieren und bewerten.

Theorie 1:
Das Japan-Beben vom 7. Dezember ist ein Nachbeben des Tohoku-Bebens vom 11. März 2011.
Es gibt sicherlich einige parallelen, die darauf schließen lassen, dass dieses Erdbeben ein Nachbeben war. Zum Einen war der Ort nahezu identisch, zum Anderen stimmt die Tiefe beider Beben einigermaßen überein.
Wissenschaftlich Beweisen kann man aber nicht, dass es sich um ein Nachbeben handelt. Daher wird mein Gegenargument auch nicht auf eine wissenschaftliche Aussage basieren, sondern auf meine persönlichen Erfahrungen:
Das Erdbeben am 7. Dezember war vorhersehbar(für den 8. Dezember) und Nachbeben sind nicht vorhersehbar. Kein schweres Nachbeben vom Tohoku-Beben war bislang vorhersehbar, wieso sollte es dann jetzt plötzlich sein.
Dieses Argument kann man akzeptieren oder auch nicht. Die Frage wird wohl nie endgültig geklärt werden, also kann man nur vermuten.

Theorie 2:
Das Japan-Beben vom 7. Dezember ist ein Vorbeben eines größeren Ereignisses.
Abwägig ist diese Theorie nicht. Das Tohoku-Beben hatte zwei Tage vorher ein Vorbeben ähnlicher Stärke.
Dagegen spricht allerdings, dass an der Subduktionszone in den nächsten statistisch gesehen eigentlich kein ähnlich starkes Erdbeben mehr möglich sein dürfte. Die aufgebaute Spannung ist viel zu gering.
Aber Moment: Das Beben vom 7. war im Gegensatz zum Tokoku-Beben kein reines Subduktionsbeben, wie man an diesem Symbol erkennen kann:

Zum Vergleich: Bei einem Subduktionsbeben, wie Tohoku 2011, sieht das Symbol, übrigens „Beach Ball“ genannt, ungefähr so aus:

(eine einfache Erklärung zu den Beach Balls gibt es hier http://www.territorioscuola.com/wikipedia/de.wikipedia.phptitle=Benutzer:Sme/Herdfl%C3%A4chenl%C3%B6sung
und auf Englisch:http://faculty.weber.edu/bdattilo/shknbk/notes/fltsflds.htm)

Dementsprechend hat das Erdbeben vom 7. einen anderen tektonischen Ursprung. Dadurch ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass größere Erdbeben folgen können. Aber man weiß nicht, wie sich das Erdbeben auf die Subduktionszone selbst ausgewirkt hat. Vielleicht folgt dort ein Erdbeben mit Magnitude x.

Theorie 3:
Das Japan-Beben vom 7. Dezember ist das erste Anzeichen der Apokalypse.
Das ist die amüsante Theorie. Die chinesische Nachrichtenagentur Sina hat eine Prophezeihung unbekannter Herkunft(schlechte Google-Übersetzung) ausgegraben. Diese Prophezeihung nennt 5 Ereignisse, die an bestimmten Tagen im Dezember 2012 passieren sollen:

7. Dezember: 7er Erdbeben in Japan
11. Dezember: militärischer Konflikt
18. Dezember: Grippeepidemie in Europa
20. Dezember: Eruption des Yellowstone
21. Dezember: Dunkelheit auf der Erde

Ich weiß nicht ob das eine Prophezeihung ist, die wirklich VOR dem Japan-Beben entstanden ist. Wenn nicht, ist wohl alles gesagt. Wenn ja, könnte es immer noch ein Glückstreffer sein. Wir werden wohl in den nächsten Tagen sehen, dass diese Prophezeihung sich nicht erfüllen wird.
Einen militärischen Konflikt halte ich bei der aktuellen Lage im Nahen Osten und teilen Afrikas nicht für ausgeschlossen, auch eine Grippewelle kann jederzeit ausbrechen, aber ganz bestimmt nicht Yellowstone. Momentan gibt es dafür keinerlei Anzeichen, und bei einer Eruption würde es Monate vorher Anzeichen geben!

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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