Nach dem Erdbeben: Was machen die Vulkane Neuseelands?

Nach dem starken Erdbeben, dass gestern Abend weite Teile Neuseelands erschütterte ohne Schäden zu hinterlassen, sollte man nun einen Blick auf die Vulkane der Region werfen.
Im Juli gab es ein ähnlich starkes Erdbeben auf der Nordinsel, einen Monat danach brachen Tongariro und White Island aus. Meiner Meinung nach hingen diese Ereignisse miteinander zusammen.

Nach dem gestrigen Erdbeben hat GeoNet Neuseeland sofort bekannt gegeben, dass das Erdbeben keinen Einfluss auf die Vulkane der Region haben werde.
Ich persönlich lege auf die Aussagen von GeoNet diesbezüglich keinen Wert mehr, nachdem ich im Sommer schlechte Erfahrungen gemacht habe. Daher meine Meinung: Vulkane beobachten!

So sieht es momentan aus(Das Erdbeben ist auf den jeweiligen Seismogrammen durch den roten Balken zu erkennen):

Tongariro:

Der Vulkan steht weiterhin auf Alarmstufe Gelb. Dementsprechend ist eine Eruption jederzeit möglich.
Vor dem Erdbeben gab es eine niedrige seismische Aktivität und kurzzeitig einen leichten Tremor. Nach dem Erdbeben hat sich daran nichts verändert. Die seismische Aktivität hat eher abgenommen. Dies dürften aber natürliche Schwankungen sein und nichts mit dem Erdbeben zu tun haben. Dennoch: Unabhängig von dem Erdbeben wird Tongariro in absehbarer Zeit eine weitere(größere??) Eruption erleben.

Ruapehu:

GeoNet sagte, dass aufgrund der seismischen Aktivität der letzten Wochen eine Eruption am Rua jederzeit möglich sei. Dürfte sich nach dem Erdbeben nicht verändert haben. Keine Auffälligkeiten, dementsprechend gilt das gleiche wie bei Tongariro.

White Island:

Vor dem Beben Tremor, nach dem Beben Tremor. Die Alarmstufe steht wie bei Ruapehu und Tongariro auf Gelb. Auch dort ist der Höhepunkt der Aktivität noch lange nicht erreicht.

Taupo:

Der große Bruder der anderen Vulkane zeigte vor  dem Erdbeben leichte seismische Aktivitäten.(möglicherweise Vorbeben?) Danach gab es ein paar (Nach-?)Beben im Bereich der Caldera(nicht ungewöhnlich) und ein leichtes Rauschen, dass nicht zwangsläufig als Tremor interpretiert werden muss. Vulkanische Aktivität also gleich Null.

Rotorua:

Vorher garnichst, nachher kaum was. Die erkennbaren Störungen dürften Nachbeben sein, könnten aber auch einen anderen Ursprung haben. Auf jeden Fall nichts vulkanisches.

Okataina:

Dort scheinen sich die Nachbeben deutlicher bemerkbar zu machen. Auch hier nichts vulkanisches.

Fazit:
Taupo und die anderen Supervulkane werden durch das Erdbeben unbeeinflusst bleiben. Während ihrer langen Ruhephasen haben sie schon stärkere Erdbeben erlebt ohne aufzuwachen. Daher besteht nun auch kein Risiko.
Bei den „kleinen“ besteht ein größeres Risiko, zumal bei allen dreien sowieso schon erhöhte Aktivität registriert wird. Der Status „Eruption jederzeit möglich“ ist auf keinen Fall übertrieben. Man kann nur hoffen, dass die bevorstehenden Eruptionen einen niedrigen VEI haben werden, so dass keine Menschen zu Schaden kommen. Dass es vor einer Eruption noch Warnzeichen gibt, gilt nach der letzten Tongariro-Eruption als unwahrscheinlich.

(Bilder: Copyright Blue-Pics.net)

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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