Nepal und Chile: Forscher erwarten Megabeben

Eigentlich hätte ich diese Meldung schon vor einigen Tagen herausbringen können, doch aus Rücksicht vor den Apokalypse-Fanatikern habe ich bis heute gewartet.

Nepal:
Im nepalesischen Teil des Himalaya hat ein Forscherteam aus Nepal, Frankreich und Singapur die Verwerfungslinie untersucht, an der die Indoaustralische Erdplatte auf die Eurasische trifft.
Dort gab es um Jahr 1255 ein verheerendes Erdbeben, dass ein Drittel der Bevölkerung von Kathmandu und Umgebung tötete. 1934 folgte ein weiteres großes Beben der Stärke 8,2.
Die Forscher haben nun den Beweis gefunden, dass bei den beiden Beben die Oberfläche der Erdkruste aufgebrochen ist.
Solche Erdbeben sind wesentlich zerstörerischer, da sie eine viel höhere Intensität haben als andere. Dafür sind sie aber auch erheblich seltener.
Wie die Forscher mitteilten, rechnen sie Aufgrund der Zeitspanne zwischen den letzten beiden Beben nicht damit, dass sich die Katastrophe sobald wiederholt. Vermutlich erst in einigen Jahrhunderten.
Aber an anderen Stellen der Verwerfung kann es anderes aussehen. Aus dem Jahr 1333 gibt es Überlieferungen von einem ebenso verheerenden Erdbeben weiter östlich in Nepal, dessen Wiederholung noch aussteht.
Aus den Forschungsergebnissen geht hervor, dass es auch an anderen Stellen des Himalaya zu solchen Erdbeben kommen könnte.

Chile:
Ein Wissenschaftlerteam aus Chile hat davor gewarnt, dass es im Norden des Landes in naher Zukunft zu einem schweren Erdbeben kommen könne, ähnlich dem aus dem Jahr 2010 in Zentralchile.
Das letzte große Erdbeben im Norden von Chile habe es vor 135 Jahren gegeben, es hatte Magnitude 8,7. Seit dem habe sich genug Energie aufgestaut, um ein ähnliches Beben zu produzieren.
Das vermutete Epizentrum dieses Bebens läge in der Umgebung der Küstenstadt Iquique, die zudem von einem Tsunami bedroht wäre.
Der genaue Zeitpunkt des Erdbebens könne nicht bestimmt werden, deswegen müssten die Verantwortlichen Frühwarnsysteme und Evakuierungspläne bereitstellen, um im Falle einer Katastrophe schnell handeln zu können.

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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