Schweres Erdbeben in der Bandasee (Indonesien, Osttimor, Australien)

Um 16.53 Uhr UTC (17.53 Uhr MEZ) gab es ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 in der zu Indonesien gehörenden Bandasee. Die Tiefe des Bebens lag bei etwa 170 Kilometern, damit ist ein Tsunami ausgeschlossen.

Update 18.14 Uhr:
Da das Hypozentrum sehr tief lag und das Epizentrum recht weit von der nächsten bewohnten Insel entfernt lag rechne ich nicht mit größeren Schäden. Auch größere Nachbeben wird es nicht geben.

Update 18.17 Uhr:
Magnitude wurde auf 7,0 nach unten korrigiert. Dass es Schäden gibt wird immer unwahrscheinlicher.

Update 18.23:
Die ShakeMap vom USGS gibt maximal Intensität VI bis VII an(Tiefe 157 km). Diese wird allerdings nur auf den unbewohnten Vulkaninseln Serua und Nila erreicht. Auf der nächsten besiedelten Insel hatte das Erdbeben Intensität V. Das reicht in den meisten Fällen nicht aus um Schäden zu verursachen.
Aber da das Erdbeben überraschenderweise doch eine hohe Intensität hatte, will ich einen kleinen, aber ungefährlichen Tsunami nicht mehr komplett ausschließen.
Aus Dili, der Hauptstadt von Osttimor, melden Zeugen ebenfalls Intensität V. Auch im Norden australiens war das Erdbeben spürbar. (Typisch bei Beben dieser Tiefe) Aus Darwin gibt es Zeugenberichte die Intensität IV melden.

Update 18.39 Uhr:
Auch wenn so ein Erdbeben ungefährlich ist(hoffentlich), beweist es doch wie anfällig unsere moderne Technik für Störungen ist. Als die seismischen Wellen den Erdball durchquert haben, haben Stationen überall auf der Welt diese registriert. Und dabei einen ganzen Haufen Müll in die seismischen Wellen interpretiert. So wurden zum Beispiel folgende Erdbeben „registriert“, die es gar nicht gegeben hat:
17.51 Uhr: M 6,6 Südaustralien
17.52 Uhr: M 4,6 Jemen
18.00 Uhr: M 6,4 Offshore Namibia
18.09 Uhr: M 6,2 Paraguay
18.10 Uhr: M 3,9 Norditalien

Update 19.00 Uhr:
War es ein Doppelbeben?
Zeugen in Australien berichten teilweise, dass das Erdbeben aus zwei Stößen im Abstand von etwa 2 Minuten bestand. Andere berichten, dass das Erdbeben etwa 3 Minuten dauerte. Auch auf dem Seismogramm aus Südaustralien sieht es nach zwei Stößen aus:

Update 20.15 Uhr:
Ein kleines Nachbeben der Stärke 4,9.
In den indonesischen Medien wird dieses Erdbeben nur nebensächlich erwähnt. Damit dürfte klar sein, dass kein Gefahrenpotential besteht. In den australischen Medien ist das Beben häufiger vertreten. Kein Wunder, es war eines der stärksten der letzten Jahre im Norden des Landes.

Update 21.47h

Kurz vor zehn gab es nochmal ein Nachbeben M 5.2 bei 166 km.

Patrix

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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