Wie geht es Haiti nach Erdbeben, Sandy und Cholera?

Alle erinnern sich noch gut an das katastrophale Erdbeben in der Hauptstadt Port-au-Prince in Haiti am 12. Januar 2010, dem ca. 220.000 Menschen zum Opfer fielen und die, die es überlebten, ebenfalls zu Opfern machte.

Gerade war das Land wieder etwas am Erholen gewesen, als dort Hurrican Sandy – der nur noch als „Hurrican von New York“ im kollektiven Gedächtnis ist – drüberzog und 60 Todesopfer forderte. Über eine halbe Million Menschen lebten zu dem Zeitpunkt noch in Zelten, die erneut teilweise zerstört wurden und im Wasser standen.

Welche Hilfsorganisationen sind noch in Haiti?
Viele. Sehr viele. Ohne diese Hilfsorganisationen ginge fast gar nichts. Ich möchte an dieser Stelle keinen gesondert erwähnen, um nicht parteiisch zu wirken. Der Hilfsbedarf ist weiterhin enorm und die Frage stellt sich ja: ist das „Hilfe zur Selbsthilfe?“ oder tritt irgendwann die berühmte Gewöhnung ein? Wäre nicht Hurrican Sandy gekommen, könnte man so denken. Aber dieser Hurrican hat Haiti wieder furchtbar zurückgeworfen. Die Ernten wurden vernichtet, d.h. die Menschen sind wieder voll von Importen abhängig und da es ja auch in Amerika starke Naturkatastrophen gegeben hatte, wo Ernten vernichtet wurden, sind die Preise für Weizen, Reis usw. stark gestiegen und so werden die Spendengelder wieder an Firmen, die sich darauf spezialisiert haben gegeben und der Aufbau der örtlichen Wirtschaft und Landwirtschaft beginnt erneut fast von vorne.

Cholera
Zusätzlich dramatisch bleibt das Thema Cholera, die paradoxerweise von UN-Blauhelmsoldaten eingeschleppt worden war. Über 7000 Tote hatte diese bereits gefordert und galt als wieder eingedämmt, aber seit Hurrican Sandy hat sich auch die Zahl der Erkrankten wieder erhöht.

Ausblick
220.000 Erdbebentote, eine fast komplett zerstörte Hauptstadt mit Infrastruktur und jedes Jahr von Hurricans bedroht. Manch einer hatte vielleicht auf den Weltuntergang gehofft, aber „Gott“ verzichtete. Es wäre zu einfach gewesen. Dh – auch hier ist weiterhin das volle Engagement erforderlich, aber leider wird es durch die örtliche Politik erschwert, die weiterhin in dieser „strategischen Region“ ihr eigenes Süppchen auf Kosten der Einwohner kocht. Wünschenswert wäre, dass die Bevölkerung wenigstens die Chance der kostenlosen Verhütung erhalten würde, damit nicht noch mehr Kinder in diesem Elendsgebiet geboren werden müssten und als Spielball für Korruption dienen.

Spendenmöglichkeiten
Wer Spenden möchte – hier die Liste der meisten vor Ort tätigen deutschen Organisationen:
http://www2.evangelisch.de/themen/umwelt/haiti-spendenkonten-fuer-die-opfer-des-erdbebens9868

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Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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