Schweres Erdbeben in Griechenland / Türkei

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Um 15.16 Uhr ereignete sich ein starkes Erdbeben im Norden der Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei. Es hatte Magnitude 5,8 und eine Tiefe von 10 Kilometern.(nach ersten Angaben).
Das Erdbeben dürfte an vielen Küstenabschnitten der Ägäis spürbar gewesen sein, vermutlich auch in Athen und Istanbul. Updates folgen.

Update 15.27 Uhr:
Zeugenberichte kommen aus weiten Teilen Südosteuropas. Darunter Athen, Istanbul, Sofia(Bulgarien) und Bukarest(Rumänien).

Zwei Minuten nach dem Beben soll es ein weiteres der Stärke 4,1 in Serbien gegeben haben. Dies ist aber noch nicht bestätigt.

Update 15.30 Uhr:
Das Epizentrum des Serbien-Bebens lag nahe der Grenze zu Bulgarien, möglicherweise ist dieses Beben der Grund für die Zeugenberichte aus Sofia. Wahrscheinlicher ist aber, dass das Erdbeben in Serbien eine Fehlmeldung ist.

Update 15.33 Uhr:
Zum Serbien-Beben selbst gab es noch keine Zeugenberichte, daher wird es wahrscheinlicher, dass es eine Fehlmeldung ist.
Das Beben in der Ägäis war in Athen mit Intensität IV spürbar. Wir warten auf die ShakeMap vom USGS um das Gefahrenpotential einzuschätzen. Die türkische Küste sowie einpaar griechische Inseln sind nicht weit vom Epizentrum entfernt. Vor allem in der Türkei kann dieses Erdbeben gefährlich werden. Es gab ein erstes Nachbeben mit M 3,5.

Update 15.37 Uhr:
Das Epizentrum lag 23 Kilometer westlich der Insel Limnos und 52 Kilometer vor der türkischen Küste. USGS nennt Stärke 5,7 in einer Tiefe von 10 Kilometern. Aus dem gesamten Westen der Türkei gibt es Zeugenberichte von Intensität IV, aus dem Süden von Bulgarien sogar Intensität V.

Update 15.39 Uhr:
Die ShakeMap gibt für Limnos Intensität V und für weite Teile der Ägäis-Küsten von Griechenland und der Türkei Intensität IV an. Dies sind zwar nur errechnete Werte, die tatsächlichen können abweichen, aber es ist ein erster Hinweis darauf, dass dieses Erdbeben vermutlich ziemlich glimpflich verlaufen ist. Dennoch sind an der türkischen Küste und auf den Inseln leichte Schäden möglich. Ebenso Panik unter der Bevölkerung, wobei es zu Verletzten kommen kann.

Update 15.42 Uhr:
Die türkischen Behörden geben dieses Beben übrigens mit Magnitude 6,2 an. Wenn das stimmt, könnte die Intensität ein wenig höher gewesen sein. Erste Experten haben sich zu dem Beben geäußert und sagten, dass dies der Beweis sei, dass die Anatolische Platte unter Spannung stehe und dort in „naher Zukunft“ weitere Beben zu erwarten seien.
Das Erdbeben ereignete sich genau an der Grenze der Anatolischen und der Ägäischen Erdplatte. Das Beben war vermutlich ein Strike-Slip-Beben, als eine horizontale Verschiebung.

Update 15.44 Uhr:
Das Serbien-Beben wurde gelöscht.

Update 15.54 Uhr:
Erste Berichte gibt es von türkischer Seite. Demnach ist in vielen Städten, darunter Izmir, Panik ausgebrochen. Die Menschen halten sich zur Zeit auf den Straßen auf. Die Telefon- und Internetverbindung ist in einigen Regionen gestört. Informationen über Schäden liegen noch nicht vor, doch die ersten Rettungskräfte untersuchen bereits einige Regionen.

Update 16.26 Uhr:
Sowohl aus Griechenland als auch aus der Türkei wird berichtet, dass das Erdbeben etwa 30 Sekunden gedauert hat. Es war eine starke horizontale Bewegung. Bislang gibt es noch keine Infos über Schäden, aber Offizielle in Limnos und türkische Küstenstädten äußern sich vorsichtig wegen der Stärke des Bebens. Auch aus Istanbul gibt es noch keine Entwarnung. Es wurde mitgeteilt, dass es dort Stunden dauern kann, bis alles untersucht wurde und ggf. erste Schadensmeldungen bekannt gegeben werden können.

Update 16.28 Uhr:
Die Nachbeben halten sich noch in Grenzen. Bislang wurden 10 Nachbeben zwischen Magnitude 3,1 und 3,8 registriert. Wir erwarten aber, dass es in den nächsten Stunden auch noch Nachbeben über Stärke 4 geben wird. Diese können auch in einiger Distanz zum Epizentrum des Hauptbebens auftreten.

Update 16.34 Uhr:
Man kann gut sehen, welche Kraft hinter dem Erdbeben steckte, wenn man sich die Seismogramme vom Yellowstone anguckt. Selbst Tausende Kilometer vom Epizentrum entfernt, konnten die Erderschütterungen noch registriert werden. Man kann gut die Distanz am Zeitunterschied erkennen. Die seismischen Wellen brauchten 13 Minuten um den Yellowstone zu erreichen.

Update 17.07 Uhr:
Wie ich gerade sehe, hat es heute Morgen und vergangene Nacht drei Vorbeben gegeben, die in chronologischer Reihenfolge Magnitude 2,1, 2,2 und 2,4 hatten.

Update 17.31 Uhr:
Der türkische Rote Halbmond hat in Istanbul einen Krisenstab eingerichtet. Er untersucht die möglichen Auswirkungen des Erdbebens in den verschiedenen Regionen der Türkei. Die Zweigstellen entlang der Ägäisküste haben noch keine Meldungen über Schäden oder Verletzte bekannt gegeben. Die Situation wird aber weiter beobachtet.

Update 18.12 Uhr:
Es scheint momentan so, als hätte das Erdbeben keine größeren Schäden verursacht, worüber wir alle froh sein dürfen.
Allerdings gibt es zur Zeit in der Türkei die Diskussion, ob dieses Erdbeben die Nordanatolische Verwerfung, an der auch Istanbul liegt, aktiviert haben könnte. Mit Sicherheit kann dies nicht gesagt werden, aber ein Erdbebenforscher hat gesagt, er erwarte ein schweres Erdbeben in Istanbul innerhalb der nächsten 12 Monate. Andere Experten widersprechen.

 Update 09.01.2013 17h50 

Ein wahres „Feuerwerk“ an Nachbeben hat unser Gestriges Beben hervorgebracht, ingesamt waren es bislang 16 Beben, 11 davon blieben bei Magnetuden von M3.0 bis M3.5. 4 mal gab es M3.5 bis M4.0 und zur Krönung nochmal ein kräftiges und von der Bevölkerung gefühltes Beben der Magnetude 4.7.
In der Turkei selber speziell an der NordanatolischenVerwerfung gab es heute keine nennenswerte Aktivität, aber nur die Zeit wird zeigen ob der Krisenstab in der Türkei vonnöten ist.
 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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