Bosnien-Herzegowina: Menschengemachte Erdbeben

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Das gestrige Beben an der Grenze von Bosnien Herzegowina zu Montenegro war nur das jüngste einer Reihe von Erdbeben, die die Region in den letzten Wochen erschütterte.
Der Grund für diese Serie von Erdbeben ist auch bekannt. Es ist dieser See:

Panoramio (Snežana)

Dieser wunderschöne blaue See in Montenegro ist ein Stausee, der sogenannte Pivsko jezero, der den Fluss Piva aufstaut.
Wie auch schon in Vietnam, soll auch diese riesige Menge Wasser für die Erdbeben in der näheren Umgebung verantwortlich sein.
Der Stausee, 1976 fertiggestellt, hat in seiner Geschichte bereits mehrfach Erdbeben ausgelöst. Zur Zeit der Fertigstellung hat es bereits größere Schwärme von kleinen Erdbeben gegeben. Auch später, vor allem zu Zeiten, wenn sich der Wasserstand des Sees drastisch verändert hat, kam es zu Erdbeben dort. Der letzte Schwarm mit mehreren hundert Beben ereignete sich in den Jahren 2010 und 2011.(Dezember und Januar)
Keines der Beben, dass der See je verursacht hat, soll aber stärker gewesen sein als M 4,2.

Das gestrige Beben, vom EMSC mit M 4,0 angegeben, soll in der Epizentralregion 20 km westlich vom See auf bosnischer Seite der Grenze einige „Störungen“ verursacht haben, womit unter anderem Störungen in der Stromversorgungen gemeint sein dürfte.. Details dazu sind nicht bekannt.

Rote Kreise: Erdbeben der letzten 2 Wochen (EMSC)
Gelbe Linie: Ländergrenze

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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