Neuer Erdbebenschwarm in Andalusien

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Im Süden von Spanien, nahe den Gemeinden Torreperogil und Sabiote, hat vergangene Nacht erneut ein Erdbebenschwarm eingesetzt. Seit gestern Abend hat es insgesamt 28 Erdbeben über Magnitude 1,5 gegeben, wobei mindestens 14 dieser Erdbeben von der Bevölkerung wahrgenommen wurden. Alle diese Erdbeben waren sehr flach, meist Tiefen zwischen 4 und einem Kilometer. Das bislang stärkste Erdbeben ereignete sich heute um 15.23 Uhr. Es hatte Stärke 2,8.

Bereits Mitte und Ende Dezember kam es dort zu einem größeren Erdbebenschwarm, damals mit Erdbeben bis Magnitude 3,6. Damals kam es auch zu leichten Schäden in der Epizentralregion. Seit dem ist die Erdbebenaktivität zurückgegangen.

Die 5 größten Erdbeben der letzten
Tage (Rote Kreise)

Durch die geringe Tiefe der Erdbeben sind die seismischen Erschütterungen für die Bevölkerung am Epizentrum besonders intensiv. Dadurch können schon verhältnismäßig kleine Erdbeben größere Schäden verursachen. Ähnlich wie zum Beispiel das Lorca-Beben im Jahr 2011 (M 5,1). Dieses Erdbeben wurde durch Veränderungen des Grundwasserspiegels mitverursacht, die auf den Tourismus und die intensive Landwirtschaft zurückzuführen sind.
Rund um Torreperogil und Sabiote befindet sich ein riesiges Weinanbaugebiet. Möglich, dass auch diese Erdbeben einen menschengemachten Ursprung haben. Zumal die Region früher nicht durch hohe seismische Aktivität aufgefallen ist.

Es ist auf jeden Fall zu erwarten, dass es in den kommenden Stunden und Tagen weitere Erdbeben geben wird. Wie stark diese werden, kann nicht gesagt werden.

Update:
Ein weiteres Beben vor wenigen Minuten. M 3,0.

Update 6. Februar:
Gestern Abend kam es in Torreperogil zum bislang stärksten Erdbeben überhaupt. Nach Angaben des EMSC hatte dieses Erdbeben Magnitude 4,1 und eine Tiefe von 3 Kilometern. Zeugen bei IGN berichten, dass das Erdbeben in Torreperogil mit Intensität V und in Sabiote mit Intensität IV spürbar war. Zur Zeit liegen keine Infos über Schäden vor.

Update 07. Februar:
Die Folgen des aktuellen Erdbebenschwarmes in einem Video zusammengefasst (spanisch):

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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