Russland: schweres Erdbeben in Fernost

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In einer sehr dünn besiedelten Region in Fernost ereignete sich um 14.13 Uhr ein schweres Erdbeben der Stärke 6,7.

Update 14.36 Uhr:
Die Shakemap vom USGS (M 6,9, Tiefe 20 km) gibt Intensität VIII für das glücklicherweise nur dünn besiedelte Epizentrum. Im Gebiet der Intensität V leben etwa 2.000 Menschen, dort ist eventuell mit leichten Schäden zu rechnen. Größere Schäden sind wohl nicht zu erwarten.

Update 15.31 Uhr:
Über das Erdbeben ist wahrscheinlich nicht viel zu sagen. Es war zwar sehr stark und sehr intensiv, aber es liegen uns zur Zeit keine Informationen vor, dass es in der näheren Epizentralregion irgendwelche menschlichen Siedlungen gibt. USGS nennt etwa 2000 Menschen, wie oben erwähnt, die im Bereich von Intensität V leben, was in der Region vermutlich auch für Schäden reichen könnte. Aber das sind nur theoretischen Berechnungen von Orten mit mindestens 1000 SR313. Kleinere Orte sind in deren Datenbank nicht verzeichnet.
Wir werden versuchen weitere Informationen aus der Gegend zu bekommen. Bis dahin ist vielleicht noch zu erwähnen, dass das Erdbeben an der Grenze der Eurasischen und Nordamerikanischen Platte, die sich durch den Nordosten von Sibirien zieht, ereignet hat. Dabei kommt es zu einer Überschiebung beider.

Update 15.43 Uhr:
USGS und GFZ haben die Magnitude auf 6,6 nach unten korrigiert. Dadurch geben sich Veränderungen in der ShakeMap. Am Epizentrum soll das Erdbeben immer noch Intensität VIII gehabt haben, aber insgesamt wurde es schwächer. Die 2000 Menschen, die vorher im Bereich von MMI V waren, sollen nun das Erdbeben nur noch mit MMI IV gespürt haben, was das Schadenspotential in den Orten verringert. Aber wie gesagt, wir wissen nicht ob und wie viele andere Siedlungen es näher am Epizentrum gibt.

Update 16.02 Uhr:
Noch immer gibt es so gut wie keine Infomationen zum Erdbeben. Es scheint, dass die Region wirklich unbesiedelt ist.
Unbesiedelt und schön. Zumindest auf den Luftbildern von Google Earth. Das folgende Bild zeigt ein Binnendelta des Flusses Lena, nur etwa 70 Kilometer vom Epizentrum entfernt.

Update 16.18 Uhr:

Die Russischen Behörden bestätigen nun, dass es im Umkreis von 20 Kilometern um das Epizentrum keine Menschen gibt. Im Umkreis von 20 bis 75 Kilometern(MMI V bis VII) leben deutlich weniger als 1000 Menschen. Wenn es zu Schäden (und vielleicht Verletzten) gekommen ist, dann in dem Bereich. Allerdings ist es in der Region zur Zeit dunkel, und da es dort vermutlich keinen Strom gibt, wird es auch vorerst keine Informationen dazu geben.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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