Schwere Folgebeben Santa Cruz

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DIESER BERICHT IST AUSSCHLIEßLICH ÜBER NACHBEBEN. DEN ARTIKEL ÜBER DAS HAUPTBEBEN FINDEN SIE HIER:
http://juskis-erdbebennews.com/2013/02/sehr-starkes-erdbeben-im-pazifik-tsunami.html
DIE AKTUELLSTEN INFORMATIONEN BEFINDEN SICH GANZ UNTEN AUF DER SEITE

Ein schweres Nachbeben mit M 7,1 (USGS) erschütterte soeben (12.12 Uhr MEZ) die Santa Cruz Inseln. EMSC und GFZ geben M 6,7 an. Das Epizentrum lag wieder unmittelbar bei der Insel. Es bestehe die Gefahr eines lokalen Tsunamis.

Update 12.30 Uhr:
Wenn es einen Tsunami gab, was nicht ausgeschlossen werden kann, wird er die Insel schon erreicht haben. Die Menschen, Einwohner und Rettungsteams, hätten nur wenige Minuten Zeit gehabt, sich in Sicherheit zu bringen.
Eine Tsunamigefahr für andere Nationen besteht nicht.

Update 12.34 Uhr:
Die ShakeMap der Region sind nicht gut aus. Es scheint, dass dieses Erdbeben auf Santa Cruz MMI VIII hatte, also in etwa so stark wie das Hauptbeben.

Update 12.37 Uhr:
EMSC gibt nun auch Magnitude 7,1 an.

Update 12.46 Uhr:
GFZ hat berechnet, dass es sich um ein Strikeslip Beben handelte. Dadurch besteht keine Tsunami-Gefahr. Bleibt nur noch die Frage ob dieses sehr intensive Erdbeben selbst Schäden verursacht hat oder nicht.

Update 13.10 Uhr:
Die Situation ist sehr kompliziert. Vom Hauptbeben selbst ist der Informationsfluss der schwach, da die Region sehr abgelegen ist. Infos gibt es fast ausschließlich von den australischen und neuseeländischen Rettungsteams, die sich zur Zeit auf der Insel befinden. Keiner kann sagen wie es nach dem neuen Beben aussieht, auch wenn keine Tsunami-Gefahr besteht. Die Häuser haben in den vergangenen 7 Tagen so viele schwere Erdbeben ertragen müssen, es ist eigentlich schwer vorstellbar, dass dort überhaupt noch was steht.
Die Menschen, die Opfer, sind natürlich äußerst verunsichert, wenn nicht gar panisch. So wie bekannt ist leben viele in improvisierten Siedlungen auf Hügeln oder im Inselinneren. Ohre Zugang zu sauberem Trinkwasser oder Strom. Die vielen Erdbeben verschlimmern die psychische Lage der Opfer.
Das beste wäre es die ganzen Inseln in der Nähe zu evakuieren. Die Erdplatte ist dort im Moment so instabil, keiner weiß ob nicht in den nächsten Tagen noch ein 8er Beben hinterher kommt. Das sind keine gewöhnlichen Nachbeben. Das sind alles einzelne Beben einer gewaltigen Erdbebenserie, die noch lange nicht zu Ende ist. Und ob sie ihren Höhepunkt überhaupt schon erreicht hat, kann auch niemand sagen.

Update 13.52 Uhr:
USGS und co. haben die Stärke des Erdbebens ein wenig korrigiert. Sie lag bei M 6,8 bis 6,9.

Update 16.40 Uhr:
Gerade eben das nächste schwere Erdbeben mit Magnitude 7,0! Dessen Epizentrum lag vermutlich direkt auf der Insel:

EMSC gibt eine vorläufige Tiefe von 5 Kilometern an. Wir warten auf die ShakeMap.

Update 16.43 Uhr:
USGS sieht das Epizentrum 10 km südöstlich der Insel. Das Beben hatte laut USGS eine Tiefe von 53 Kilometern. Damit wäre das Erdbeben ein Subduktionsbeben, im Gegensatz zum ersten Strikeslip Beben. Es könnte dabei einen kleinen Tsunami geben!

Update 16.51 Uhr:
USGS hat die Tiefe auf 27 Kilometer herabgesetzt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit eines kleinen Tsunamis, sollte es kein Strikeslip Erdbeben sein.
Die ShakeMap ergibt für die Insel erneut MMI VIII.

Update 16.53 Uhr:
Wir sind immer wieder froh, das nebenstehende Bild zu sehen, das uns sagt, dass auch dieses Beben Strikeslip war, also eine seitliche Verschiebung, die keinen Tsunami verursacht. Dies bedeutet aber auch, dass die Tiefe des Erdbebens vermutlich geringer war als vom USGS angegeben und somit das Erdbeben eine höhere Intensität, wahrscheinlich MMI IX, gehabt hat

Update 16.58 Uhr:
Die letzten 3 starken Nachbeben, die beiden von heute und das M 6,6 von gestern, lagen alle südlich der Insel, wie auf der Karte zu erkennen. Vermutlich liegen alle drei Erdbeben auf der gleichen Verwerfung. Man sieht dabei eine Ostbewegung und zeitgleiche Intensivierung der Erdbeben. Wenn sich das fortsetzt, muss in den nächsten Stunden und Tagen mit weiteren schweren Erdbeben gerechnet werden, die sich aber vermutlich von der Insel entfernen werden.

Erdbeben M 6+ der letzten 7 Tage

Update 17.20 Uhr:
Was soll man zu der Situation noch groß sagen?
Tausende Menschen sitzen auf der Insel fest, ohne Nahrung, ohne Trinkwasser, ohne medizinische Versorgung. Flugzeuge können nicht landen, weil die Landebahn beim gestrigen Nachbeben zerstört wurde. Schiffe trauen sich nicht anzulegen, weil ein Tsunami jederzeit die Boote in die Bäume schleudern kann.
Die Menschen spüren alle paar Stunden ein Erdbeben mit Intensität VIII, was in etwa der Intensität des Fukushima-Erdbebens entspricht. Sie wohnen unter freiem Himmel, weil sie entweder keine Häuser mehr haben, oder weil ihre Häuser jederzeit zusammenbrechen könnten.
Rettungskräfte können auch nicht viel tun, außer die Leichen bergen, die immer noch unter dem Schutt liegen, und ihr Bestes geben, dass es nicht noch mehr Leichen gibt.

Das Beste wäre die Insel zu evakuieren, aber das ist aus den oben genannten Gründen schlecht möglich. Wir können nur froh sein, dass es auf Ndeni keinen aktiven Vulkan gibt. Ansonsten sähe die Situation noch mehr nach Dresden ’45 aus, mit der Ausnahme, dass in Dresden die Gefahr nach einigen Stunden vorbei war.

Und wir in Deutschland können auch nichts weiter tun als auf Informationen aus dem Apokalypsen-Gebiet zu warten.

Update 18.18 Uhr:
Beim USGS geben Zeugen aus Lata (im Norden der Insel) Intensität IX für das zweite Erdbeben an. Schon ein wenig überraschend, dass es dort, nach all den Erdbeben noch Internetzugang gibt.

Update 19.15 Uhr:
Kann man das als Nachbeben auffassen? Wäre auf jeden Fall ein seltsamer Zufall.
Im Norden der Salomonen, eher gesagt vor der Küste von Papua-Neuguinea, gab es laut USGS um 18.59 Uhr ein Erdbeben der Stärke 6,1. GFZ nennt momentan M 5,8. Das Epizentrum lag vor der Insel Bougainville.

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Update Samstag, 9. Februar, 12.27 Uhr:
Medien berichten nun, dass infolge der beiden hier genannten schweren Nachbeben um M 7 mindestens 12 weitere Häuser auf den Salomonen zerstört worden sein sollen.
Ein Überflug über die angrenzenden Inseln hat dort keine Schäden bestätigt.

Update 22.16 Uhr:
Weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 bis 6,5. Das Epizentrum lag südwestlich der Insel.

Update 22.17 Uhr: USGS nennt zur Zeit sogar Stärke 6,9 und sieht das Epizentrum noch näher an der Insel. Tiefe des Bebens ist noch unklar. Ein Tsunami ist nicht zu erwarten.

Update 22.23 Uhr: USGS ist nun auch auf M 6,5 runter gegangen. Tiefe: 18 Kilometer. Vermutlich MMI VII auf der Insel. (Strikeslip-Beben)

Update 22.25 Uhr: Die ShakeMap bestätigt MMI VII. Morgen wird es vernutlich mehr Informationen von der Insel geben.

Update Sonntag 10, Februar 20.00 Uhr

Wiederum gab es ein kräftiges Folgebeben, es lag wiederum südwestlich der Insel und hatte laut EMSC M6.0 Geofon gibt nur M5.8 an, die Tiefe lag bei 15 km.
USGS nennt M 6,3 und Intensität VI auf der Insel.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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