Starkes Erdbeben in Yunnan, China: Etwa 85.000 Gebäude beschädigt oder zerstört, 30 Verletzte

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Ein heftiges Beben der Stärke 5,5 traf um 6.41 Uhr die Provinz Yunnan. Die Tiefe wird mit 30-60km angegeben. Bei beiden ist mit größeren oder kleineren Schäden zu rechnen, da die Region auch dicht besiedelt ist. Bisher gibt es nur Berichte das das Beben in einer 603.000 Einwohner-Stadt namens Dali (44km entfernt des Epizentrums) mit III gespürt wurde. Updates werden Folgen!

Update 08.26 Uhr: Die Chinesischen Behörden geben für dieses Erdbeben eine Tiefe von nur 9 Kilometern. Meist sind sie bei Beben in China am besten informiert. Wenn es wirklich so ist, dann ist dieses Erdbeben sehr gefährlich. Nicht nur durch direkte Schäden, auch durch möglicherweise ausgelöste Erdrutsche.
Es hat außerdem zwei leichte Vorbeben der Stärke 3 einige Stunden vor dem Hauptbeben gegeben.

Update 08.34 Uhr:
Erste Berichte aus China belegen gleich die Zerstörungskraft des Erdbebens. Es wurden mindestens 1200 Gebäude beschädigt, viele sind eingestürzt. Zudem wurden Straßen beschädigt. Bislang sind zwei Verletzte bestätigt.

Update 08.42 Uhr:
Neue Nachrichten im Minutentakt. Nach aktuellem Stand wurden 2500 Gebäude beschädigt, 700 Wohnhäuser sind eingestürzt und mindestens 20 Menschen wurden verletzt. Bislang gibt es noch keine Meldungen über Todesopfer.

Update 09.10 Uhr:
Bislang keine weiteren Schadensmeldungen. Die Chinesische Regierung hat Soforthilfen in die betroffene Region geschickt. Decken, Zelte und Nahrungsmittel für mehrere tausend Menschen wurden vorläufig bereitgestellt. Bei weiterer Entwicklung der Katastrophe werden die Hilfsgüter höchstwahrscheinlich aufgestockt. (Die Hilfsgüter basieren auf einer Zahl von zwei Verletzten und einigen eingestürzten Gebäuden. Neuere Berichte übertreffen diese Angaben.)
Zudem wird berichtet, dass es in Dali seit dem Hauptbeben mindestens 34 spürbare Nachbeben gegeben hat.

Update 09.25 Uhr:
Durch das Erdbeben wurden auch Mobilfunk- und Stromanlagen in der Region zerstört. Mitarbeiter der zuständigen Betriebe bemühen sich die Stromversorgung und das Mobilfunknetz wieder aufzubauen.
Es scheint, dass der Großteil der bisher berichteten Schäden aus der Stadt Eryuan etwa 30 Kilometer nordöstlich vom Epizentrum kommt.

Update 09.48 Uhr:
Die chinesischen Rettungskräfte, die in das Katastrophengebiet geschickt wurden, suchen nun auch mit Spürhunden nach verschütteten Personen. 58 Menschen und 2 Hunde sind zur Zeit im Einsatz.

Update 11.02 Uhr:
Mittlerweile ist die Rede von mehr als 20 Verletzten. Genaue Zahlen werden noch nicht genannt.

Update 11.36 Uhr:
30 Verletzte sind zur Zeit bestätigt. 27 von ihnen sind leicht, die drei übrigen schwer verletzt worden. Etwa 4000 Gebäude, die sich auf 5 Städte und 38 Dörfer verteilen, wurden beschädigt. Darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen. Auch Straßen wurden teilweise beschädigt. Neue Angaben von 400 eingestürzten Gebäuden sind geringer als frühere. Das zeigt, dass die Lage in Yunnan noch immer nicht übersichtlich ist.

Update 13.01 Uhr:
Es hat sich mal wieder ein kleiner Übersetzungsfehler eingeschlichen: Es sind nicht 5,5 Millionen betroffene, sondern 55.000 Obdachlose.

Update 13.26 Uhr:
Die Zahl der Verletzten bleibt zur Zeit konstant bei 30, aber es gibt neue Korrekturen bezüglich der Schäden. Es sollen 6000 bis 12.000 Gebäude beschädigt (unterschiedliche Angaben) und 1400 Gebäude komplett eingestürzt sein. 130.000 Menschen sind obdachlos geworden. Unter den beschädigten und zerstörten Gebäuden sind auch viele Schulen.
Zudem kam es zu schweren Schäden in der Infrastruktur.

Update 13.36 Uhr:
Es wurden hunderte Rettungskräfte in die Region geschickt, um die Opfer zu versorgen. Die Obdachlosen wurden mit Zelten und Decken für die kommende Nacht versorgt und außerhalb der Dörfer angesiedelt. Nahrungsmittel und Wasser wurden bereitgestellt. Mediziner versorgen zur Zeit die Verletzten, sowie die Patienten der Krankenhäuser, die beim Erdbeben beschädigt und deshalb evakuiert wurden.
Suchtrupps dringen zur Zeit mit Spürhunden in die Ruinen vor um eventuell überlebende Verschüttete zu retten. (Es liegen uns keine Informationen über die Anzahl der noch Vermissten vor. Da aber gesucht wird, gehen wir davon aus, dass es vermisste gibt) Gleichzeitig beginnt die Feuerwehr mit dem Abtransport der Trümmer. Zerstörte Straßen und Brücken erschweren diese Arbeit.

Auch wenn in China wenig Wert auf erdbebensicheres Bauen gelegt wird, neue Studien belegen, dass die meisten chinesischen Schulen Erdbeben bis Magnitude 5,5 standhalten können, die Notfallmaßnahmen nach Naturkatastrophen funktionieren in China so gut wie in kaum einen anderen Land.

Update 14.43 Uhr:
Ein paar Bilder:
Link ; Link ; Link (Öffnet neues Fenster)

Update 15.22 Uhr:
Es gibt unbestätigte Berichte, wonach mindestens 85.000 Gebäude beschädigt oder zerstört sein sollen. Dabei könnte es sich aber auch um einen Übersetzungsfehler handeln. Wir warten auf die Bestätigung von anderen Quellen.

Update 16.21 Uhr:
Bestätigung: Zum Tagesabschluss melden Chinesische Medien folgende Zahlen:
1781 Gebäude zerstört
83.434 Gebäude beschädigt (davon 17.594 schwer)
92.000 Menschen direkt betroffen
12.000  davon mussten aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen.
Die Zahl der Verletzten bleibt bei 30 stehen.
Zur Zeit ist es Nacht in China, so dass für die kommenden Stunden nicht mehr all zu viele neue Meldungen zu erwarten sind.

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Update 05. März:
Die letzten Zahlen waren die endgültigen, mit der kleinen Ausnahme, dass die Zahl der direkt betroffenen auf 300.000 gestiegen ist. Und damit die Gute Nachricht: Das Erdbeben hat keine Todesopfer gefordert.
Aktuell geht es in China darum, die opfer zu versorgen. Es wurden Zeltlager für tausende Menschen, die ihr Haus verloren haben, eingerichtet. Weitere Hilfsgüter sollen vor den kalten Temperaturen der Nacht schützen. Nahrungsmittel und Trinkwasser werden in die Region transportiert. Hunderte Helfer, Ärzte, Polizisten, Retter, sind in der Region tätig, um Kriminalität und Epidemien zu verhindern, sowie um sich um die physische und psychische Situation der Opfer zu kümmern.
Die Versorgung der Opfer steht im Vordergrund. Der Wiederaufbau muss warten.

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Siehe auch:
8 Verletzte bei Erdbeben in Yunnan (19. Februar 2013)
6 Verletzte bei Erdbeben in Yunnan (11. September 2012)
Erdbeben in China, viele Tote (7 September 2012)

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Lukas Rentz

Lukas ist 18 und macht voraussichtlich 2018 sein Abitur an einem Gymnasium in Alzey. Anschließend soll ein Geologie-Studium folgen.

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