Torreperogil / Sabiote : Erdbebenschwarm bleibt unerforscht

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Seit November wird die Spanische Region Andalusien von einem mal mehr, mal weniger starken Erdbebenschwarm erschüttert. Die stärksten Erschütterungen reichten an Magnitude 4 heran, verursachten in der Epizentralregion um Sabiote und Torreperogil mehr als einmal leichte Schäden und verängstigen die Bevölkerung mit jedem neuen spürbaren ein wenig mehr. Zuletzt vorgestern mit Magnitude 1,7.

Und die Forscher sind mehr oder weniger ratlos. Diese Region ist in der Vergangenheit nicht durch seismische oder vulkanische Aktivitäten aufgefallen, die den Erdbebenschwarm erklären könnten. Dadurch ergab sich der Verdacht einer menschlichen Ursache. Auch die geringe Tiefe der Beben würde dafür sprechen.
Es war geplant eine Studie durchzuführen, um die Ursache der Erdbeben zu klären. 
War.
Heute kommt die Meldung, dass leider kein Budget verfügbar ist, um diese Forschungen durchzuführen. Die Regierung ist der Meinung, dass diese Forschungen zu viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen würden, so dass die diese bis auf weiteres ausgesetzt haben. 
Wenn kein anderer Investor gefunden wird, wird die Erdbebenserie nicht erforscht werden und die Menschen in Andalusien werden weiterhin in Ungewissheit leben.
Zwar kann man Erdbeben nicht verhindern, aber wenn man die Ursache kennt, kann man abschätzen, was noch zu erwarten ist.

In Sozialen Netzwerken formiert sich zur Zeit schon eine Protestbewegung von Menschen aus der betroffenen Region, die sich von der Regierung verraten und vergessen fühlen.

Als potentielle Ursachen wird zum Einen illegale Gasförderung („Fracking“) in der Region genannt. Andere Ursachen könnten der sich verändernde Grundwasserspiegel (durch Landwirtschaft und Tourismus oder extreme Wetterereignisse), oder eine bislang unbekannte Bruchlinie sein. 
Man kann jetzt nur hoffen, dass der Erdbebenschwarm bald ein Ende hat, so dass die Menschen wieder in Ruhe leben können.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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