Nicaragua: Warnung vor "allen Eventualitäten"

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Die Pazifikküste von Nicaragua hat in den vergangenen Tagen eine ungewöhnliche Häufung von leichten bis moderaten Erdbeben erlebt. Allein am vergangenen Freitag (29. März) kam es zu mindestens 5 größeren Erdbeben bis Magnitude 4,3. Am Samstag ereignete sich vor der Küste ein weiteres Erdbeben der Stärke 4,5, und am Sonntag Nachmittag (Ortszeit) ereignete sich dann das bisher stärkste Erdbeben mit M 4,9 ebenfalls vor der Küste.

Die Behörden von Nicaragua haben daher nochmal daran erinnert, dass Nicaragua ein Erdbebenland ist, in dem man immer und überall von einem größeren Erdbeben getroffen werden könnte.

1972 wurde die Hauptstadt Managua von einem Erdbeben der Stärke 6,2 getroffen und zum Großteil zerstört. Über 10.000 Menschen verloren damals ihr Leben.

Dementsprechend sollen alle, Touristen und Einheimische, auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.
Die Angst davor, dass der Ernstfall eintritt, ist bei vielen Nicaraguanern in der vergangenen Woche gewachsen. Nach den großen aber harmlosen Erdbeben in Guatemala und Mexiko vor einer Woche, begann der Schwarm kleinerer, meist nicht spürbarer Erdbeben in weiten Teilen von Nicaragua.

Dafür sei allerdings ein Rückgang bei der seismischen Aktivität der Vulkane San Cristobal und Telica, vor einer Woche noch wegen intensiver Erdbebenschwärme als „kurz vor dem Ausbruch stehend“ bezeichnet, verzeichnet worden.

Im vergangenen Jahr wurde die Pazifikküste von Zentralamerika von einer Reihe schwerer Erdbeben getroffen. Einzig Nicaragua blieb von Zerstörungen verschont, auch wenn viele dieser Erdbeben die Häuser in Managua zum Schwanken gebracht haben.

Allgemein gilt in den Staaten Zentralamerikas das Prinzip, dass man lieber zu früh vor einem möglichen Erdbeben warnt als gar nicht. Die immensen Opferzahlen bei vergangenen Erdbeben bilden den Nährboden für dieses Handeln. So wurden allein letztes Jahr drei Warnungen vor schweren Erdbeben heraus gegeben:

1. Nach einem Erdbebenschwarm im Golf von Fonsca (Nicaragua, El Salvador, Honduras)
2. Nach dem schweren Erdbeben in Costa Rica und einer Häufung kleinerer im Raum San Jose
3. Die allgemein bestehende Warnung vor der nächsten Zerstörung von Managua

Weder Managua, noch San Jose, noch der Golf von Fonseca waren seit dem Schauplatz eines größeren Erdbebens. Dennoch kann man die Warnungen nur Unterstützen. Auch wenn kein Erdbeben unmittelbar bevorsteht, irgendwann wird es passieren. Wenn es kommt, muss man vorbereitet sein, um eine Katastrophe wie 1972 zu verhindern.

Schwerbeben (M 7+) der letzten 50 Jahre in Zentalamerika (Vorlage: Google Earth)

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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