Schweres Erdbeben in China, Sichuan – Mindestens 193 Tote (23 Vermisste) und 15.554 Verletzte

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In der chinesischen Provinz Sichuan ereignete sich um 2.02 Uhr ein schweres Erdbeben. Nach Angaben des USGS hatte es Magnitude 6,6 und eine Tiefe von 12 Kilometern. Chinesische Behörden nennen Magnitude 7,0 und eine Tiefe von 13 Kilometern.
In den Orten rund um das Epizentrum gab es schwere Verwüstungen. Viele Häuser, Brücken und Tunnel sind eingestürzt. Erdrutsche wurden ausgelöst. Die chinesischen Rettungskräfte sind mit tausenden Helfern um Erdbebensgebiet unterwegs um Verschüttete zu bergen. Mindestens 41 Tote und über 600 Verletzte sind bislang bestätigt.

Update:
Ausländische Medien berichten von bestätigten 72 Todesopfern.

Update 06.41 Uhr:
Offiziell bestätigt sind die 72 Opfer noch nicht. Chinesische Medien nennen momentan maximal 46 Tote. Dazu viele hundert Verletzte.
Chinesische Offizielle schätzen die Opferzahl nach diesem Beben auf etwa 400.
Neben vielen Gebäudeeinstürzen ist auch die Telekommunikation und die Stromversorgung in der Erdbebenregion zusammengebrochen.

Update 06.55 Uhr:
Nach Schätzungen sind mehr als 8 Millionen Menschen von den Folgen dieses Erdbebens betroffen.

Update 07.04 Uhr:
Die offizielle Zahl der Todesopfer ist auf 57 angehoben worden.

07.37 Uhr:
67 Todesopfer sind bestätigt.

07.48 Uhr:
Opferzahl unverändert, aber es gibt interessante Zahlen zu den Schäden.
In einigen Orten nahe des Epizentrums sollen 99% aller Gebäude eingestürzt sein. Zu den eingestürzten Gebäuden zählen auch Schulen, wo zum Zeitpunkt des Bebens Schüler waren. Es liegen im schlimmsten Fall noch hunderte Leichen unter den Trümmern.
Die Lage am Epizentrum ist kaum zu Überblicken. Erdrutsche und zusammengebrochene Häuser blockieren Straßen. Es gibt weder Strom noch Trinkwasser. Es ist nahezu unmöglich zu diese Zeitpunkt alle Verletzten zu behandeln. Die Rettungskräfte versuchen zur Zeit Überlebende unter den Trümmern zu finden, sowie die Betroffenen mit dem nötigsten zu versorgen.

08.59 Uhr:
Das lokale Fernsehen berichtet von 71 Toten in Sichuan.

09.33 Uhr:
Die Zahl der Opfer steigt immer weiter an. 78 bestätigt. Es wird aktuell geschätzt, dass etwa 2000 Menschen verletzt wurden. Beide Zahlen werden wohl noch ansteigen.

09.37 Uhr:
Die Zahl der Verletzten wurde erneut korrigiert. Nun liegt sie bei 2500.
Die Verletzten (70% von ihnen) werden in umliegenden, unbeschädigten Krankenhäusern oder ambulant (30%) in errichteten Notlagern behandelt. Dort werden die Verletzten und Obdachlosen mit allem nötigen versorgt.
Während die Rettungsarbeiten laufen, erschüttern immer weitere Nachbeben die Region. In den kommenden Stunden wird mit Nachbeben bis Magnitude 6 gerechnet. Auch ein Einfluss auf umliegende Provinzen kann nicht ausgeschlossen werden.
Neben den Gebäudeschäden wurde auch ein Staudamm beschädigt.

10.31 Uhr:
82 Opfer werden nun gemeldet. Diese Zahl wird ergänzt durch einen eigentlichen Retter, dessen Bus auf dem Weg ins Erdbebengebiet von der Straße abkam und in einen Fluss stürzte. 5 weitere wurden dabei schwer verletzt.

10.42 Uhr:
Nun sind 100 Tote bestätigt. Es wird erwartet, dass die Zahl weiter steigt.

10.57 Uhr:
102 Tote sind bestätigt. Zudem starb einer der verletzten Erdbebenhelfer des Busunglücks im Krankenhaus.

11.13 Uhr:
Im Internet geht ein Gerücht um, wonach ein Erdbeben der Stärke 9,3 übermorgen die Stadt Chengdu treffen wird. Natürlich ist dieses Gerücht vollkommen unbegründet und dient nur dazu, sowieso verängstigte Menschen noch mehr zu verunsichern. Wir verurteilen Aussagen wie diese, vor allem in so einer Situation.

11:32 Uhr:
113 Todesopfer sind bestätigt. 4 davon stammen aus Chengdu, der größten Stadt von Sichuan mit 10 Millionen Einwohnern, 100 km vom Epizentrum entfernt. Weitere 125 Menschen wurden dort verletzt.
Aus der Epizentralregion werden mittlerweile Meldungen bekannt, wonach einzelne Dörfer und Städte zu 90 bis 99% zerstört sein sollen.

13.45 Uhr:
Während die Opferzahl auf 124 gestiegen ist, wurde diese Traurige Geschichte bekannt. Ein 7-Jähriger Junge wurde lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses Geborgen. Er lag in den Armen seiner Mutter, sie wollte Ihn vor Herabfallendem Schutt Schützen. Er überlebte 9 Stunden, bis er gerettet wurde. Er ist unverletzt. Seine Mutter wurde von Trümmern erschlagen.

14.38 Uhr:
156 Tote wurden bestätigt.

16.03 Uhr:
157 Tote und 5700 Verletzte sind beschädigt. Die Zerstörungen sind gewaltig. Einige Orte sollen komplett zerstört worden sein. Tausende Häuser sind zerstört.

Zusammenfassung:
Nach bisherigem Stand sind 157 Menschen ums Leben gekommen. 19 werden noch vermisst.
Die Opfer stammen überwiegend aus der Epizentralregion. Mindestens 76 aus der Stadt Lushan und 22 aus der Stadt Baoxing, die nach Medienberichten fast komplett zerstört sein soll.
Weitere werden aus umliegenden Städten gemeldet, unter anderem 8 aus Chengdu.
Auch in der Provinz Shaanxi (400 km nördlich) hat es ein Todesopfer gegeben.
Bis zu 6000 Menschen wurden verletzt, die meisten in den Orten der Region Ya’an. Nach unseren Informationen gab es mindestens 1000 Verletzte in Baoxing und 600 in Tianquan. 

Eine leicht verletzte Person wird aus der Provinz Chongqing (300 km östlich), sowie drei Verletzte aus der Provinz Yunnan (300 km südlich) gemeldet. In Yunnan wurden mindestens 900 Gebäude beschädigt, in Chongqing sind 8 Wohnhäuser eingestürzt.
In der Epizentralregion ist die Zahl der eingestürzten Gebäude noch unbekannt. Es wird aber geschätzt, dass Mindestens 20.000 Gebäude mindestens schwer beschädigt wurden. Neben Baoxing sollen weitere Orte zum Großteil zerstört worden sein.

Neben Wohngebäuden sind auch Stauanlagen betroffen. Eine Vielzahl an Dämmen wurde beschädigt. Bei Nachbeben besteht die Gefahr von Dammbrüchen, was zu weiteren Opfern führen kann.
Zu den direkten Opfern durch das Erdbeben kommen noch 3 Tote Helfer, die auf dem Weg ins Erdbebengebiet verunglückt sind.
Die Obdachlosen Menschen haben im Moment vor allem mit dem Trinkwassermangel und einer unzureichenden medizinischen Versorgung zu kämpfen. Viele Verletzte mussten in andere Provinzen ausgeflogen werden, weil lokale Krankenhäuser total überfällt sind. Andere werden auf den Straßen behandelt. Große Organisationen haben Millionenbeträge für die Erdbebenopfer gespendet. Auch Wladimir Putin hat Unterstützung durch Russland zugesagt. Auch Taiwan hat Hilfe versprochen.
Aktuell ist es Nacht in China. Hunderttausende kampieren auf den Straßen, viele ohne Obdach, da noch nicht genug Zelte zur Verfügung gestellt wurden.

Wir werden die Berichterstattung für heute beenden, aber weiterhin die Opferzahlen sammeln und sortieren. Im unten stehende Link sind Details zu finden.

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21. April 10.47 Uhr:
Nur eine kurze Korrektur der Zahlen, da sich an der Lage nicht viel verändert hat.
Bestätigt sind nun 186 Todesopfer. 21 Menschen werden noch vermisst. Verletzt wurden 11.393 Menschen, 968 von ihnen schwer.
Es gibt Berichte, wonach zwei Orte noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind.

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22. April:
Die Rettungs- und Aufräumarbeiten laufen. Allerdings mehr schlecht als recht. Viele andere Nationen unterstützen die Helfer mit Geld und Werkzeugen. Die Russische Regierung hat ebenfalls Retter in die Region geschickt. Im Mittelpunkt steht aber jetzt, Tage nach dem Beben, die Versorgung der Überlebenden. Es wird nicht erwartet, dass unter den Trümmern noch Überlebende liegen.
Nach aktuellen Angaben sind 188 Menschen ums Leben gekommen. Dazu 25 weitere, die noch vermisst werden. Verletzt wurden insgesamt 11.480 Menschen.

22. April, 18.06 Uhr:
Neue Zahlen: 192 Tote und 26 Vermisste, sowie 12.211 Verletzte.

Für weitere Updates bezüglich der Opferzahlen bitte unsere Erdbebendatenbank beachten!

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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