Starkes Erdbeben in Japan – mindestens 32 Verletzte

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(13. April, 8 Uhr):
Im Westen der Insel Honshu, nahe der Städte Osaka und Kobe, ereignete sich gestern Abend im 22.33 Uhr ein Erdbeben der Stärke 5,8 – 6,0. Es hatte eine Tiefe von 14 Kilometern. Einen Tsunami gab es nicht. Dieses Erdbeben ist nicht auf die Subduktionszone, sondern auf eine Bruchlinie im Süden vom Honshu zurückzuführen. Daraus resultiert, dass das Erdbeben am Epizentrum, dass auf der kleinen vorgelagerten Insel Awaji-Shima zwischen Honshu und Shikoku liegt, mit Intensität VII auf der Mercalli-Skala und Intensität 6- auf der JMA-Skala spürbar war.
Dies sorgte dafür, dass es zu einigen Schäden gekommen ist, sowohl auf der kleinen Insel, als auch in den nahen Großstädten auf Honshu.

Es wird berichtet, dass eine Reihe vom Häusern (aktuell werden 18 Gebäude genannt) beschädigt und eines zerstört wurde. Es hat Schäden an Dächern, Sonnenkolllektoren, Dacchziegel und Schornsteine sind herabgestürzt. In Wänden und Fußböden gab es Risse. Es waren auch mehrere Schulen betroffen.
Parkplätze wurden beschädigt, stellenweise kam es zu Bodenverflüssigung.
Die Wasserversorgung wurde in einigen Teilen unterbrochen, zwischenzeitlich auch die Gasversorgung.
Eine Straße wurde durch das Erdbeben so zerstört, dass sie unbefahrbar ist.
Nach vorläufigen Angaben wurden mindestens 23 Menschen verletzt, davon 3 schwer. 7 der Verletzten stammen von Awaji-shima. Eine der Verletzten hat „nur“ einen Schock erlitten, und konnte mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Bei den anderen Verletzten handelt es sich teilweise auch im Knochenbrüche, die bei der Flucht aus den Gebäuden entstanden sind.

Update 08.56 Uhr:
Einzelne Medien berichten von 24 Verletzten. Offiziell bestätigt ist dies nicht, vor allem, da die „geschockte“ Person offiziell nicht mehr als Verletzte gezählt wird. (Stand offiziell: 22 Verletzte)

Das Erdbeben hatte aber noch einen weiteren bitteren Nachgeschmack: Kurz nach dem Erdbeben wollte der Transportminister von West-Osaka wollte eine E-Mail an einen Flughafen schicken, um auf mögliche Schäden überprüfen zu lassen. Stattdessen hat er aber eine bereits vorgefertigte E-Mail über einen Nordkoreanischen Raketenangriff abgeschickt. Obwohl die Mail nach 6 Minuten wieder gelöscht wurde, gab es temporäre Einschränkungen in den Flugverkehr.

Update 09.24 Uhr:
Die japanischen Behörden geben nun wieder 23 Verletzte an. Davon sollen 7 schwer verletzt sein!

Update 12.32 Uhr:
Nach neuen Behördenmeldungen wurden insgesamt 106 Gebäude beschädigt, 3 davon schwer (teilweise eingestürzt):
104 dieser Gebäude stehen in der Präfektur Hyogo, davon 103 auf der Insel Awaji-Shima und eines auf Honshu (Akashi)
Ein Gebäude steht in der Präfektur Osaka (Honshu)
Ein Gebäude steht in der Präfektur Tokushima (Shikoku)

Die Zahl der Verletzten bleibt bei 23, davon 7 Schwerverletzte:
1 Verletzter (schwer) in der Präfektur Fukui (Honshu)
5 Verletzte (1 schwer) in der Präfektur Osaka (Honshu)
14 Verletzte (5 schwer) in der Präfektur Hyogo (6 leicht, 2 schwer Awaji-Shima ; 3 leicht, 3 schwer Honshu)
1 Verletzter in der Präfektur Okayama (Honshu)
2 Verletzte in Tokushima (Shikoku)

An der Küste wurde zudem kurz nach dem Erdbeben ein ungewöhnlich hoher Meeresspiegel registriert, was auf einen kleinen Tsunami schließen lässt. Schäden gab es aber keine.

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Update 14. April
Die Zahl der Verletzten ist konstant geblieben, auch wenn die meisten deutschen Medien von 22 oder 24 Verletzten reden, ist stand jetzt die offizielle Zahl bei 23 (Änderungen aber noch möglich)!
Die Zahl der beschädigten Häuser ist noch nicht offiziell belegt (Stand aktuell: 106). Medien berichten aber von deutlich mehr. Die Berichte reichen von 450 bis 1210 beschädigte Gebäuden. In dem Fall muss der Abschlussbericht der japanischen „fire and disaster management agency“ abgewartet werden.
Die Zahl 450 scheint im Moment die richtige zu sein, da sie auch von Chinesischen Medien aufgegriffen wird.
Demnach verteilen sich die beschädigten Gebäude wie folgt:

Präfektur Hyogo: 445 (davon 444 auf Awaji-shima [Awaji: 287; Sumono: 118; Minamiawaji: 39] und 1 auf Honshu (Akashi)
Präfektur Osaka: 4 (Hannan, Kaizaka, Higashi, Sakai)
Präfektur Tokushima: 1 (Kitajima)

202 Gebäude sind zudem von der Wasserversorgung abgeschnitten, bei etwa 30.000 Haushalten wurde die Gaszufuhr unterbrochen.

2 Straßen sind wegen Schäden gesperrt.

Stellenweise gab es Bodenverflüssigung.

Update 17. April:
Insgesamt gab es 32 Verletzte durch dieses Erdbeben. 8 von ihnen wurden schwer verletzt. Die Verletzten verteilen sich wie folgt auf die Präfekturen [verletzt (davon schwer)]:
Fukui: 1 (1)
Osaka: 5 (1)
Hyogo: 23 (6)
Okayama: 1 (0)
Tokushima: 2 (0)

Insgesamt wurden 31 Gebäude zerstört, alle in der Präfektur Hyogo (28 in Kobe, 3 in Awaki)
Beschädigt wurden 2541 weitere Gebäude in den Präfekturen Hyogo, Osaka, Tokushima

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Siehe auch:
Leichte Schäden nach Erdbeben in Japan (25. Februar 2013)
13 Verletzte nach Erdbeben auf Hokkaido (2. Februar)

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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