Über natürliche Erdbeben und ihre Kritiker

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An Tagen wie diesen, vor allem an Tagen wie diesen, besteht selbst bei Menschen, die sich weniger intensiv mit dem Thema „Erdbeben“ befassen, ein Drang nach Erklärung für all diese Ereignisse. Ereignisse, von denen man in den Wochen zuvor kaum etwas gehört haben, und nun (fast) täglich in der BILD zu lesen sind. Wenn im Iran, in China, Afghanistan und Pakistan Menschen sterben und selbst noch in Ungarn Gebäude zertört werden, dann kann das doch nicht (mehr) normal sein, oder? Da muss doch jemand nachgeholfen haben!

Die Frage beschäftigt zur Zeit sehr viele. So viele, dass selbst ein tragischer Gebäudeeinsturz in Bangladesch sofort von vielen mit einem Erdbeben in Verbindung gebracht wird. Bangladesch liegt ja „in der gleichen Ecke“, warum also nicht?

27 Erdbeben in 15 Tagen

Zum Zweiten: Nein, in Bangladesch hat es zur Zeit des Gebäudeeinsturzes kein Erdbeben gegeben.
Zum Ersten: Nein, „normal“ ist es nicht. Aber auch nicht so „unnormal“, dass es nicht mehr natürlich sein kann.
Es kommt immer auf die Sichtweise an. Aus der Sicht eines normalen Internetnutzers unserer Zeit, der vielleicht 15, 20 Jahre zurückblicken kann, bevor seine Erinnerung komplett verblasst, ist die Aktivität mit Sicherheit nicht normal! Wenn er sich an die letzten Erdbeben erinnern will, denkt er an Italien 2012, Japan 2011, Christchurch 2011, Haiti 2010, Italien 2009, China 2008, Sumatra 2004, Istanbul 1999 und, wenn er regelmäßiger N24 Zuschauer ist, an Kobe 1995. Und dann?
Was er in diesem Zeitraum überblicken kann, lässt unserem Internetnutzer nur einen Schluss zu: „Die Erdbebenativität nimmt in den letzten Jahren zu.“ Und das was zur Zeit (April 2013) in Asien passiert, bestätigt ihn in dieser Vermutung.
Wenn das wirklich alles wäre, müsste jeder mit Verstand dieser Behauptung zustimmen. Doch leider ist unser Internetuser auch nur ein Mensch, und kann nicht jedes einzelne Erdbeben im Kopf behalten. So passiert es, dass er allein zwischen 1999 und 2004 diverse Erdbeben in Taiwan, Iran, Algerien, Pakistan, Afghanistan, und und und mit jeweils vielen tausend Todesopfern vergessen hat.
Zum Vergleich lassen sich die Erdbeben mit mehr als tausend Todesopfern der letzten 6 Jahre an einer Hand abzählen: China 2008, Indonesien 2009, Haiti 2010, China 2010, Japan 2011. Ruhe. Bis heute.
Wenn man Erdbeben an der Opferzahl misst, ist kein Anstieg erkennbar. Zumal das offiziell tödlichste Erdbeben sich im 16. Jahrhundert in China ereignete.

Krieg gegen China?

China mal wieder. So wie zur Zeit auch. Sollte uns das etwa zu denken geben, dass die tödlichen Erdbeben dauernd in China auftreten?
Wenn wir davon ausgehen, dass die großen, tödlichen Beben alle von Menschenhand ausgelöst wurden, muss derjenige sicher etwas gegen die Chinesen haben. Im Klartext: Die Regierungen ist schuld. Wie immer, wenn was nicht „normal“ läuft. Der unwissende Mensch will nun mal eine Ursache für (sein) Unglück haben. Früher war es Gott, heute ist es Obama!
So wie eine „Göttliche Schöpfung“ wissenschaftlich anzuzweifeln ist, ist auch eine „Amerikanische Schöpfung“ wissenschaftlich anzuzweifeln. Doch so wie früher die „Hexen“ verbrannt wurden, werden heute die Wissenschaftler … ignoriert. Im Internet steht es ja anders. (Ups)
Aber was steht denn nun zu dem Thema im Internet?
„Erdbeben durch HAARP ausgelöst“
„Obama übt den tektonischen Krieg“
„Iran-Beben durch Atomtest verursacht“
„Geplante Reduzierung der Weltbevölkerung“
usw
Unterm Strich: Wissenschaftliche Ketzerei!
Damit eine Handlung durchgeführt wird, müssen mindestens zwei Bedingungen erfüllt sein.
1. Sie muss (technisch) durchführbar sein
2. Jemand muss diese Handlung (durchführen) wollen
Ohne Frage: Menschen haben in ihrer Existenz schon Erdbeben erzeugt. Doch waren diese weder geplant, noch gewollt. Sie waren immer ein unerwünschtes Nebenprodukt von Bergbau, Stauseen oder Explosionen.
Dass Erdbeben in naher oder ferner Zukunft irgendwann mal absichtlich verursacht werden können, ist nicht auszuschließen. Genauso wie Zeitreise. Aber dass es noch nie vorgekommen ist, ist eine wissenschaftliche Tatsache.

Erdbeben als Kriegswaffe?

Zum Ersten:
Stichwort: Erdbeben durch Atombomben
Eine beliebte Verschwörungstheorie, wenn man vom großen Tohoku-Erdbeben (mehr dazu später) redet. Denn spätestens seit Kim Jong Un erwachsen geworden ist, wissen wir, dass atomare Explosionen zu Erdbeben führen können. Aber: Alle bekannten nuklearen Erdbeben fanden in Tiefen von nur wenigen hundert Metern statt. Der Tiefe, in der die Bombe gezündet wurde.
Die Erdbeben, bei denen „Verschwörungsverdacht“ besteht, darunter auch die aktuellen, fanden fast alle in Tiefen statt, in der man keine Atombombe platzieren kann. Einfach weil man (bislang) nicht so tief bohren kann. Mehr als 14 Kilometer waren bislang nicht möglich.
Außerdem hätte man die Atombomben zum Epizentrum bringen müssen. Und wie soll das funktionieren, ohne aufzufallen?
Und um das Wichtigste nicht zu unterschlagen: Atombomben hinterlassen ganz spezielle „Muster“ im Seismogramm, woran diese zweifelsfrei zu identifizieren sind.
Stichwort: Teslas „Erdbebenmaschine“
Eine Tatsache, dass der berühmte Nikola Tesla im 19. Jahrhundert eine Maschine gebaut hat, mit der man durch Resonanz Festkörper zum Schwingen bringen kann. Wäre es da nicht auch möglich, größere Schwingungen im Erdkörper, also Erdbeben zu erzeugen?
Vielleicht. Aber mit vergangenen Erdbeben hat diese Apparatur nichts zu tun. Man hätte sie genau am Epizentrum platzieren müssen, usw. Wie auch bei der Atombombe sind hier sie Stichpunkte „Tiefe“, „Transport“ und „auffälliges Seismogramm“ zu beachten, von den Energie, die dieses Ding benötigt, ganz zu schweigen.
Stichwort: Erdbeben durch elektromagnetische Wellen (HAARP)
Bei Elektromagnetischen Wellen handelt es sich, grob gesagt, im jede Art von Licht. Diese haben verschiedene Wellenlängen, die von mehreren Metern (Radiowellen) bis in den Pikometerbereich (10^-12) (Gammastrahlung) reichen. Je kleiner die Wellen, umso mehr Energie tragen sie.
HAARP arbeitet überwiegend mit Radiowellen, deren Energie nicht mal für Mikrobeben reicht.
Die Energie, die bei dem Erdbeben der Stärke 7 in China frei geworden ist, beträgt etwa 2*10^16 Joule (oder anders: 20000000000000000 Joule).
Für Elektromagnetische Wellen gilt:
Energie=(h*c)/Wellenlänge <=> Wellenlänge=(h*c)/Energie
h (Planck-Konstante) und c (Lichtgeschwindigkeit) sind konstante Werte. Somit hat eine Elektromagnetische Welle, die die Energie eines Erdbebens der Stärke 7 besitzt, in der Luft eine Wellenlänge von etwa 8*10^-48 Metern (oder 0,000000000000000000000000000000000000000000000008 Meter).
Im Gestein ist die Wellenlänge noch ein wenig kleiner.
Wenn man diese Wellenlänge mit der von Kosmischer Strahlung vergleicht (~10^-15 m), die unabgeschirmt für alle Lebewesen tödlich sind, wieso gibt es dann noch Leben auf der Erde, wenn HAARP mit 8*10^-48 Meter kurzen Wellen rumschmeißt?
(Natürlich ist es nicht nötig, dass nur eine einzige Welle so energiereich ist. Aber auch bei dauerhafter Bestrahlung mit Milliarden von Photonen größerer Wellenlänge wird eine solche Energie, wie die durch ein Erdbeben freigesetzt wird, in einem kurzen Zeitraum niemals erreicht.)
Abschirmung? Wäre eine Erklärung, aber das wäre auch gleichbedeutend damit, dass die Welle nie im Leben in China ankommen wird. Würde unterwegs abgeschirmt werden und/oder töten. Speziell wenn man davon ausgeht, dass Erdbeben nicht an der Oberfläche, sondern viele Kilometer tief in der Erdkruste entstehen.
Ergo: Erschaffen kann man Erdbeben nicht mit Elektromagnetischen Wellen!
„Und die ganzen HAARP-Anzeichen?“, könnte jetzt ein Kritiker fragen, der sich auf seltsame Lichter, seltsame Wolken und seltsame Erscheinungen im Wetterradar bezieht.
Zum Radar: Es ist eine nicht-fehlerfreie Technik. Kleinste Fehler können dafür sorgen, dass das Radar irgendwas fälschlicherweise als Niederschlag anzeigt. Es ist auf jeden Fall kein „Angriff“. Computer machen Fehler, weshalb auch gelegentlich ein falsches Erdbeben in den Listen und auf den Karten von USGS und EMSC auftaucht, das kurze Zeit später wieder gelöscht wird, weil ein Mensch diesen Fehler bemerkt. (Womit wir den Punkt „Zensierte Erdbeben“ auch erledigt haben) Meteorologen und Seismologen können dies sicher besser erklären.
Zu den Wolken und den Lichtern sollte man sich nur an eine Erklärung wagen, wenn man Geophysik studiert hat. Habe ich nicht, also lasse ich es sein. Aber ein Zitat aus „Chronik der Erdbeben und Vulcan-Ausbrüche, Band 1“ von Karl Ernst Adolf von Hoff sei erlaubt.
Auf Seite 413 heißt es im Jahr 1752 „am 16. März um 11 Uhr Abends: Zu Stavanger in Norwegen eine ziemlich starke Erschütterung, dabei ein starkes Sausen in der Luft, und nach Osten zu ein ungewöhnliches Licht.
Sowie im gleichen Jahr: „am 14. April um 4 Uhr Abends. Zu Stavanger in Norwegen eine Erschütterung, beträchtlich stärker als die am 16. März. Sie dauerte einige Minuten. Vorher waren an dem sehr heiteren Himmel eine kleine schwarze Wolke im Westen aufgestiegen, die sich bald weit ausbreitete. Nach dem Beben erfolgte ein heftiger Wind, und darauf bis 8 Uhr Abends ein heftiges Gewitter mit Hagel.
Es darf bezweifelt werden, dass HAARP bereits im Jahr 1752 aktiv war.
Auch wenn im zweiten Zitat „nur“ ein aufziehendes Gewitter beschrieben wurde, zeigt es doch gut den Vergleich. Damals war ein Gewitter, weil noch unerforscht, etwas „unerklärliches“, „unnormales“ und wurde deshalb in einer Chronik zusammen mit dem ebenso „unerklärlichen“, „unnormalen“ Erdbeben in Verbindung gebracht. Und das gleiche tun wir heute mit seltsamen Wolkenformationen. Nur weil ein Laie sie noch nicht gesehen hat, sind die gleich HAARP. Vielleicht hat aber ein Meteorologe heute, vielleicht auch erst in 50 Jahren eine Erklärung dafür. Nur eines ist sicher: Wenn jeder an HAARP glaubt, wird es nie eine Erklärung dafür geben.
Somit ist gezeigt, dass man mit Elektromagnetischen Wellen keine Erdbeben erschaffen kann. Aber vielleicht auslösen?
Können Elektromagnetische Wellen vorhandene Spannungen in der Erdkruste lösen, so dass es ein Erdbeben gibt?
Antwort: Man weiß es nicht. Im Bereich der Quantenphysik gibt es noch viele Rätsel zu lösen. Aber sind wir realistisch: Die geringe Strahlung, von HAARP freigesetzt wird, ist nichts im Vergleich zur natürlich vorhandenen Kosmischen Strahlung, dem Sonnenlicht, oder auch den vielen Millionen Mobiltelefonen und ähnlichen Geräten. Warum sollte ausgerechnet HAARP es können? Nur, weil es die Amerikaner (angeblich) so wollen?
Womit wir allerdings zum Zweiten kommen: Warum sollten die Amerikaner ein Erdbeben auslösen wollen?

Ist HAARP eine Schutzmaßnahme gegen schwere Erdbeben?

Laut den ganzen Verschwörungstheorien ist HAARP eine Kriegswaffe, die dazu da ist, möglichst viele Menschen zu töten. Nur stellen sich dabei die Frage: Warum greift HAARP nicht gezielt Großstädte an?
Warum begnügt es sich mit 40 Toten im Iran, wo es doch in Istanbul 40.000 sein könnten?
Eine „Gläubige“ hat mir neulich gesagt, dass ein Erdbeben direkt in einer Großstadt zu auffällig wäre. Dann wüsste doch jeder sofort bescheid.
Wirklich?
Fest steht: Istanbul, San Francisco, Tokyo und vielen anderen wird seit JAHREN ein bevorstehendes Megabeben prophezeiht, weil die natürlichen Bedingungen in de Regionen es so ergeben, dass es dort diese Erdbeben gibt.
Was wäre daran auffällig, wenn sowieso seit Jahren vor einem NATÜRLICHEN Erdbeben gewarnt wird?
Um den anderen Punkt wieder aufzugreifen: Wenn HAARP töten will, und nur Spannungen lösen kann, warum tut es das dann? Wäre es nicht viel effektiver noch einige Jahre zu warten? Dann wäre das unvermeidliche Erdbeben deutlich stärker und deutlich zerstörerischer. Viel mehr Menschen würden sterben und das „Ziel“ wäre erreicht.
Aber, wenn man den Verschwörern glaubt, macht HAARP das nicht.
Betrachten wir HAARP daher von einem völlig falschen Standpunkt? Wenn es so ist wie beschrieben, ist HAARP eine Vorrichtung, die Menschenleben rettet, weil sie Megabeben verhindert, und stattdessen nur „kleinere“, weniger gefährliche Erdbeben auslöst.
(Wie?) Mit Elektromagnetischen Wellen Erdbeben auslösen (Warum?) um Menschen zu töten.
Das lässt sich also nicht vereinbaren.

Fukushima als eindeutiger Beweis für HAARP

Trotz aller wissenschaftlichen und ethischen Gegenargumente, gibt es ein Argument der HAARP Anhänger,

das in jeder Diskussion früher oder später auftaucht. Aber was genau beweist Fukushima, bzw. das Tohoku-Beben eigentlich?
Antwort: Im Kontext mit HAARP: Rein garnichts. Dass der Unterstützer dieser Aussage nur sehr wenig (wenn überhaupt) über Erdbeben weiß: Eindeutig.
Fangen wir von vorne an.Im Zusammenhang mit Fukushima wird auch immer wieder von der magischen 10 Kilometer Marke gesprochen. Nein, dies hat nichts mit sportlichen Ereignissen zu tun, sondern ist viel mehr eine Einladung für Verschwörungstheoretiker, Behauptungen aufzustellen, ohne weiter darüber nachzudenken. Erdbeben, die in 10 Kilometern Tiefe stattfinden, seien IMMER von HAARP verursacht. Warum: Weil dies der kritische Punkt für eingelagertes Wasser sei.
Verstanden? Nein? Nicht schlimm. Auch ohne über diese ziemlich sinnfreie Begründung nachzudenken, lässt sich die 10 Kilometer Theorie schnell widerlegen. Bei den vielen Erdbeben, die in der Zeit des Internets in 10 Kilometern Tiefe stattfinden, handelt es sich in vielen Fällen und falsche Daten. Geofon und USGS, sowie andere Erdbebendienste geben neben Magnitude und Epizentrum immer eine Tiefe an, in der das Erdbeben seinen Ursprung (Hypozentrum) hatte. Nur ist diese (genau wie Magnitude und Epizentrum) nicht innerhalb weniger Minuten präzise zu bestimmen. So wird häufig nur eine grobe Schätzung angegeben, die vom Computer durchgeführt wird. Weiß dieser: Das Erdbeben war flach / fand nahe an der Oberfläche statt, wird gerne eine vorher eingestellte Tiefe angegeben, die genau dies aussagt: Flaches Erdbeben, aber wie flach genau, wissen wir noch nicht. 10 Kilometer ist eine dieser „festen Tiefen“, die nach manueller Auswertung der Daten korrigiert wird. Sofern manuell ausgewertet wird, bzw sich ein präziserer Wert ermitteln lässt. Speziell bei Erdbeben moderater Stärke in abgelegenen Gegenden unseres Planeten ist dies nicht einfach. Denn tatsächlich finden abseits der Subduktionszonen wirklich viele Erdbeben in Tiefen zwischen 5 und 15 Kilometern statt. Was aber nicht an HAARP liegt, sondern an der Natur der Plattentektonik.
Zurück zu Fukushima: Auch dieses Erdbeben wurde in den ersten Minuten mit 10 Kilometern Tiefe angegeben.(Die Magnitude war zu Beginn ebenfalls falsch angesetzt, je nach Erdbebendienst M 7.1 bis 8.3) Erst später wurden Tiefe und Magnitude auf die richtigen Werte korrigiert: M 9.0 in etwa 30 Kilometern Tiefe.
Ein weiterer Punkt der Verschwörungstheoretiker ist der Vergleich mit dem Kobe-Erdbeben 1995 (M 6.9), welches trotz geringerer Magnitude deutlich mehr Schäden anrichtete als das Tohoku-Erdbeben.
Aber auch dies ist einfach zu erklären: Beim Kobe-Erdbeben brach eine sehr oberflächennahe Verwerfung auf, die direkt durch das Zentrum der Millionenstadt verläuft. Entlang dieser wurden die höchst möglichen Intensitäten auf der Mercalli Skala registriert – Selbst erdbebensichere Gebäude sind diesen Erschütterungen nicht immer gewachsen. Beim Tohoku-Beben wurde aufgrund der Distanz zwischen Epizentrum und Küste, sowie der Tiefe, eine geringere Intensität gemessen, dafür aber auf einer viel größeren Fläche. (In Kobe konzentrierten sich die Schäden auf die Stadt und das direkte Umfeld, das Tohoku Erdbeben verursachte Schäden in weiten Teilen von Honshu) Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Um auch auf die Ethik kurz einzugehen: Welchen Sinn hat die Elite darin gesehen, eine Region, entlang der japanischen Küste, durch einen Reaktorunfall unbewohnbar zu machen?

Fazit: Die aktuell hohe Erdbebenaktivität NICHT das Resultat einer Atombombe, NICHT das Resultat von einer Tesla-Erfindung und NICHT der Beginn eines tektonischen Krieges.

Bleiben nur zwei Möglichkeiten: Natürlicher Ursprung oder eine Schutzmaßnahme zur Rettung von Menschenleben.
Auch wenn die Wissenschaft hier eindeutig zu einem natürlichen Ursprung tendiert, (und auch der Verfasser dieses Textes eindeutig diese Erklärung bevorzugt) wird es nicht möglich sein, das andere zu widerlegen. Denn ob die Amerikaner gute Leugner sind oder nicht, ist nicht herauszufinden. Wie bei Gott ist es hier vorerst eine Frage des Glaubens an einen mächtigen Beschützer, der die Internetnutzer in Sichuan und im Iran vor einem größeren Unheil bewahrt hat. Selbst wenn die Amerikaner ihre positiven Absichten offenlegen, wird man Ihnen dann glauben? Im Internet steht es ja anders.

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Siehe auch:
Chronik der Erdbeben und Vulcanausbrüche, Band 1

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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