Aktuelle Falschmeldungen der Erdbebendienste

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Dass die moderne Seismologie nicht perfekt ist, zeigt sich immer wieder durch Fehlmeldungen der „Großen Drei“ EMSC, USGS und Geofon. Auch in den vergangenen Tagen waren diese Drei nicht fehlerfrei. Daher hier eine kleine Übersicht der (groben) Fehler, die in den Listen auftauchen:

Ein gestern für 13.51 Uhr vom EMSC (anfangs auch von GFZ) gelistetes Beben der Stärke 5,1 im Süden von Honshu ist eine Fehlmeldung! Das Epizentrum des angeblichen Erdbebens läge in der Meerenge zwischen Honshu und Shikoko. Vom JMA wurde zur besagten Zeit kein Erdbeben registriert, ebenso von USGS, GFZ hat es  später aus seinen Listen gelöscht. Nur bei EMSC ist es noch in der Karte zu finden.  

Das von GFZ und EMSC heute um 3.23 Uhr gelistete Beben der Stärke 4,4 im Norden von Yunnan (China) hatte in Realität nur M 3,2, wie die Chinesischen Medien mitteilen. Anfangs wurde die Stärke sogar nur mit M 2,9 angegeben. Die Tiefe von 80 Kilometern ist ebenfalls deutlich daneben. Ganze 72 Kilometer zu tief wurde das Beben eingeschätzt. Die Großen Drei sind bekannt dafür, dass sie bei Erdbeben in China gerne mal weit daneben liegen. Daher sollte man bei solchen Beben immer auch die Regionalen Erdbebendienste, wenn deren Seiten denn mal erreichbar und aktualisiert sind, (aktuell ist es nicht der Fall) als Quelle benutzen. 

Ein von GFZ und EMSC gelistetes Erdbeben der Stärke 4,7 gestern Morgen um 7.30 Uhr im Nordpolarmeer (Barents See) wurde von keinem Skandinavinschen Erdbebendienst bestätigt. Ebenso das USGS listet dieses Erdbeben nicht. Ein Seismogramm im Norden von Norwegen zeigt zur entsprechenden Zeit keinerlei Ausschläge. Ein gleichstarkes Erdbeben auf Fidschi 20 Minuten später ist jedoch deutlich erkennbar.
Fazit: Auch dieses Erdbeben ist eine Fehlmeldung!

–> Seismologie ist keine exakte Wissenschaft! Die Großen Drei leisten zwar gute Arbeit, sind aber nicht fehlerfrei. Daher sollte man wenn möglich im Zweifelsfall regionale Erdbebendienste als Zusatzinformationsquelle verwenden. Eine Übersicht der wichtigsten Erdbebendienste, haben wir hier zusammengestellt. 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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