Gewaltiges Erdbeben im Ochotskischen Meer (Russland) – Spürbar in Japan, Indien und Moskau – Schadensmeldungen aus Westrussland

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Ein Erdbeben der Stärke 8,2 erschütterte soeben das Ochotskische Meer westlich von Kamtschatka.

Nach Angaben von USGS hatte das Beben eine Tiefe von 609 km. Die Russischen Behörden nennen Magnitude 8,7.

USGS errechnete Intensität V für weite Teile von Kamtschatka. Das Beben war auch auf dem russischen Festland spürbar, ebenso in weiten Teilen von Japan.

Tiefe Erdbeben haben die Eigenschaft, in einem extrem großen Gebiet wahrgenommen zu werden. Bei EarthquakeReport haben sich Zeugen aus Indien, Hawaii und Kanada gemeldet.

Messbojen haben vor der Küste von Kamtschaka einen Tsunami registriert!

Ebenfalls vor den Küsten von Hawaii und Alaska wurden Tsunami-Wellen registriert, teils mehrere Meter hoch! Hoffentlich ist das ein Messfehler.

Messbojen vor allen Küsten des Nordpazifiks zeigen Veränderungen im Meeresspiegel an. Vermutlich sind dies Messfehler, ausgelöst durch das Erdbeben. Eine offizielle Tsunami-Warnung gibt es zur Zeit nicht.

Update:
Vor der Küste von Russland ist definitiv ein (kleiner?) Tsunami unterwegs. Die Messungen von Hawaii und Alaska sind Fehlsignale.

Update:
In Petropavlovsk auf Kamtschatka war das Erdbeben deutlich spürbar. Auch in den Hochhäusern von Moskau war das Erdbeben wahrnehmbar. Die Russische Regierung hat eine Tsunamiwarnung für das Ochotskiche Meer herausgegeben.

Update:
Die Tsunami-Warnung für Russland wurde bereits wieder aufgehoben.

Update:
Weitere Zeugenberichte kommen aus St. Petersburg und China. Möglich, dass das Erdbeben auch in europäischen Städten wahrnehmbar war. Zumindest in den oberen Etagen von Gebäuden.
Schäden wurden noch nicht gemeldet, ebenso ein Tsunami.

Update:
Erste Zeugenberichte gibt es nun auch aus Finnland.
In Moskau wurden wegen dem Erdbeben sogar Gebäude evakuiert.

Update:
Die Stärke des Erdbebens wurde vom EMSC auf 8,3 nach oben korrigiert. USGS bleibt bei 8,2.

Update:
Russische Medien berichten, dass das Erdbeben auch in Rumänien wahrgenommen wurde.
Diverse chinesische Provinzen haben das Erdbeben ebenfalls wahrgenommen, darunter Sichuan, ebenso fast ganz Japan. Schäden gab es bislang keine.
Neben Bürogebäuden in Moskau wurde auch ein Gebäude in Tula, etwa 170 km südlich von Moskau evakuiert.

Update:
Die Sichtung von Schäden in Russland läuft noch. Es dauert ein paar Stunden ein ganzes Land zu überprüfen. Bislang wurden keine Gebäudeschäden gemeldet. Auch in Japan, China und Indien wurden keine Schäden festgestellt. Daher hier ein Überblick über die Regionen, die vom Erdbeben beeinflusst wurden.
Verbreitet spürbar in:
Russland (u.a.: St. Petersburg, Moskau, Novosibirsk, Petropavlovsk-Kamchatsk)
Japan (u.a.: Sapporo, Sendai, Tokyo, Yokohama)
In weiten Teilen spürbar in
China (u.a.: Peking, Chengdu)
Indien (u.a.: Neu-Dehli, Chennai)
Kasachstan (u.a.: Astana, Aralsk)
Regional spürbar in:
Rumänien
Nepal (Katmandu)
Ukraine (Kiew)
Kanada (Toronto)
Kirgisistan
Einzelne Meldungen aus:Finnland (u.a. Tampere)
Dänemark
Italien (u. a. Mailand)
Mexiko
Australien (Melbourne)
Türkei (Istanbul)

Nachbeben waren bislang kein großes Thema. Am Epizentrum kam es zu weitren tiefen Erdbeben, zwei davon über Stärke 4. Vor der Ostküste von Kamtschatka kam es zu einem weiteren Beben der Erdbebenserie. Ob da ein Zusammenhang besteht ist nicht klar. Ebenso gab es ein Erdbeben vor der Küste von Japan. Auch da muss kein Zusammenhang bestehen.
Deutlicher ist der Zusammenhang bei einem Erdbeben der Stärke 2 nahe Moskau.

Update:
Weitere Berichte von evakuierten Gebäuden kommen aus Murmansk und Ufa. Zudem soll eine Forschungsstation in der Arktis evakuiert worden sein, weil das Meereis durch das Bebe Risse bekommen hat.

Update 13.10 Uhr:
Nach mehreren Stunden kommen nun die ersten Schadensmeldungen:
In der Stadt Samara (6100 km westlich vom Epizentrum) ist ein historisches Gebäude schwer beschädigt worden. Es musste geräumt werden.
In Moskau (6400 km) soll sich ein Riss in einem Gebäude gebildet haben.
In St. Petersburg musste eine Person in einem Büroturm wegen Übelkeit durch das schwingende Gebäude ärztlich betreut werden.

Update 13.27 Uhr:
Eine weitere Schadensmeldung kommt aus Jakutsk in Sibirien, nur 1500 Kilometer vom Epizentrum entfernt. Dort trat ein Riss in einer Brücke auf.

Update:
Als Nachtrag zu den Evakuierungen noch die Meldungen aus der Chinesischen Provinz Heilonjiang, wo wegen dem Erdbeben eine Schule evakuiert wurde.

Schwarmbeben, Hauptbeben und Nachbeben vor Kamtschatka

Update 17.09 Uhr:
Ein Nachbeben der Stärke 6,4 ereignete sich mehrere duzend Kilometer südlich vom Hauptbeben. Es hatte ebenfalls eine Tiefe von über 600 Kilometern. (Karte)

Update:
Die Stärke des Nachbebens wurde auf 6,7 korrigiert. Die Russischen Behörden nennen Magnitude 7,2. Es besteht keine Gefahr durch das Erdbeben. Der westliche Teil von Russland wird nichts mitbekommen haben.

Update 17.50 Uhr:
Nach vorläufigen Angaben wurden an insgesamt 17 Gebäuden in Samara Schäden nachgewiesen. Ob aber alle von dem Erdbeben stammen oder einige schon älter sind, ist noch nicht bekannt.

Update:
Analyse des Erdbebens
http://www.juskis-erdbebennews.com/2013/05/m-83-im-ochotskischen-meer-erdbeben-der.html

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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