Kamtschatka: Viele starke Erdbeben – Vorbereitungen auf ein Megabeben laufen

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19. Mai
Die bereits erwähnte Erdbebenserie vor Kamtschatka hat sich weiter gesteigert. 7 Erdbeben wurden in den letzten 3 Stunden registriert. Das stärkste um 20.44 Uhr. Es hatte nach vorläufigen Angaben Magnitude 6,0 und eine Tiefe von 19 Kilometern. Es war wahrscheinlich in Kamtschatkas Hauptstadt spürbar. Schäden sind aber nicht zu erwarten. Es wird spannend wie sich die Lage weiter entwickelt.

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Update 20. Mai:
In der Nacht hat es wie erwartet weitere starke Erdbeben gegeben. Seit dem 6er Beben gab es 28 weitere Erdbeben über Magnitude 4,5. Das stärkste hatte nach EMSC-Angaben Magnitude 5,6.
Der Schwerpunkt der Erdbeben liegt weiterhin vor der Küste (Siehe EMSC-Karte oben Rechts), allerdings gab es auch einzelne Erdbeben näher an der Küste und somit auch in größerer Tiefe. (Siehe GoogleEarth-Karte links)
Viele der größeren Erdbeben waren in der Regionalhauptstadt Petropavlovsk-Kamchatsky und Umgebung deutlich spürbar. Die Menschen vor Ort sind dementsprechend besorgt. Schlulen und Universitäten wurden fürs Erste geschlossen. Menschen verlassen ihre Häuser, teilweise sogar die Stadt.
Die Regierung hat auf diese Erdbebenserie reagiert und eine offzielle Erdbebenwarnung herausgegeben. Demnach sei ein Erdbeben über Magnitude 7 in den nächsten 7 Tagen sehr wahrscheinlich. Die Menschen sollen sich entsprechend vorbereiten. In den russischen Medien werden die Verhaltensweisen im Worst Case erklärt, sowie Vorbereitungsmaßnahmen erläutert. Seit der Sowjetzeit gibt es auf Kamtschatka regelmäßig Erdbebenübungen, somit werden die meisten Menschen wissen was zu tun ist. 
Zudem warnte die Regierung, dass im Falle eines schweren Erdbebens ein 5-8 Meter hoher Tsunami die Stadt treffen könne.
Gleichzeitig wurden die Menschen beschwichtigt, dass sie ihre Häuser nicht verlassen müssten. Alle Gebäude seien bis Intensität IX ausgelegt. Bei einem Erdbeben unter Magnitude 7,5 bestünde keine Gefahr.
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Update 21. Mai, 06.03 Uhr:
Heute Nacht haben die Bewohner an der Ostküste Kamtschatkas vermutlich ziemlich unruhig geschlafen.
Um 1 Uhr heute Nacht M5.6
3h55 das stärkste Beben mit M6.0
Kurz nach fünf dann nochmal ein Duo mit  M 5,7 und M 5,9.

Das dürfte sogar den tiefsten Schlaf stören.

Update 7.18

Kurz vor sieben jetzt das nächste M6.0 Beben 37 km tief.

Update 8.04

7.43 nochmals M6.0 mit 37 km Tiefe

Update 9.41 Uhr
Die Erdbeben werden häufiger. Die Vorbereitungen auf ein verheerendes Erdbeben vor der Küste von Kamtschatka laufen. Es wurden Notfallreserven angelegt, um Betroffene nach einem Erdbeben versorgen zu können. Retungsteams stehen auf Abruf bereit. Warnsysteme wurden getestet. Alles laufe einwandfrei. Die Bevölkerung wird durch die Medien intensiv über das richtige Verhalten bei und nach einem schweren Erdbeben, sowie bei einem drohenden Tsunami unterrichtet. Mittlerweile geben erste Experten in den Medien die Orte in Petropavlovsk-Kamchatsky bekannt, die bei einem Erdbeben am sichersten sind und welche nicht. Alte Gebäude, die vor, während oder kurz dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden (1937 bis 1962), seien bis Magnitude 7,5 ausgelegt. Gebäude, die danach gebaut wurden, sollen Erdbeben bis Magnitude 8 standhalten. Neue Gebäude seien die sichersten. Selbst Erdbeben der Stärke 9 oder mehr seien für diese ungefährlich. Jedoch gibt es lokale Unterschiede. Gebäude am Stadtrand, die auf den Hügeln gebaut sind, seien durch die Bodenbeschaffenheit weniger bedroht, als diese direkt an der Küste oder in Flusstälern. Dort sei zudem die Gefahr eines Tsunamis präsent. Es gebe aber Noträume in sicheren Gebieten, wo die Menschen inerhalb kurzer Zeit hin evakuiert werden könnten.
Kamtschatka ist dementsprechend gut auf ein mögliches Erdbeben vorbereitet. Dennoch sind die Menschen nervös. Mit jedem neuen Erdbeben steigt die Sorge. Ob und wann es in nächster Zeit zum Megabeben kommt, kann aber niemand sagen.
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Update 22. Mai 15.10 Uhr:
Die seismische Aktivität auf Kamtschatka war seit gestern deutlich geringer als in den Tagen zuvor. Seit dem letzten Update wurden nur 13 Erdbeben über Magnitude 4 registriert. Das Stärkste hatte Magnitude 5,6.
Zu beobachten ist zudem eine leichte Verlagerung der Epizentren nach Norden.

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24. Mai: Erdbeben der Stärke 8,3 im Ochotskischen Meer

Siehe auch:
Das Erdbebenrisiko vor Kamtschatka (19. Mai 2013)
Verhalten bei einem schweren Erdbeben (auf Russisch)
Verhalten bei einem schweren Erdbeben (auf Deutsch)

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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