Deutschland: Erdbeben der vergangenen Tage

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Das verheerende Hochwasser ist das bestimmende Thema in Deutschland. Doch im Schatten diser verheerenden Naturkatastrophe waren in den vergangenen Tagen immer wieder leichte Erdbeben zu verzeichnen, wovon überwiegend die Regionen betroffen waren, die von der Flut (bislang) verschont wurden. Eine Übersicht:

Heute morgen um 1.34 Uhr traf es Frankfurt am Main. Das Erdbeben mit Stärke 1,8 hatte sein Epizentrum im Stadtteil Bornheim nahe der Grenze zu Seckbach, nur wenige Meter von der A 661 entfernt.
(Karte)

Gestern Abend um 18.10 Uhr traf ebenfalls ein Erdbeben der Stärke 1,8 das Deutsch-Französische Grenzgebiet, 14 km südwestlich von Merzig (Rheinland-Pfalz) und 35 km südöstlich von Luxemburg.
(Karte)

Im Berchtesgadener Land kommt der Hochwasser- und Niederschlaginduzierte Erdbebenschwarm langsam in Fahrt. In den letzten 3 Tagen wurden 8 Erdbeben registriert. In den letzten Mai-Tagen gab es weitere. Das stärkste hatte Magnitude 1,6. Das Epizentrum dieses Bebens lag nahe Ramsau. Die Seismogramme der Region lassen jedoch erahnen, dass es vor allem rund um den Hochstaufen viele weitere kleine Erdbeben gab, die noch nicht gelistet wurden. Hier das Seismogramm von heute morgen 2 bis 8 Uhr Ortszeit. Link

Am 3. Juni um 9.38 Uhr ereignete sich ein leichtes Erdbeben in den rheinland-pfälzischen Ausläufern des Taunus. Das Epizentrum lag im Rhein-Lahn-Kreis nahe der Stadt Weisel, etwa 18 Kilometer nördlich von Bingen am Rhein. (Karte)

Ein paar Tage zurück, am 31. Mai fand gegen 22 Uhr ein kleiner Erdbebenschwarm in der Eifel statt. Das stärkste dieser Beben hatte nach unterschiedlichen Angaben Magnitude 1,4 bis 1,5. Die Epizentren lagen in einem Waldgebiet, etwa 8 Kilometer südwestlich von Bad Neuenahr – Ahrweiler. Unweit davon, etwa 9 Kilometer weiter südöstlich, kam es einige Tage vorher bereits zu einem Erdbebenschwarm. Zusammenhang nicht ausgeschlossen (Karte)

Am gleichen Tag um 11.38 Uhr traf es den Taunus etwa 10 Kilometer nördlich von Wiesbaden nahe der Stadt Niedernhausen mit M 1,2. (Karte)

Von keinem der genannten Erdbeben ist bekannt, dass es spürbar war (Falls doch, würden wir uns über eine kurze Rückmeldung als Kommntar freuen). Schäden gab es nicht.
Diese Aktivität von kleinen Erdbeben unter Magnitude 2 ist in Deutschland nicht ungewöhnlich. Dennoch sollte man immer bedenken, dass es in der Vergangenheit in allen genannten Regionen schon größere Erdbeben gab, die sich irgendwann wiederholen werden. Die kleinen Beben kann man als Warnung betrachten. Vor allem in der Rhein-Main Region, in den vergangenen tausend Jahren mehrfach von starken Erdbeben betroffen, sollte man auf den Notfall vorbereitet sein. Gerade weil es schon sehr lange sehr ruhig ist. Irgendwann wird der Notfall kommen. Das Hochwasser hat gezeigt, wie schnell es gehen kann.

Informationsquelle(n): erdbeben-in-bayern.de, seismo.uni-koeln.de, lgb-rlp

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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