Erdbebenschwarm an der Grenze von Alaska und Kanada

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In den vergangenen Tagen kam es im gebirgigen Süden von Alaska, sowie in der kanadischen Grenzregion Yukon, zu einem Erdbebenschwarm, der zur Stunde andauert. Entlang der Nordflanke vom Mt. Giggs ereigneten sich seit Sonntag mehrere Duzend kleine bis moderate Erdbeben, die alle nur eine geringe Tiefe auswiesen. Drei der Beben überschritten Magnitude 4.
Die Region ist nur dünn besiedelt, daher kam es bislang noch nicht zu Schäden.
In der Nähe der Epizentren befindet sich der Vulkan Churchill. Ursprung des Schwarmes ist allerdings ein Verwerfungssystem, dass zu den größten seiner Art weltweit gehört. 

Epizentren der Schwarmbeben
+ Verlauf der Verwerfungen
Die Denali-Verwerfung ist neben der San Andreas Verwerfung die größte Verwerfung, an der eine seitliche Plattenbewegung stattfindet, in Nordamerika. Sie zieht sich von den vorgelagerten Inseln im Süden von Alaska bis ins Inland nahe des Polarkreises. Die Totschunda-Verwerfung ist ein Nebenarm, der sich über 250 km Länge vom Wrangell Gebirge, bis zur Kanadischen Seite von Riggs Mountain erstreckt, genau dort wo es aktuell zum Erdbebenschwarm kommt.
Dieses Verwerfungssystem war im Jahr 2002 Schauplatz des größten kontinentalen Erdbebens in Nordamerika seit Jahrhunderten. Bei dem Beben der Stärke 7,9 brachen die Verwerfungen auf einer Länge von 300 km auf, die Plattensegmente verschoben sich um bis zu 9 Meter.
Wie alle Beben dieser Größenordnung, bestand auch dieses aus mehreren Subereignissen. 

ShakeMap des Denali-Beben 2002

Es begann mit einem Bruch an der bis dahin unbekannten Susitna Glacier Verwerfung. (dort kam es allerdings nicht zu einer horizontalen Verschiebung) Dieser dehnte sich mit 11000 km/h entlang der Denali-Verwerfung aus, wo zwei Teile der Verwerfung (horizontal) aufbrachen. Schließlich kam es auch noch zu einem Aufbrechen von einem Teil der Totschunda-Verwerfung.

Infolge dessen kam es an vielen Orten nahe der Verwerfung zu Schäden, auch noch um 111 km entfernten Fairbanks. Straßen, Brücken und Versorgungsleitungen, die die Verwerfung querten, wurden zerstört. Erdrutsche und Lawinen wurden ausgelöst. Das Beben war bis in den US-Bundesstaat Washington spürbar. Verletzt wurde bei dem Beben nur eine Person.
In verschiedenen Seen in diversen US-Bundesstaaten wurden stehende Wellen (Seiche) ausgelöst, die teils zu Überschwemmungen an den Ufern der Seen führten.
Als Spätfolgen des Bebens kam es zu erhöhter seismischer Aktivität in Vulkangebieten der USA, u.a. an Vulkanen der Kaskadenkette und im Yellowstone, sowie im Raum Seattle, San Francisco und Utah.
Der südliche Teil der Totschunda-Verwerfung, wo der Erdbebenschwarm stattfindet, war vom damaligen Beben nicht betroffen.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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