Starkes Erdbeben in Uganda / Kongo – Gebäudeschäden in Hoima

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes
Zeitpunkt des Erdbebens (UTC): 2013-07-03 19:21:46.0 UTC´


Magnitude: 5.8


Tiefe (vorläufig): 10 km


Sachschaden: 3 (geschätzt; siehe Erdbebendatenbank


Weitere Informationen:

Das Epizentrum lag, wie das des gestrigen M 5,2, im Lake Albert an der Grenze von Uganda und vom Kongo. Es ist an den Ufern des Sees auf beiden Seiten der Grenze mit schweren Schäden zu rechnen, auch weiter vom Epizentrum entfernt, wenn die Magnitude hoch bleibt und nicht korrigiert wird. Die Tiefe des Bebens war nur gering.

Update 21.38 Uhr:
Nach Zeugenangaben dauerte das Erdbeben in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, mehr als eine Minute. Vermutlich war das Beben auch in Ruanda (Kigali), sowie im Südsudan (Juba) spürbar.
GFZ hat die Magnitude auf 5,8 korrigiert.

Update 21.52 Uhr:
Auch wenn EMSC zur Zeit eine Tiefe von 200 Kilometern angibt: Dies ist falsch! Das Beben war flach, tiefe Beben sind aufgrund der Tektonik der Region nicht möglich, auch wenn es ebenfalls vermutlich nicht möglich sein wird, die genaue Tiefe zu bestimmen, wegen mangelnder Überwachung der Region. (Daher die gerundete Angabe 10 km)

Update 21.58 Uhr:
Auch in Teilen von Tansania war das Erdbeben spürbar.
Wir erwarten heute keine Schadensmeldungen mehr. Die Region am Albert See ist sehr dicht besiedelt, allerdings nicht sehr modern. Die Gebäude sind überwiegend aus Lehm und Stroh gebaut, somit sehr einsturzgefährdet, auch bei kleineren Beben. USGS hat noch keine Daten veröffentlicht. Eine ShakeMap würde die Gefährlichkeit des Bebens bestätigen.

Update 22.15 Uhr:
USGS gibt nun M 5,9 an. Tiefe unbekannt. (33km)

Update 22.26 Uhr:
USGS gibt nun Magnitude 5,7 an. Die Shakemap ergibt MMI V bis VI für die Küstenregionen des Lake Albert.

Update 04. Juli, 08.48 Uhr:
Aus dem Distrikt Hoima direkt östlich vom Albert See werden beschädigte Gebäude gemeldet.
Verbreitet gab es in Uganda Panik.
In der Nacht kam es am Albert See zu einem weiteren Erdbeben der Stärke 5,4, bei dem erneut schwere Schäden möglich sind.

Ostafrikanischer Graben
mit Vulkane (rote Dreiecke) 

Update 10.15 Uhr: Zur Entstehung der Erdbeben: 

Uganda, genauer gesagt Lake Albert, liegt exakt im Ostafrikanischen, eine Region, an der ähnlich wie am Mittelatlantischen Rücken mehrere Kontinentalplatten auseinanderbewegen. Im Falle vom Lake Albert sind es die Somalia-Platte, auf der Uganda liegt, und die Afrikanische Platte, auf der der Kongo liegt. Die Plattengrenze zieht sich vom Arabischen Meer im Norden, durch Eritrea, Dschibuti und Äthiopien. Dort teilt sie sich in zwei Arme. Der westliche Arm ist der seismisch aktivere. Dieser beginnt bei Juba im Südsudan und bildet dann die Grenze vom Kongo zu Uganda, Ruanda, Burundi und Tansania, wo er wieder mit dem östlichen Arm zusammenläuft. Innerhalb des Grabens bildeten sich neben dem Lake Albert noch weitere Seen, unter anderem Lake Kivu und Lake Tanganyika. Entlang des Grabens kommt es nicht nur zu regelmäßigen Erdbeben, sondern auch zur Bildung von Vulkanen. Die meisten davon gibt es im nördlichen und östlichen Teil. Rund um den Albert Lake gibt es nur Fort Portal, ein Vulkan, der zuletzt vor 4000 Jahren aktiv war. Die Erdbeben treten, wie an anderen Mittelozeanischen Rücken üblich, häufig in Schwärmen auf, die sich über mehrere Wochen und Monate ziehen. Dabei gibt es mehrere Hauptbeben mit ähnlichen Magnituden, so wie es zur Zeit zu beobachten ist. Im Gegensatz zu Beben im Atlantik sind solche Schwärme in Ostafrika sehr gefährlich, da sie in einer recht dicht besiedelten Region mit schlechter Bauweise stattfinden. Die Folge waren in der Vergangenheit schwere Schäden und viele Todesopfer. Beim aktuellen Schwarm wird allerdings auch die Ölförderung in der Region als Mitverursacher in Betracht gezogen.

Update 11.59 Uhr:
In manchen Medien wird nun spekuliert, dass der Erdbebenschwarm ein Anzeichen eines Vulkanausbruchs im Lake Albert sein kann, so dass eine neue Insel entsteht. Ausgeschlossen ist dies nicht, der Ausbruch des Vulkans Nabro (Eritrea) erfolgte auch unmittelbar nach einem solchen Schwarm. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.

Update 05. Juli, 10.19 Uhr:
Das folgende Video erklärt die Hintergründe zum Erdbeben. Zudem zeit es zerstörte Gebäude. Ob diese Schäden durch das aktuelle Erdbeben entstanden sind, bleibt aber offen.

wird fortgesetzt… (aktualisieren)

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Siehe auch:
Erdbeben am Lake Albert zerstört mehrere Gebäude (3. Juli 2013)

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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