Moderates Erdbeben bei Innsbruck (Österreich) – Spürbar im Süden von Bayern (Region Mittenwald) – Geringe Schäden

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende dieses Berichtes

Ein Erdbeben der Stärke 3,7 ereignete sich um 12.44 Uhr nahe der österreichischen Stadt Innsbruck (Tirol). Das Epizentrum lag 12 km nordöstlich der Stadt, unweit der deutschen Grenze. Vermutlich war das Beben auch in Teilen von Bayern (Garmisch-Patenkirchen und Mittenwald) spürbar.
Die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gibt Magnitude 3,5 und eine Tiefe von nur 3 km an. Entsprechend stark wahrzunehmen war das Beben.

Falls einer unserer Leser aus Deutschland oder Österreich das Beben spürte, würden wir uns über einen Kommentar freuen.

Hier ein Seismogramm aus Oberstdorf, auf dem das Erdbeben deutlich zu sehen ist.

erdbeben-in-bayern.de

Update 13.11 Uhr: Um es genauer zu sagen lag das Epizentrum im Karvendel, nur wenige Kilometer von Hall in Tirol entfernt. Mittenwald liegt etwa 22 km nordwestlich des Epizentrums.
Lage des Epizentrums
Update 13.14 Uhr:
Nach Informationen des ORF ist es stellenweise zu Panik gekommen. Menschen rannten aus ihren Häusern. In einem Haus im Innsbrucker Stadtteil Rossau sei ein Riss entstanden.
Erdbeben in der Region Innsbruck sind keine Seltenheit. In den vergangenen Jahrzehnten hat es dutzende Beben dieser Stärke gegeben. Eines der verheerendsten ereignete sich im Jahr 1689, dabei starben 19 Menschen.
Das heutige scheint aber aufgrund der geringen Tiefe besonders heftig gewesen zu sein.

Update 13.20 Uhr:
Dies ist bereits das zweite größere Beben in Österreich dieses Jahr. Im Frühjahr sorgte ein Erdbeben der Stärke 4,5 an der Grenze zu Slovenien für leichte Schäden im Süden von Österreich.

Update 13.21 Uhr:
ZAMG hat nun das Erdbeben auf Magnitude 3,6 heraufgestuft.
Vor zwei Tagen kam es an gleicher Stelle bereits zu einem kleinen, nicht spürbaren Erdbeben der Stärke 1,2.

Update 13.26 Uhr:
Der Riss, von dem ORF berichtet, ist nur ein Riss im Putz, ein kleiner sogar nur. Weiterhin sollen von Hauswänden Putzstücke herabgefallen sein. Erdbeben“schäden“ der kleinsten Sorte bislang. Hoffentlich kommen keine größeren Schadensmeldungen nach.

Update 13.30 Uhr:
Wie wir auch von einer Leserin erfahren haben, kam das Beben für die meisten Menschen ziemlich überraschend. Das typische Verhalten eines Mitteleuropäers, wenn man so sagen darf 🙂
Erdbeben sind hier im globalen Vergleich selten, dennoch sollte man immer auf sowas vorbereitet sein. Denn auch wenn es heute ungefährlich blieb, was großes und gefährliches wird sich irgendwann in ferner (oder naher?) Zukunft ereignen. Die größten Chancen unverletzt zu bleiben haben dann diejenigen, die richtig handeln.

Update 13.34 Uhr:
ZAMG hat um 13.06 Uhr ein Nachbeben der Stärke 1,8 registriert. Vermutlich war es nicht spürbar. Die Menschen in der Region um Innsbruck sollten sich aber darauf einstellen, dass es in den kommenden Tagen noch zu spürbaren Nachbeben kommen kann. So „heftig“ wie heute wird es aber höchstwahrscheinlich nicht.
Das Hauptbeben wurde auf 3,7 nach oben korrigiert. (Tiefe 4 km)

Update 13.40 Uhr:
Aktuell, knapp eine Stunde nach dem Beben scheint es laut Medienberichten so, dass es rund um Innsbruck glimpflich ausgegangen ist. Jedoch ist dies noch ein früher Zeitpunkt. Von früheren Erdbeben wissen wir, dass es einige Stunden dauert, bis das ganze Ausmaß der Schäden bekannt wird.
Sorgen machen uns auch mögliche Steinschläge in den umliegenden Bergen, wovon Wanderer verletzt werden könnten. Aber darüber gibt es zur Zeit glücklicherweise keine Berichte.

Update 13.58 Uhr:
Ein Dank an unsere Leser, die uns ihre Zeugenberichte geschrieben haben. Sie sind als Kommentar unter diesem Bericht veröffentlicht. Glücklicherweise scheint es bei niemandem Schäden gegeben zu haben.

Update 14.06 Uhr:
Es wird berichtet, dass viele Menschen (aus Angst) nach dem Erdbeben die Feuerwehr oder die Polizei riefen. Eine verständliche Handlung, wenn man nicht weiter weiß. Dennoch ist davon abzuraten, wenn man selbst nicht betroffen ist, also nicht verletzt ist und keine Schäden am Haus oder beim Nachbarn zu sehen sind. Denn dadurch werden Leitungen blockiert, so dass Menschen, die tatsächlich Hilfe benötigen, nicht durchkommen. Um sich sicher zu sein, was man gerade erlebt hat, reicht meistens ein Telefonat mit Familienmitgliedern in der Nähe. Von unseren Lesern wird auch die Kommunikation mit den Nachbarn über Balkone berichtet. Oder man schaut einfach im Internet. Bei den seismologischen Instituten (ZAMG, EMSC, Geofon) findet man meist Minuten nach dem Beben Informationen.

Update 14.11 Uhr:
ZAMG listet drei weitere Nachbeben in den Minuten nach dem Hauptbeben. Magnitude 0,3 – 0,9, alles außerhalb des menschlichen Wahrnehmungsbereiches.

Update 15.08 Uhr:
In den letzten Minuten gab es kaum neue Meldungen. Es ist wohl davon auszugehen, dass es bei den minimalen Schäden bleibt, auch wenn das, wie oben bereits erwähnt, erst in den nächsten Stunden, wahrscheinlich erst morgen fest steht.

Update 16.15 Uhr:
Zusammenfassend kann man bisher sagen, dass in zwei Gebäuden Risse in Wänden / im Putz auftraten. An anderen Gebäuden fiel Putz herab. Weitere Schäden sind uns nicht bekannt.

Update 16.33 Uhr:
Nochmals ein Nachtrag zu den Erdbeben rund um Innsbruck in der Vergangenheit: Auf nebenstehender Karte sind die Erdbeben der letzten 40-50 Jahre dargestellt, die kleineren roten Kreise zeigen Beben zwischen Stärke 3 und 3,9 und die größeren Kreise Beben zwischen Stärke 4,0 und 4,5. Das heutige Beben ist separat eingezeichnet. (Daten: USGS; Karte: Google Earth)

Update 16.53 Uhr:
EMSC hat das Erdbeben auf 3,2 nach unten korrigiert, seltsamerweise. Die Aussagen des lokalen seismologischen Instituts, in de Fall ZAMG, sind im Normalfall immer vertrauenswürdiger.
USGS nennt ebenfalls Magnitude 3,2, sieht das Epizentrum aber noch ein wenig weiter westlich.

Update 10. August 10.18 Uhr:
Medien berichten von weiteren leicht spürbaren Nachbeben in den vergangenen Stunden. ZAMG listet zur Zeit keine weiteren Nachbeben.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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