Neuer "Geysir" bei Rom: Über den Erdbebenschwarm und die Prediger einer Katastrophe

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Als sich am Samstag in der Nähe des römischen Flughafens Fiumicino plötzlich die Erde aufgetan und Gas gespuckt hat, öffneten sich auch die Türen für Prediger einer bevorstehenden Apokalypse, zumindest eine Apokalypse für Rom. Und dabei werden (natürlich) wichtige Details vergessen, die zeigen, dass alles viel harmloser ist, als es scheint.

Was ist passiert?

Direkt am Ende der Landebahn des römischen Flughafens Fiumicino erschien am Samstag plötzlich ein Loch in Mitten eines Kreisverkehres, aus dem Gase und Schlamm aufstiegen. Von lokalen Medien wird es als Geysir bezeichnet. Das Loch, gut ein Meter groß, wurde von der alarmierten Feuerwehr abgesperrt.
Eine Untersuchung der Gase ergab, dass es ein Gemisch aus Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Methan (was den Gestank erklärt) ist.
Erste Vermutungen, eine Gasleitung sei gebrochen, haben sich nicht bestätigt.
Bleiben damit zwei Ursachen: Natürliche Gaseinlagerungen und vulkanische Aktivität. Daher wird dieses Loch, wo die Gasemissionen mittlerweile zurückgehen, auch von Vulkanologen untersucht.

Und genau hier wird ein von den Predigern ein Schnitt gemacht, denn vulkanische Aktivität mitten in Rom reicht für eine Sensationsmeldung.

Die Wahrheit ist aber: Solche Ereignisse sind weder in Rom noch im gesamten Süden von Italien eine

Seltenheit.
Fumarolen / Geysire / Schlammvulkane wie diese(n) gibt es an vielen Stellen, wo ein aktiver Vulkan in der Nähe ist. Rund um Neapel, nicht nur bei den Phlegreischen Feldern, sondern auch Richtung Amalfi, gibt es mehrere dieser Erscheinungen.
Der lange erloschene Monte Amiata in der Toskana hat ebenfalls Gasaustritte
Auch in Rom und wurden nach Angaben der Feuerwehr in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mehrfach solche Erscheinungen beobachtet.
Ursache sind die nahen Vulkane Colli Albani (Albaner Berge) und Bracciano, die Rom im Norden und Süden einkesseln. Auch wenn diese gerade keine Aktivität zeigen, gibt es dennoch Entgasungen, die auch die Oberfläche erreichen können. Dies muss nicht bedeuten, dass eine Eruption unmittelbar bevorsteht. Oder gar, dass sich ein neuer Vulkan in Rom bildet.

Warum diese Erscheinung gerade jetzt auftritt, ist noch nicht klar. Gemutmaßt wird von offizieller Seite, dass der U-Bahnverkehr Einfluss hatte. Auch der kleine Erdbebenschwarm, der sich kurz vorher am anderen Ende von Rom abspielte (wir berichteten), könnte Einfluss haben. Jedoch ist das nicht bestätigt.
Dieser Schwarm bestand aus mindestens 5 spürbaren Beben bis Magnitude 2,9 in der Nähe des Stadtteils Tivoli.

Was genau dieser Geysir ist, was für eine Ursache seine Entstehung hat und was weiterhin passieren könnte, werden die Untersuchungen zeigen.
Was auch immer das Ergebnis sein wird: Rom droht dadurch keine besondere Gefahr.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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