Erdbebenschwarm in Chihuahua (Mexiko) – Kirche schwer beschädigt

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11. September
(das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes)

Ein weiteres Beben traf heute Nachmittag MESZ den Mexikanischen Bundesstaat Chihuahua. Es hatte nach Angaben der US-Amerikanischen Behörden erneut Magnitude 4.2. Das Epizentrum lag allerdings nicht, so wie vor knapp 2 Wochen, unterhalb der Militärbasis Santa Gertrudis, sondern 30 km nördlich der Stadt Delicias.
Bereits heute morgen (gestern Abend Ortszeit) haben die Mexikanischen Behörden ein Erdbeben der Stärke 4.5 im Süden von Chihuahua südlich der Militärbasis registriert. Dieses war zwar von der lokalen Bevölkerung wahrnehmbar, hatte aber nur eine geringe Intensität und eine kurze Dauer. Schäden gab es nicht.
In den vergangenen Wochen wurden im eigentlich trockenen Bundesstaat Chihuahua ungewöhnlich starke Niederschläge verzeichnet. Diese und der daraus resultierende steigende Grundwasserspiegel könnten ein Grund für die erhöhte seismische Aktivität sein, ähnlich wie nach dem Hochwasser in Bayern im Frühsommer.
In der kommenden Woche könnten die Überreste von noch-Tropentief (und bald-Hurrikan?) Ingrid zu neuen Regenfällen (und neuen Erdbeben?) führen.

Update 12. September:
Ein weiteres Beben hat Chihuahua heute morgen MESZ getroffen, diesmal Magnitude 4.2. USGS sieht das Epizentrum in der Nähe von Santa Gertrudis, während die lokalen Behörden von einer Lokalität 80 km südöstlich von Santa Gertrudis ausgehen,

Update 13. September:
Das nächste Beben: Magnitude 4.2 heute morgen. Das Epizentrum lag im gleichen Großraum, wie die vorherigen Beben. (wobei die Epizentrum Angabe vom USGS stammt. Der mexikanische Erdbebendienst liefert seit gestern keine Daten mehr.)
Dass die Starkniederschläge, von denen ebenfalls die US-Bundesstaaten Colorado und New Mexico, ebenso wie die Stadt Ciudad Juarez im Norden von Chihuahua betroffen sind, der Auslöser für diese hohe Erdbeben sind, wird immer wahrscheinlicher. Bereits bei früheren Hochwasserreignissen wurden größere Erdbeben registriert.
Auch in den nächsten Tagen sind starke Niederschläge für Chihuahua vorhergesagt. Weitere Erdbeben sind daher sehr wahrscheinlich.

Update 15. September:
Ein weiteres Beben der Stärke 4,6 wurde um 11.23 Uhr MESZ registriert. Die Tiefe wird vom USGS mit 8,3 Kilometern angegeben. Das Epizentrum lag erneut unterhalb der Militärbasis Santa Gertrudis, 50 km südwestlich der Stadt Delicias.

Update 16. September, 10.15 Uhr
Das gestrige Beben wird von den lokalen Behörden mit Magnitude 4,8 angegeben. Einwohner beschreiben es als das Stärkste, dass im Verlauf des Schwarmes spürbar war.
Im Valle de Zaragoza hinterlies das Beben einige Schäden. So berichten einige Bewohner, dass sich in ihren Häusern Risse gebildet haben. Zudem ist die Zwischendecke einer Kirche eingestürzt. Verletzt wurde dabei wieder.
Behörden weisen darauf hin, dass Erdbeben in Chihuahua zwar sehr selten, aber dennoch nicht ausgeschlossen sind. Zuletzt habe es in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts eine hohe seismische Aktivität mit Beben bis Magnitude 6,4 gegeben.

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Siehe auch: Beginn des Erdbebenschwarmes Ende August

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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