Mexiko: Starkes Erdbeben in Chihuahua – Mehrere Gebäude beschädigt

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Nach einer Reihe moderater, niederschlagsinduzierter Erdbeben im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Chihuahua Anfang des Monats ereignete sich nun ein weiteres, deutlich stärkeres Erdbeben. Nach vorläufigen Daten von Geofon hatte das Erdbeben heute um 14.16 Uhr MESZ (6.16 Uhr Ortszeit) Magnitude 5.4. USGS nennt Magnitude 5.3. Die Tiefe des Bebens war wie bei allen vorangegangenen Beben sehr flach. 3 km werden von den mexikanischen Behörden angegeben.
Nach ersten Angaben lag das Epizentrum nahe der Stadt Delicias. Auch in der gleichnamigen Hauptstadt des Bundesstaates Chihuahua war das Beben spürbar.
Teile von Chihuahua waren zuletzt von Ausläufern der Hurrikans Manuel und Ingrid betroffen.
Es ist das stärkste Beben in Chihuahua seit Jahrzehnten.

Update 14.55 Uhr:
Um 14.42 Uhr wurde ein zweites Beben mit Stärke 4.9 (2 km Tiefe) registriert. Weitere Erdbeben sind möglich.

Update 16.08 Uhr:
Bislang wurden durch das Beben noch keine Schäden gemeldet, jedoch mussten mehrere Menschen wegen eines Nervenzusammenbruchs ärztlich behandelt werden.

Update 17.31 Uhr:
Die Untersuchungen der Behörden laufen noch. Aber mindestens 6 Zeugen haben der Feuerwehr Schäden berichtet. Dabei handelt es sich nach ersten Angaben um Risse in Wänden oder im Bürgersteig.
Verletzte wurden noch nicht gemeldet.
In Sozialen Netzwerken wird das Beben, nachdem sich der erste Schock gelegt hat, nun mit Humor genommen.

Update 18.48 Uhr:
Während weitere geringe Schäden wie zerbrochene Fenster und geplatzte Wasserrohre berichtet werden, hat es um 16.30 Uhr ein drittes Beben mit Magnitude 4,3 gegeben.

Update 19.20 Uhr:
Dass Hurrikan Manuel, dessen Überreste in den vergangenen Stunden schwere Regenfälle in Chihuahua brachten, diese Erdbeben ausgelöst, bzw. begünstigt hat, ist zwar nicht offiziell bestätigt, aber vieles deutet darauf hin.
(In Spalten eindringendes Wasser, bzw. ein rapider Anstieg des Grundwasserspiegels, ausgelöst durch Starkregen begünstigt die Entstehung von Erdbeben)
Die flache Tiefe der Beben, sowie deren Häufigkeit in einer relativ ungewöhnlichen Region sind Hinweise. Vor den letzten Beben hat es ebenfalls ungewöhnlich starke Regenfälle gegeben.
Wann die offizielle Bestätigung kommt, bleibt abzuwarten. Chihuahua wäre auf jeden Fall nicht die erste Region, in der Erdbeben durch starke Regenfälle ausgelöst wurden.

Update 19.51 Uhr
Erdbeben und Hurrikan – Eine Kombination die noch eine dritte Katastrophe auslösen kann: Erdrutsche. 3 davon wurden in Chihuahua nach dem Erdbeben registriert. Glücklicherweise ohne strukturelle Schäden. Weitere Erdrutsche sind aber bei Nachbeben möglich.

Update 22. September:
Mehrere Häuser wurden durch einen der Erdrutsche beschädigt und mussten evakuiert werden. Weitere Gebäude erlitten Schäden durch das Erdbeben allein, teils sind Mauern oder Dächer zusammengebrochen. Verletzt wurde nach aktuellen Meldungen niemand.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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