Erdbebengebiete Mitteleuropas Teil 3: Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Schweiz

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Nach Teil 1 und Teil 2 kommt Logischerweise Teil 3.
Viele von euch kennen bestimmt das Erdbeben von Basel, dem wohl stärksten Erdbebens nördlich der Alpen. Aber wie groß ist die Gefahr einer Wiederholung, wie ist es zu dem Erdbeben gekommen und gibt es weitere Regionen bei denen ein Schweres Erdbeben in naher? Zukunft möglich sind?

Basel,  eine Stadt mit Geschichte, viele moderne aber auch Historische Gebäude stehen in der heute 170.000 Einwohner Stadt. Kaum ein Gebäude in Basel stammt aus der Zeit vor 1356, denn damals am 18. Oktober zerstörte ein Gewaltiges Erdbeben nicht nur Basel, sondern hunderte Gebäude im Umkreis von vielen Kilometern.

Begonnen hat die Katastrophe bereits am Morgen des 18 Oktobers damals wurde die Stadt mehrfach von moderaten Beben mit leichten Schäden getroffen, viele Menschen verließen die Stadt, einige von ihnen kehrten nach Abflauen des Erdbebenschwarms wieder zurück in ihre Häuser. Ein Fehler! Am späten Abend erschütterte erneut ein Erdbeben die Region, diesmal stärker als alles was es bisher gab. Menschen rannten um ihr leben, sie wussten es wird gefährlich, aber für die, die in der Stadt geblieben waren, war es zu spät. Hunderte Gebäude Stürzten ein, ein gewaltiger Brand, 8 Tage lang soll er gewütet haben, vernichtete Basel fast komplett. Es heißt in alten Aufzeichnungen, nicht mal 100 Häuser blieben stehen. Nach verschiedenen Aufzeichnungen starben 100 Menschen, andere Quellen nennen bis zu 2000 Toten.
Schnell konnte die Stadt aber wieder zu einem Normalen Alltag zurück kehren, bereits 1370 war Basel wieder aufgebaut.

Man meint die nächste Plattengrenze ist weit weg, FALSCH! Sie liegt in Norditalien und bringt Auswirkungen (Verwerfungen) bis nach Norddeutschland, aber in Österreich können die Erdbeben deutlich stärker sein, als zum Beispiel in Hamburg. Nach Schätzungen hatte das Erdbeben von Basel eine Stärke von 6,7-7,1 (Angaben und Schätzungen des Schweizer Erdbebendienstes).
Basel wurde vor 1356 und auch danach schon von Starken Erdbeben getroffen, somit sollte die Bevölkerung Wissen wie man sich zu verhalten hat, dies ist leider nicht so und auch die Bauweise lässt zu wünschen übrig. Schätzungen gehen davon aus das bei einer Wiederholung bis zu 30.000 Menschen ihr Leben verlieren würden.

Soviel zu Basel, da aber in der Postüberschrift steht „Dreiländereck“ geht es jetzt nach Deutschland. Auch im Gebiet Deutschland ist es zu allerhand Erdbeben gekommen, einen ausführlichen Bericht dazu wird es aber nicht geben, da das Augenmerk auf Basel liegen soll. Das Letzte „große“ ereignete sich 2004 mit 5,4 im Schwarzwald, es gab leichte Gebäude Schäden. Im Jahr 2003 gab es erhebliche Schäden durch eines mit einer Stärke von 5,6 in den Französischen Vogesen.

Seismizität in der Region Basel

Auch in den Nächsten Jahren ist im Dreiländereck mit Erdbeben zu rechnen, egal ob sie Induziert sind, wie eine Serie von Geothermie-Beben 2006. Aber auch Tektonische Erdbeben sind in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich, zwar werden sie nicht die Stärke von 1356 haben (dies kommt nach Schätzungen von Geologen alle 10.000 Jahre vor) sondern Stärke 4-5. Auch das kann schon zu leichten Schäden führen. Als besonders aktiv gilt die Region um die Stadt Lörrach, direkt an der Schweizer Grenze. Dort gibt es fast Täglich leichte Erschütterungen, gelegentlich sind sie auch spürbar.
Experten befürchten allerdings das die Region bis nach Freiburg aktiv wird. Vermutlich ist dort in den nächsten Jahrzehnten mit einem Erdbeben der Stärke 5bis 5,5 zu rechnen. Da es in dieser Region überwiegend lockeren Boden gibt wären die Schäden gravierend. Zerbrochene Fenster, eingestürzte Schornsteine, zum teil ist auch mit dem zusammenbrechen von Mauern zu rechnen, was ein Abriss als Folge hätte.

Aber es kann auch noch Jahrhunderte dauern, bis die Schweiz, Deutschland oder Frankreich wieder unter einem Starkbeben leiden werden.

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Weitere Teile der Serie Erdbebengebiete Mitteleuropas

Teil 1 Niederrhein
Teil 2 Albstadt

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Lukas Rentz

Lukas ist 18 und macht voraussichtlich 2018 sein Abitur an einem Gymnasium in Alzey. Anschließend soll ein Geologie-Studium folgen.

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