Schäden nach Erdbebenschwarm in Israel – Angst vor einer Katastrophe

Share Button

Eine Häufung von Erdbeben im Norden von Israel verängstigt seit einigen Tagen die lokale Bevölkerung.

Angefangen hat dieser Schwarm am 17. Oktober mit einem Erdbeben der Stärke 3.5, gefolgt von zwei kleineren Erdbeben. Am 8. Oktober kam es zum nächsten größeren Erdbeben mit Magnitude 3.
Heute morgen nahm die Intensität zu. Ein Beben der Stärke 3.6, sowie zwei kleinere Erdbeben (2.1 und 2.3) trafen die Region. Das achte und bislang letzte Erdbeben folgte vor knapp einer Stunde. Erneut Magnitude 3.5.
Die Epizentralregion dieses Schwarmes ist der See Genezareth, genauer gesagt der Nordwesten des Sees. Wegen der recht geringe Größe des Sees lagen die Epizentrum nur wenige Kilometer vom dicht besiedelten Seeufer entfernt. Vor allem in der Stadt Tiberias waren die vier großen Beben deutlich spürbar. Viele Menschen sind verängstigt. Ebenso in anderen Städten. Auch in Teilen der Golan-Höhen, ein aktives Vulkangebiet an der umkäpften Grenze zu Syrien, waren die Beben spürbar.
Bislang wurden noch keine Schäden gemeldet. Aber manche Menschen glauben, es war erst der Anfang von einer bevor stehenden Katastrophe.
Seismologen erklärten, dass sie aktuell nicht wüssten, welche Ursache diese Häufung hat. In der Vergangenheit bildeten solche Erdbebenschwärme teilweise die Vorboten eines größeren Erdbebens. Teilweise blieben diese Schwärme aber auch ohne Konsequenzen. Entsprechend unsicher ist eine mögliche Prognose.
Israel, bzw. das Jordantal, liegt am Nordende des Ostafrikanischen Grabenbruchs, wo die Grenze zwischen der Afrikanischen und der Arabischen, bzw. der Somaliplatte verläuft. Dies sind Regionen, wo es häufig zu schwarmartig auftretenden Erdbeben kommt (Siehe Island) und entsprechend hoch ist die Gefahr von großen Beben. In den vergangenen Zweitausend Jahren hat es in Israel und Umgebung viele Erdbeben bis Magnitude 7 gegeben, immer mit vielen Todesopfern. (Siehe: „Katastrophen in Syrien„) Das letzte größere Erdbeben an dieser Bruchzone ereignete sich 1927 (Magnitude 6.3, Epizentrum am Toten Meer). Damals starben etwa 300 Menschen. Bei einem ähnlichen Beben im Jahr 1837 im Norden von Israel sind 5000 Menschen ums Leben gekommen. Betroffen waren damals ebenfalls der Libanon und Syrien.

Update: Der Israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat veranlasst, ggf. die Bereitschaft des Katastrophenschutzes zu erhöhen, falls sich die Erdbebenserie fortsetzt, um im Falle einer Katastrophe schneller handeln zu können. Der Bürgermeister von Tiberias hat unter dessen die Regierung aufgefordert, die Bauweise der Häuser in den Städten von Israel zu verstärken. Momentan seien viele der Gebäude Tiberias sehr gefährdet, falls sich der Schwarm fortsetzt.

Update 21.Oktober:
Nach Angaben israelischer Medien bildeten sich durch die Erdbeben in Tiberias einige Risse in Wänden. Größere Schäden oder Verletzte gab es nicht. Seit gestern kam es auch zu keinen weiteren größeren Erdbeben.

Beiträge der gleichen Kategorie

Erdbebenserie in Bengkulu Indonesien - Bei einer Erdbebenserie in der indonesischen Provinz Bengkulu sind am Montag (16.) dutzende Gebäude beschädigt worden. Betroffen ist der ...
Erdbebenschwarm auf Lembata Indonesien - Mehrere Erdbeben haben in den vergangenen Tagen die Bewohner der indonesischen Insel Lembata verängstigt und Ängste vor einem Vulkanausbr...
1500 Erdbeben in vier Tagen – Schwere Schäde... Indonesien - Mehr als 600 Erdbeben haben in den letzten 48 Stunden die indonesische Insel Halmahera im Norden des Landes erschüttert. Es handelt sich ...
Hunderte Todesopfer: Schweres Erdbeben nahe Mexiko... Mexiko - Weite Teile des Landes wurden am Abend von einem schweres Erdbeben erschüttert. Das Epizentrum lag im Bundesstaat Puebla im Zentrum des Lande...
The following two tabs change content below.

Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

Neueste Artikel von Jens Skapski (alle ansehen)