China: Moderates Erdbeben in der Grenzregion von Yunnan und Sichuan – Mehr als 20.000 Wohneinheiten beschädigt

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Wie schon so oft in diesem Jahr wurde die Provinz Yunnan im Süden von China von einem moderaten Erdbeben getroffen. Wie so oft in diesem Jahr ist auch diesmal wieder mit Schäden zu rechnen.
Das Erdbeben ereignete sich um 16.36 Uhr MEZ, 23.26 Uhr Ortszeit. Nach Angaben der chinesischen Behörden hatte es Magnitude 4,5 und eine Tiefe von 13 Kilometern. Sein Epizentrum lag im Tal des Jangtsekiang, der drittlängste Fluss der Welt, direkt an der Grenze zur Nachbarprovinz Sichuan. Auch in der Provinzhauptstadt Kunming, 170 km südlich vom Epizentrum, wurde das Beben empfunden.

Mindestens 12 Erdbeben, die zum Teil verheerende Auswirkungen hatten, gab es bereits in diesem Jahr in der Provinz Yunnan. Durchschnittlich hatten diese Erdbeben Magnitude 4,7. Auch das aktuelle Beben hat wahrscheinlich zu Schäden geführt. Die Provinz Yunnan ist sehr dicht besiedelt, vor allem die Grenzregion zu Sichuan, wo die meisten Menschen in Dörfern leben. Die dortige Bauweise ist überwiegend traditionell und nicht erdbebensicher, weshalb schon moderate Erdbeben ab Stärke 4 Häuser zum Einsturz bringen können. Nach starken Regenfällen kann es zudem zu Erdrutschen kommen, wenn sich in der betroffenen Region steil aufragende Berge befinden.
Dieses Beben wäre das 50. Schadenbeben in China (das 13. in Yunnan) im laufenden Jahr.

Update 19.18 Uhr:
Der Katastrophenschutz teilte mit, dass in umliegenden Dörfern eine ganze Reihe von Häusern beschädigt wurden. Details sind aufgrund der Dunkelheit vor Ort noch nicht bekannt. Auch liegen noch keine Informationen über Verletzte vor.

Update 17. November 2013, 09.04 Uhr:
Eine vorläufige Auswertung der Schäden hat ergeben, dass mindestens 1205 Gebäude bei dem Erdbeben beschädigt wurden. Einige davon so schwer, dass sie drohen einzustürzen. Mehrere tausend Menschen sind von dem Erdbeben betroffen.
Schäden traten in mehreren Dörfern auf, teilweise wurden bis zu 95% aller Gebäude beschädigt. Mehrere Straßen wurden durch Steinschläge blockiert. Aus einigen Dörfern gibt es noch kein genauen Zahlen zu den dortigen Schäden, so dass die oben genannte Zahl weiter steigen wird.
Verletzt wurde nach jetzigem Stand niemand. Die Regierung hat Zelte, Decken, Kleidung und Lebensmittel zusammen mit mehreren hundert Krisenhelfern in die Region geschickt.

Update 18. November
Die neuen Zahlen, die aus dem Erdbebengebiet in Yunnan geliefert werden, belegen erneut die Gefährdung, der Menschen in Yunnan ausgesetzt sind.
Insgesamt 37.900 Menschen sind vom Erdbeben betroffen.
Mehr als 20.000 Wohneinheiten wurden beschädigt, 1158 davon schwer. Zudem wurden 4 Kreisstraßen und eine wichtige Nebenstraße von Erdrutschen beschädigt. Ein Staudamm ist zum Teil zerstört worden.
Die direkten wirtschaftlichen Verluste werden auf 132 Millionen Yuan geschätzt.
Verletzt, das ist die gute Nachricht, wurde niemand. Die Versorgung der Erdbebenopfer ist im vollem Gange.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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