Leichtes Erdbeben bei Koblenz (Rheinland-Pfalz)

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Vor wenigen Minuten, um 19.10 Uhr (19.09:57), ereignete sich bei Koblenz nach Angaben des Landesamtes für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz ein leichtes Erdbeben der Stärke 2,5. Der französische Erdbebendienst nennt Magnitude 3,2. (Dies sind vorläufige automatische Daten, die später manuell von Seismologen korrigiert werden)
Das Erdbeben war deutlich im gesamten Stadtgebiet spürbar. Das Epizentrum lag 16 Kilometer westlich des Stadtzentrums von Koblenz und 10 km südwestlich von Andernach bei Ochtendung in der Eifel.
Schäden sind durch das Erdbeben nicht zu erwarten, auch wenn es von vielen Menschen wahrgenommen wurde. Meldungen über Spürbarkeit gibt es neben Koblenz auch aus den Städten Andernach und Neuwied, sowie aus den kleineren Orten nahe des Epizentrums (Mayen, Mendig, Ochtendung, Plaidt, etc.). Zeugen vergleichen die Erschütterungen mit einem Zug, der durch den Keller fährt.

Bereits im Frühjahr hat es bei Koblenz ein Erdbeben gegeben, dieses hatte Magnitude 3,0. Häufig kommt es in der Region zu kleineren Erdbeben.
Das heutige Beben ist eines der stärksten, die es in Deutschland in diesem Jahr gab.

Das Neuwieder Becken, sowie die angrenzenden Regionen von Westerwald und Eifel waren in den vergangenen Jahrhunderten häufig Schauplatz von größeren Erdbeben, teils mit Schäden. Eines der größten traf die Region am 2. Oktober 1869 (Epizentrum bei Engers). Die Stärke wird auf 5.1 (4,6 bis 5,6) geschätzt. Ein kleineres, aber ebenfalls signifikantes Beben mit Epizentrum im Neuwieder Becken ereignete sich 1807. Es hatte Magnitude 4,5. (Quelle: „European Archive of Historical Earthquake Data“)
Aber auch in jüngerer Vergangenheit gab es größere Erdbeben, so wie am 22. Mai 2004 (Magnitude 4), am 3. August 2009 (Magnitude 4,2) und deutlich häufiger kleinere Erdbeben um Magnitude 3.

Update 0:01Uhr, 01.12.13

Nach zahlreichen Beobachtungsberichten von Bürgern die in der Region, des Epizentrums wohnen, wurde das beben oft als Rumpeln, Kurzes Vibrieren oder als Ruck verspürt, teilweise war auch ein grollen ähnlich eines sehr schnell vorbei fahrenden Zuges zu hören.

Die Spürbarkeit dürfte, laut den Aussagen von Bürgern, zwischen 10-15km Entfernung zum Epizentrum sein.

Update 10.08 Uhr
Das deutsche Geoforschungszentrum in Postdam gibt das Beben nun auch nachträglich mit Magnitude 2,5 an. Die Tiefe lag bei 7 Kilometern, normal für diese Region.

wird fortgesetzt..

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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