Schweres Erdbeben (M 7,8) im Südlichen Ozean (Scotia Sea) folgt auf Vorbeben bis Magnitude 6,8 – Kleiner Tsunami trifft Südgeorgien

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Sonntag 17. November
Ein neues Erdbeben, Magnitude 7,8, ereignete sich um 10.04 Uhr MEZ. Das Epizentrum lag in der gleichen Region wie gestern, in der Schottischen See zwischen der Südspitze Südamerikas (Feuerland) und der Antarktis.
Ein großer Tsunami ist nicht zu erwarten, da das Erdbeben eine seitliche Verschiebung darstellt. Dennoch, eine kleine Welle kann die nahen Inseln erreichen. Dort befinden sich nur zwei Forschungsstationen, betrieben von Argentinien und Großbritannien.
Es wurde eine offizielle Warnung vor einem kleinen Tsunami entlang der nächsten Küstenlinien herausgegeben. Diese sind, wie bereits erwähnt, nahezu unbesiedelt. Für die Küsten des Nordatlantiks besteht keine Gefahr.

Update 10.27 Uhr:
Das Epizentrum befindet sich knapp 1200 Kilometer von der nächsten Siedlung auf den Falkland Inseln entfernt. Es ist möglich, dass es dort spürbar war.

Update 10.27 Uhr:
USGS hat das Beben auf Magnitude 7,3 heruntergestuft.

Update 10.30 Uhr:
Die ShakeMap für die South Orkney Inseln, wo sich die Forschungsstationen befinden, ergibt Intensität V bis VI. Dies dürfte nicht zu größeren Schäden führen.

Update 10.42 Uhr:
USGS hat das Erdbeben wieder auf Magnitude 7,8 heraufgesetzt. Die ShakeMap ergibt nun MMI VII.

Update 11.01 Uhr:
Die Tsunamikalkulation von GDACS (Global Disaster Alert and Coordination Systen), eine Organisation der Europäischen Union und der Vereinten Nationen, gibt eine Maximale Wellenhöhe von 30 Zentimetern in Südgeorgien und 10 Zentimetern für Stanley, die Hauptstadt der Falkland Inseln. Auf den South Orkney Inseln könnte die Welle deutlich höher sein.

Update 12.01 Uhr:
Um 11.44 Uhr wurde das erste Nachbeben mit Magnitude 5,2 registriert.

Update 12.14 Uhr: Ein weiteres Nachbeben (5.2) wurde nachträglich um 10.57 Uhr registriert. Aufgrund der Seismischen Wellen des ersten Bebens sind momentan fast alle Seismogramme weltweit nahezu schwarz. Somit ist es sehr schwer neue Erdbeben zu registrieren. Nebenstehend ein Seismogramm aus Kalifornien.

Update 13.31 Uhr:
Das bisher stärkste Nachbeben mit Magnitude 5,7 ereignete sich vor einigen Minuten. Dessen Epizentrum lag fast 200 km nordöstlich von dem des Hauptbeben. Entsprechend kann man sich vorstellen, auf welcher Länge die Plattengrenze beim Erdbeben aufgebrochen ist.

Update 17.47 Uhr:
Uns liegen zur Zeit keine Informationen vor, dass irgendwo ein Tsunami gemessen wurde. Auch gibt es keine Informationen über Schäden an den Forschungsstationen auf den Orkney Inseln.

Update 18. November:
Nach Angaben der NOAA wurde auf Südgeorgien (politisch zu Großbritannien gehörend) ein kleiner Tsunami registriert. Die Höhe wurde nicht genannt. Schäden sind keine bekannt.

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16. November:
Etwa 3000 Kilometer südlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires befinden sich die South Orkney Inseln am Nordrand des Südlichen Ozeans, der den antarktischen Kontinent umgibt. Etwa 50 Kilometer von dieser unbewohnten Inselgruppe entfernt, kam es in der vergangenen Nacht zu einem schweren Erdbeben der Stärke 6,8. Anfangs wurde sogar Magnitude 7,4 angegeben. Das Epizentrum lag im der Schottischen See, benannt nach einer schottischen Antarktisexpedition vor 110 Jahren. Ein Tsunami wurde nicht ausgelöst, da es sich bei dem Erdbeben um eine seitliche Verschiebung der Scotia-Platte und der Antarktischen Platte handelte.
Bereits am frühen Donnerstag Morgen MEZ ereignete sich dort ein Erdbeben der Stärke 6,1. Dem Hauptbeben um 4.34 Uhr MEZ heute Nacht folgten mehrere Nachbeben, das stärkste bisher mit Magnitude 5,5.

Eines der stärksten Erdbeben in dieser Region ereignete sich am 4. August 2003. Es hatte Magnitude 7,6.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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