26. Dezember 2013: Der 10. Jahrestag einer Katastrophe

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Was am 26. Dezember 2004 im Indonesien passierte, wird uns jedes Jahr in Erinnerung gerufen. Ein Erdbeben über Stärke 9, ein Tsunami, der hunderttausende Menschen tötete, darunter 539 Deutsche und 86 Österreicher, und Küstenlinien entlang des gesamten Indischen Ozeans verwüstete. Ein Erdbeben, das die Gefahr, die durch Tsunamis droht, jedem auf der Welt verdeutlichte und damit die Welt nachhaltig beeinflusste.

Aber nicht nur dieses Beben, dessen 9. Jahrestag heute in Indonesien und Thailand begangen wurde, und auch hierzulande durch diverse Sondersendungen am 16.15 Uhr auf VOX mediales Interesse finden, macht den 2. Weihnachtsfeiertag zum Katastrophentag des 21. Jahrhunderts.

Dieses Erdbeben, das heute seinen 10. Jahrestag hat, wurde von den Ereignissen ein Jahr später aus den Erinnerungen der Außenstehenden nahezu verdrängt, obwohl es noch immer das vierttödlichste Erdbeben des 21. Jahrhunderts ist.

Bam vor dem Erdbeben

Gemeint ist ein Erdbeben der Stärke 6.6., das am frühen Morgen des Tages die iranische Provinz Kerman im Südosten des Landes traf. Es wurde zum verheerendsten Beben des Lands in jüngerer Zeit, da das Epizentrum nur wenige Kilometer entfernt von der historisch bedeutsamen Stadt Bam lag. Dies blieb nicht ohne Folgen. Innerhalb von Sekunden wurden nach offiziellen Angaben ALLE GEBÄUDE der Stadt beschädigt, 90% der Häuser stürzten ein und begruben die schlafenden Bewohner unter sich. Eine Bodenbeschleunigung von fast 1g (9,81m/s²), entspricht Mercalli Intensität IX, wurde in der Stadt gemessen. Auch Straßen und Gassen wurden teilweise zerstört. Umliegende Dörfer waren ebenfalls betroffen. Bis zu 40.000 Menschen haben diese Nacht nicht überlebt und eine Stadt, deren Geschichte tausende von Jahren zurückreicht, wurde zum großen Teil zerstört.

Bam nach dem Erdbeben

In den folgenden Monaten mussten tausende Menschen in Notunterkünfte leben. Viele Menschen wurden aus den Trümmern in umliegende Dörfer und Städte gebracht. Viele tausend Verletzte mussten Monate im Krankenhaus verbringen. Die Trauer und das Entsetzen über die Verluste hielten Länger an.
Erste Wiederaufbauversuche mit Fertighäusern erhielten durch Nachbeben Rückschläge.
In den letzten Jahren hat der Wiederaufbau Fortschritte gemacht. 85% der Stadt wurden mittlerweile rekonstruiert, die Folgen des Erdbebens sind nicht mehr so offensichtlich. Doch noch immer können nicht alle Menschen in ihr altes Leben, vor dem Erdbeben, zurückkehren.
Beim Wiederaufbau wurde vor allem auf die Erdbebensicherheit der Gebäude geachtet. Die historische Bauweise, die vor dem Erdbeben in der ganzen Stadt präsent war, wurde durch modernere ersetzt, vor allem in den öffentlichen, historisch Bedeutsamen Gebäude. Dennoch wurde der kulturelle Hintergrund beachtet. Nun gehört Bam zu den erdbebensichersten Städten des Iran. Eine Katastrophe wie diese, die im Durchschnitt alle 2000 Jahre auftritt, sollte nun weniger verheerend ausfallen.

Heute am 10. Jahrestag pilgern die 70.000 Einwohner der Stadt zu den Gräbern der Verstorbenen und gedenken ihren getöteten Verwandten. Zum Gedenken an die Opfer wurden Denkmäler und Museen eröffnet, es finden Tagungen mit Experten statt, um über das Beben zu informieren.

Zwischen der Trauer und der Angst besteht die Hoffnung, dass das „neue Bam“ eine goldene Zukunft hat. Die rekonstruierten historischen Gebäude sollen Bam zu einem Touristenzentrum machen, so der Gouverneur der Region, so dass auch die Bewohner der Stadt profitieren und der Wiederaufbau der letzten Häuser schneller voran kommt.
Am Ende bleibt nur die Hoffnung, dass eine Wiederholung dieses Erdbeben, wann auch immer es so weit ist, nicht so verheerend wird und damit die Versprechungen der Behörden wahr werden.
Aber auch wenn Bam nun sicher ist, die meisten Städte des Irans sind es nicht. Shiraz, Isfahan, Teheran und viele andere existieren mit der ständigen Bedrohung durch Erdbeben wie in Bam, die Bauweise ist überwiegend traditionell und damit nicht resistent. Schätzungen ergeben, dass Teheran im Falle eines schweren Bebens mit Magnitude 7 zu bis zu 80% zerstört wird. Somit ist die nächste Katastrophe im Iran nur eine Frage der Zeit. Ob an einem 26. Dezember, oder einem anderen Tag.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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