Österreich: Hohe Mikrobebenaktivität in Tirol – Erdbebenschwarm an der Zugspitze

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Seit über einer Woche verzeichnet die Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) eine hohe Mikrobebenaktivität im Bundesland Tirol, die teilweise auch auf Deutschland übergriff.
Mikrobeben, das sagt der Name, sind kleine, meist nicht spürbare Erdbeben unter Magnitude 2, weshalb kaum jemand diese Erdbeben wahrgenommen haben wird. Seit dem 3. Dezember wurden 22 dieser Erdbeben registriert, das kleinste mit Magnitude -0.2, das stärkste mit Magnitude 1.5. Die meisten dieser Beben ereigneten sich zwischen Innsbruck und Tirol. Zwei weitere (M 0,2 und 1,1) auf deutschem Staatsgebiet zwischen Garmisch-Patenkichen und Mittenwald. (Ein drittes mit M 1,2 am 29. November)

Eine signifikante Steigerung der Aktivität war in der vergangenen Nacht zu verzeichnen, als ein kleiner Schwarm einsetzte. Dieser fand nur 5 Kilometer südlich der Zugspitze statt. 9 Erdbeben wurden zwischen Mitternacht und 9 Uhr Ortszeit verzeichnet, das stärkste mit M 0,9 war das bislang letzte. Möglicherweise folgten und folgen weitere.

Erdbeben in Tirol sind nicht ungewöhnlich. Dieses Jahr hat es bereits mehrfach rund um Innsbruck spürbare Erdbeben gegeben, eines verursachte sogar leichte Schäden. Historisch gesehen hat es mehrfach auch Starkbeben gegeben, die Opfer forderten.
Die aktuelle Häufung der kleinen Erdbeben ist dennoch nicht alltäglich. Ursache dieser Häufung könnte neben dem natürlichen tektonischen Ursprung auch eine durch Niederschlag induzierte seismische Aktivität sein, wie es in den Alpen in den vergangenen Jahren häufig der Fall war. (Zuletzt im Frühsommer bei Bad Reichenhall, infolge der heftigen Niederschläge, die auch das Jahrhunderthochwasser an Elbe und Donau verursachten) Jedoch ist dies unwahrscheinlich, da keine starken Niederschläge in Form von Regen verzeichnet wurden.  

Wenn eine/r unserer Leser/innen in der Region eines dieser Erdbeben wahrgenommen hat oder in den nächsten Tagen ein Erdbeben spürt, bitten wir uns dies mitzuteilen. Entweder als Kommentar oder über dieses Kontaktformular. Danke.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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