Starkes Erdbeben im Süden von Italien (Molise / Kampanien) – Leichte Schäden, auch in Neapel – Zwei Verletzte, ein Toter durch Herzattacke

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes
Um 18.08 Uhr kam es in Süditalien zu einem starken Erdbeben. Es hatte nach Angaben der italienischen Behörden Magnitude 4.9. Die Tiefe lag bei 11 Kilometern. Das Epizentrum lag nahe der Stadt Campobassa in der Region Molise an der Grenze zu Kampanien, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Neapel. Das Geoforschungszentrum Potsdam nennt Magnitude 5.0.
Um 18.03 Uhr gab es ein leichtes Vorbeben mit Magnitude 2.7.
Rund um das Epizentrum werden Schäden erwartet, da das Epizentrum im Apennin lag. Die dortigen Dörfer sind überwiegend traditioneller Bauweise und wenig erdbebensicher.
Erste Zeugenmeldungen belegen, dass das Erdbeben deutlich in Neapel, sowie in Teilen der Regionen Abruzzen, Latium und Apulien spürbar war. Auch aus dem 170 Kilometer entfernten Rom gibt es erste Meldungen.

Update 18.33 Uhr

Epizentralregion
(Zum Vergrößern auf die Karte klicken)

Nach ersten Medienberichten sind in Neapel viele Menschen auf die Straßen gegangen. Über Panik gibt es keine Meldungen. Zeugen nennen Intensität V in Neapel.

Update 18.34 Uhr
Die Italienischen Behörden lokalisieren das Epizentrum in Kampanien nahe der Stadt Piedimonte Matese, und nicht wie anfangs angegeben in Molise. Ein erstes Nachbeben mit Magnitude 2.7 hat sich 6 Minuten nach dem Hauptbeben ereignet.

Update 18.53 Uhr
Panik wird aus den Dörfern nahe des Epizentrums gemeldet.

Update 18.57 Uhr
Die Feuerwehr meldet erste leichte Schäden in Neapel, wie einstürzende Gesimse an einzelnen (baufälligen) Häusern, die von Betroffenen gemeldet wurden.
Unterdessen hat es vier weitere Nachbeben bis Magnitude 2.8 gegeben

Update 19.11 Uhr
Aus der Epizentralregion gibt es Zeugenmeldungen von „duzenden“ Häusern mit Rissen in den Wänden.

Update 19.19 Uhr
In Neapel und anderen Orten bereiten sich die Menschen auf eine Nacht im Freien vor. Einige Menschen „evakuierten“ Teppiche und Matratzen aus ihren Häusern, um in Gärten und Autos zu schlafen.

Update 20.55 Uhr
Vor 6 Minuten gab es ein weiteres Erdbeben, es hatte nach ersten Angaben Magnitude 4,2.

Update 21.00 Uhr
Das Nachbeben wurde auf Magnitude 3.7 korrigiert.

Update 21.50 Uhr
Bestätigt sind nun einige Schäden an älteren Kirchen in der Nähe des Epizentrums, aber auch da wurden keine großen Schäden beobachtet. Zudem wurde ein 51 jähriger Mann aus Maddaloni (nahe Neapel) verletzt, als er in Panik aus dem 1. Stock seines Hauses fiel.


Update 30. Dezember 08.15 Uhr
In der Nacht hat mehrere spürbare Nachbeben gegeben, das stärkste mit Magnitude 3.5. Allgemein herrscht noch Verunsicherung in der betroffenen Region. Viele Menschen verbrachten die Nacht im Freien.
Die größten Schäden konzentrieren sich auf die Epizentralregion. Auch in Piedimonte Matese bildeten sich größere Risse in mehreren Häusern. Teilweise stürzten auch Balkone ein. Durch herabfallende Trümmer wurde niemand verletzt. Eine weitere Verletzung wird jedoch aus Cassino gemeldet. Dort rannte eine ältere Frau während des Erdbebens in Panik aus dem Haus und wurde auf der Straße von einem Auto angefahren. Die wurde mit Hüftverletzungen ins Krankenhaus gebracht.
In Neapel kursieren Gerüchte, wonach das Erdbeben mit zunehmender vulkanischer Aktivität am Vesuv zusammenhängen könnte. Dies ist nicht der Fall, das Beben war tektonisch und es besteht kein Zusammenhang mit irgendeinem Vulkan.
Die Behörden warnten, dass es in den kommenden Tagen weitere Nachbeben geben wird. Diese könnten auch stärker sein als Magnitude 4 und ggf. zu neuen Schäden führen. Entsprechend sollen (vor allem ältere) Häuser gemieden werden, die bereits beschädigt sind.


Update 31.Dezember, 07.57 Uhr
In Kampanien ist ein Mann beim Erdbeben ums Leben gekommen, da er durch den Schock eine Herzattacke bekommen hat. Er war bereits vorher Herzkrank.
Reanimierungsversuche des Notarztes blieben erfolglos.

Update 10. Januar 2014
vorläufige Schadenbilanz:
1050 Häuser beschädigt
15 Häuser unbewohnbar + evakuiert (66 Personen betroffen)
36 Gebäude (teilweise) gesperrt (darunter 6 Schulen)
13 Kirchen beschädigt + gesperrt
3 Straßen gesperrt

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wird fortgesetzt…

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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