Kältewelle: Seltene "Frostbeben" erschüttern Toronto

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Die extreme Kältewelle mit Temperaturen unter -30°C, die gerade in Teilen von Nordamerika herrscht, ist nicht das Einzige, was die Stadt Toronto (Kanada) zittern lässt. Ein extrem seltenes Naturphänomen hat sich in den letzten Tagen vermehrt in Teilen von Ontario, vor allem in Toronto, ereignet: So genannte „frost quakes“ („Cryoseism“), auf Deutsch „Frost-Erdbeben“ (nicht mit „Eisbeben“, die bei Gletscherbewegungen entstehen, und dem gleichnamigen Katastrophenfilm zu verwechseln)!

Diese entstehen, wenn Wasser im Erdreich gefriert und sich dabei ausdehnt. Im tief gefrorenen Boden wird dabei das Gestein rund herum aufgebrochen, es kommt zu kleineren Erschütterungen, die teilweise auch an der Oberfläche als „Erdbeben“ und grollendes Geräusch wahrgenommen werden. Dies passiert nur bei extremer Kälte und sehr schneller Abkühlung, so wie zur Zeit der Fall ist.

In den letzten Tagen und Wochen waren diese „Frostbeben“ mehrfach von der Bevölkerung Torontos verspürt worden, überwiegend nachts, so wie an Heiligabend. Viele Menschen wurden dabei aus dem Schlaf gerissen. Mehrere Bewohner riefen aus Sorge bei der Polizei an. Zeugen berichten, wie ihr Haus wackelte und sie dachten, ihr Dach würde einstürzen.
Bislang wurden durch diese Erschütterungen noch keine Schäden festgestellt, außer einigen Rissen im Asphalt, die direkt auf das gefrierende Wasser zurückgehen, und keine Folgen der Erschütterungen sind.

„Frostbeben“ wurden in den vergangenen Jahren mehrfach in Nordamerika beobachtet, vor allem in den Neuenglandstaaten der USA, entlang der Großen Seen und in Alaska.. In den Jahren 2000 bis 2005 war der US Bundesstaat Maine betroffen (2003 gab es sogar Gebäudeschäden). In Toronto hat es diese zuletzt vor 30 Jahren gegeben.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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