China: Schweres Erdbeben (M 7.3) im Süden von Xinjiang – Zehntausende Gebäude zerstört

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes

Ein schweres Erdbeben mit Magnitude 7.3 erschütterte um 10.19 Uhr den Süden der chinesischen Provinz Xinjiang an der Grenze zu Tibet. Die Tiefe des Bebens liegt bei 12 Kilometern. USGS gibt das Erdbeben mit Magnitude 6.8 an.

Das Epizentrum lag in einer extrem dünn besiedelten Region des Landes, wo es kaum Siedlungen gibt. Dort kam es bereits gestern zu einem Erdbeben der Stärke 5.4, bei dem es in knapp 50 Kilometern Entfernung zu leichten Schäden kam. Weitere Schäden sind nun zu erwarten, abhängig von der genauen Ausdehnung des Erdbebens.

Die nächstgrößere Stadt Hotan liegt 250 Kilometer nordwestlich des Epizentrums.

Auslöser dieses Erdbebens ist die Altyn Tagh Verwerfung, eine der größten horizontalen Verwerfungen Eurasiens, die sich durch den Süden von Xinjiang bis nach Qinghai zieht. Im gleichen Gebiet wie heute gab es zuletzt vor 90 Jahren zwei Erdbeben der Stärke 7.

Update 10.50 Uhr
Die Shakemap des USGS gibt zur Zeit Intensität VIII an, wobei 150.000 Menschen im Bereich von Intensität V bis VI leben. Näher am Epizentrum seien keine Siedlungen. Jedoch wird die Shakemap im Laufe der Stunden verändert und dem Verlauf der aufgebrochenen Verwerfung angepasst werden.
Bei einem der Erdbeben im Jahr 1924, dass sich 135 Kilometer weiter nordöstlich ereignete, starben damals etwa 100 Menschen. Bei Erdbeben solcher Stärke ist das Segment der aufgebrochenen Verwerfung meist größer als hundert Kilometer.

ShakeMap Xinjiang

Update 10.53 Uhr
Die Chinesischen Behörden haben Rettungsteams in die Region geschickt. Die Erschütterungen waren verbreitet in den umgebenen Städten spürbar, wie Betroffene über Microblogging-Netzwerke mitteilten.

Update 11.01 Uhr
Auf einer Fläche von 40.000 km² um das Epizentrum herum leben etwa 210.000 Menschen.
Mehrere Nachbeben wurden von den chinesischen Behörden bereits registriert, das stärkste mit Magnitude 5.7, nur 5 Minuten nach dem Hauptbeben.

Update 13:31 Uhr

Die seismologischen Behörden berichten das 350 Häuser beschädigt wurden sind. In vier umliegenden Dörfern sollen teilweise Schafställe zusammengebrochen sein wobei 3 Schafe ums leben kamen. Einige Bewohner melden Risse an ihren Häusern. Bis jetzt gibt es noch keine Berichte über Verletzte. Das Militär schickt zwei Helikopter ins Erbebengebiet.

Update 17:10 Uhr

Mittlerweile gibt es neue Informationen aus dem Erdbebengebiet. Es gab bis jetzt 143 Nachbeben das größte ist mit  M5,7 registriert wurden.  An 861 Häusern soll es Risse geben, 23 Häuser sind eingestürzt, 386 Ställe sind eingestürzt  wobei 178 Tiere starben. Verletzte wurden nicht gemeldet

Update 20.33 Uhr

Die neuesten Statistiken der Erdbebenschäden zeigen wie erwartet höhere Zahlen. Demnach wurden nach neuesten Auswertung mindestens 67 Wohnhäuser zerstört. 1017 wurden beschädigt. Viele Scheunen und Ställe wurden beim Beben zerstört, davon betroffen sind insgesamt 3500 Tiere, 185 wurden getötet.
4 Brücken wurden ebenfalls beschädigt.
Für die Erdbebenopfer hat der Katastrophenschutz Hilfsgüter geliefert. Die meisten Menschen verbringen die Nacht im Freien.

Die Chinesischen Behörden haben unter dessen bestätigt, dass das Beben am Epizentrum Intensität IX bis X hatte. Man stelle sich vor, diese Region wäre besiedelt gewesen… Insofern sind die Auswirkungen, wenn auch in gewisser Hinsicht verheerend, extrem positiv. Beben vergleichbarer Stärke in anderen Provinzen Chinas haben in der Vergangenheit teils hunderttausende Menschen getötet.

Update 13. Februar 09.22 Uhr
Mindestens 157 Häuser wurden beim Erdbeben zerstört, so die neuen Zahlen am Morgen. 180 Häuser wurden schwer beschädigt, 3117 leicht beschädigt. Davon betroffen sind 7800 Menschen.

Update 10.21 Uhr
Mit jeder Stunde kommen nun neue Informationen aus dem abgelegenen Erdbebengebiet. Mit jeder neuen Information steigt auch die Zahl der Erdbebenschäden.
Nach neuesten Erkenntnissen sind mindestens 415 Häuser, sowie 931 Scheunen eingestürzt. 925 Nutztiere kamen dabei ums Leben. 4587 weitere Gebäude erlitten Schäden. Zudem wurden mehrere Erdrutsche registriert, wovon mehrere Straßenabschnitte betroffen sind. 6 Brücken wurden aufgrund von Schäden gesperrt.

Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf 6.3 Milliarden Yuan (ca. 1 Mrd US-Dollar).

Siedlungen nahe des Epizentrums
Siedlungen nahe des Epizentrums

Update 10.56 Uhr
Auf nebenstehender Karte haben wir die Siedlungen in der Nähe des Epizentrums, sowie die Altyn Tagh Verwerfung eingezeichnet. Allgemein gilt auf Luftbildern aus der Region: Dort wo die meiste Vegetation ist (grüne Flächen), leben die meisten Menschen. Vor allem im nördlichen Teil des Bildes sind diese Vorhanden, während der südliche Teil (Tibet) extrem dünn besiedelt ist. Die Siedlungen, die am nächsten zum Epizentrum liegen, haben wir mit B markiert. (Karte: Google Earth) Dort wurde auch der überwiegende Teil der Schäden registriert.

Update 14. Februar
Trotz der extrem dünnen Besiedlung ist das heute bekannt gewordene Ausmaß der Schäden unfassbar: 3281 Gebäude wurden komplett zerstört, 30.322 weitere wurden beschädigt. Knapp 2000 Nutztiere sind ums Leben gekommen. Noch überraschender ist, dass trotz der verheerenden Folgen nach aktuellen Angaben keiner der 58.000 betroffenen Menschen verletzt wurde oder ums Leben gekommen ist.

Update 15. Februar
Vorweg: Trotz der erneut stark angestiegenen Verlustzahlen gibt es weiterhin keine Meldungen über Verletzte oder Tote Menschen, was schon fast an ein Wunder grenzt.
Insgesamt sind nach aktuellen Meldung 68.340 Häuser eingestürzt, 91.096 wurden schwer,77.372 leicht beschädigt. Mehr als 11.000 Nutztiere sind in den Trümmern ihrer Ställe ums Leben gekommen. Zudem wurden 500 Brücken beschädigt, 113 Erdrutsche führten zu Schäden an Straßen. Die genauen wirtschaftlichen Verluste sind noch nicht bekannt, sind aber wahrscheinlich enorm. 455.000 Menschen sind vom Erdbeben betroffen.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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