Schweres Erdbeben vor der Küste von Kalifornien – Keine Tsunamigefahr

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Ein schweres Erdbeben der Stärke 6.9 ereignete sich am Morgen  um 6.18 Uhr MEZ vor der Nordküste von Kalifornien (Tiefe: 7 km). Das Epizentrum lag im Meer etwa 75 Kilometer von der Stadt Ferndale entfernt. In weiten Teilen von Nordkalifornien wurde das Beben mit geringer Intensität wahrgenommen, auch in  San Francisco. Wahrscheinlich wird es im Raum Eureca – Fortuna – Fedale zu leichten Schäden gekommen sein. Berichte darüber gibt es zur Zeit noch nicht.
Es wurde keine Tsunami-Warnung heraus gegeben, dennoch besteht an der Küste das Risiko einer kleinen Welle ohne Zerstörungspotential. GDACS hat eine maximale Wellenhöhe von 40 Zentimetern berechnet. Für die Menschen besteht dabei keine Gefahr, da die Städte zudem durch eine vorgelagerte Halbinsel geschützt sind.

Das Erdbeben entstand aus einer seitlichen Verschiebung am Rand der Juan-de-Fuca-Subduktionszone.

Update 07.27 Uhr
Zur Zeit gibt es noch keine Meldungen über Schäden. Zeugen aus verschiedenen Städten berichten von einem relativ langen, aber moderaten Erdbeben. Objekte bewegten sich und einige Gegenstände fielen von Regalen.

Update 09.46 Uhr
Ein paar Hintergründe: Der Norden von Kalifornien, bzw. die Offshore Region nahe der Stadt Eureka, gehört zu den seismisch aktivsten Regionen Nordamerikas. Grund dafür ist, dass hier drei Plattengrenzen aufeinander treffen: Zum einen die bekannte San Andreas Verwerfung, die dort ihr nördliches Ende findet. Vor der Küste liegt zum zweiten die West-Ost gerichtete Mendocino Verwerfung, die das Südende der Juan de Fuca Platte bildet. Dort bewegt sich die kleine Platte horizontal an der Pazifischen Platte vorbei. Damit ist die Mendocino Verwerfung vom gleichen Typ wie die San Andreas Verwerfung, und wird von einigen als die nördliche Verlängerung jeder bekannten Bruchlinie angesehen. Die dritte Plattengrenze in dem Bereich ist die Kaskaden-Subduktionszone, wo sich die Juan-De-Fuca Platte unter die Nordamerikanische Platte schiebt. Diese reicht im Norden bis vor die Küste von Kanada.
Die Folge dieser „Dreifachkollision“ ist ein verzweigtes Netz von Regionalen Verwerfungen, teils vor der Küste, teils auf Land. Entsprechend hoch ist auch die Erdbebenaktivität in der Region.
Das heutige Erdbeben ist nach vorläufigen Daten auf eine der vielen kleinen Verwerfungslinien zurückzuführen.

Das letzte große Erdbeben in dieser Region ereignete sich am 10. Januar 2010. Es hatte Magnitude 6.5, 30 Menschen wurden dabei verletzt. Das damalige Epizentrum lag jedoch näher an der Küste als das heutige. Stärker war ein Beben mit M 7.2 im Jahr 2005. Nennenswerte Schäden hat es dabei nicht gegeben, das Epizentrum lag weit vor der Küste.

Update 13. März:

Offiziell bestätigt sind keine Schäden durch das Erdbeben. Jedoch gibt es Zeugenaussagen aus Crencent City und Eureka, wonach das Beben Risse in Gebäuden verursacht hat.

Update 13. März 20.16 Uhr
Um 20.11 Uhr MEZ kam es zu einem starken Nachbeben vor der Küste von Kalifornien. Das Beben hatte nach ersten Meldungen des USGS Magnitude 5.6.

Kalifornien

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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