Serie starker Nachbeben in Chile dauert an – Stromausfälle, Steinschläge und Schreckensprognosen

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes

Nach dem schweren Erdbeben (M 6.7), das am 17. März den Norden von Chile erschütterte, dauert die Serie starker Nachbeben weiter an.

Die ersten großen Nachbeben der Stärke 6.2 und 5.9 folgten am 18., bzw. 19. März. Am 22. März ereigneten sich erneut Nachbeben der Stärke 6.2 und 5.5, sowie viele kleinere.
Das fünfte große ereignete sich vor wenigen Minuten, ebenfalls vor der Küste von Iquique. Es hatte nach vorläufigen Angaben der Chilenischen Behörden ebenfalls Magnitude 6.2. Die Tiefe wird mit 44 Kilometern angegeben. Tsunamigefahr besteht nicht. Auch Schäden sind nicht zu erwarten, da alle vorherigen Nachbeben ebenfalls ohne Schäden blieben.

Update 24. März, 09.56 Uhr
Infolge des gestrigen Erdbebens kam es in der Hafenstadt Iquique zu kurzzeitigen Stomausfällen, wegen einer Störung in einem Umspannwerk. Etwa 22000 Menschen waren davon betroffen. Zudem brach das Mobilfunknetz zusammen.
Außerhalb von Iquique kam es zu Steinschlägen, ähnlich denen beim Hauptbeben.
Die andauernden Erdbeben sorgen für immer mehr Angst unter der Bevölkerung. Dort, wo die Angst groß ist, sind auch Menschen, die mit dieser Angst Geld verdienen, nicht weit weg. Im Fernsehen haben zur Zeit „Hellseher“ hochkonjunktur, die ein gewaltiges Erdbeben vor der Küste von Tarapaca prophezeihen, dass die Städte Arica und Iquique ähnlich verwüsten wird, die das Erdbeben von San Francisco im Jahr 1906. Dazu kommt ein gewaltiger Tsunami, der auch an anderen Pazifikküsten verheerende Auswirkungen haben werde.
So abwegig die Prognose, dass es solches Erdbeben in den nächsten Tagen eintritt, auch sei: Die Gefahr ist real. Die Küstenregion von Nordchile ist der einzige Abschnitt entlang der Nazca Subduktionszone, an der es im letzten Jahrhundert kein katastrophales Erdbeben gegeben hat. Zuletzt war dies in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts der Fall. Entsprechend hoch ist die Gefahr, dass es in nicht all zu ferner Zukunft wieder passiert.
Auch Experten weisen ausdrücklich auf diese Gefahr hin, jedoch sei es nicht möglich zu sagen, ob die aktuelle Aktivität mit einem bevorstehenden Megabeben zusammenhängt.

Update 12.37 Uhr
Es geht weiter: Ein weiteres starkes Erdbeben mit Magnitude 5.7 traf den Norden Chiles um 12.26 Uhr MEZ. Dieses hatte keine Auswirkungen, da das Epizentrum weit vor der Küste lag.

Update 12.54 Uhr
Die chilenischen Behörden haben das Erdbeben vor einer halben Stunde auf M 5.4 nach unten korrigiert. Minuten später folgte ein weiteres mit M 5.0, sowie um 12.40 Uhr MEZ eines der Stärke 5.6, nach vorläufigen Angaben. Geofon nennt M 5.8 für dieses Erdbeben.

Update 16.51 Uhr
Wieder ein Erdbeben der Stärke 5.6, so die vorläufige Angabe der chilenischen Behörden. (16.45 Uhr MEZ) USGS nennt Magnitude 5.9.

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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