4 Tote in Afghanistan – Erdbeben, Erdrutsch oder beides?

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes.

In der vergangenen Nacht (etwa Mitternacht MESZ) traf ein Erdbeben die Region Rostaq (Provinz Tachar) im Norden von Afghanistan an der Grenze zu Tadschikistan. Genaue Daten zum Erdbeben liegen nicht vor, kein Erdbebendiest hat dieses Beben erfasst. Dennoch verursachte es schwere Schäden in zwei Dörfern am Epizentrum, wie afghanische Medien übereinstimmend berichten. Mehr als 100 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. 4 Dorfbewohner kamen dabei ums Leben. Es wird befürchtet, dass es weitere Opfer gibt. Rettungskräfte wurden in die Region entsandt. Wie viele Verletzte es gab ist noch nicht bekannt. Da das Erdbeben in der Nacht passierte, waren alle Bewohner zu der Zeit in ihren Betten und hatten kaum eine Chance sich aus den einstürzenden Häusern zu retten.

Da keine Daten zum Erdbeben vorhanden sind, kann dahingehend momentan nur spekuliert werden. Da beide Dörfer benachbart sind, war es wahrscheinlich ein lokal begrenztes Beben (~ M 4), das aufgrund einer sehr geringen Tiefe diese Zerstörungskraft entwickelt hat. (Die wenig erdbebenresistente Bauweise, die in ländlichen Regionen Zentralasiens vorherrscht, begünstigt dies)

Bei einem Erdbeben der Stärke 5.9 in Rostaq starben im Jahr 1998 mehr als 2300 Menschen.

Update 11.29 Uhr
Es gibt Meldungen, wonach es sich bei dem Erdbeben um jenes handelte, welches sich um 0.21 Uhr MESZ am Hindukush (Region Badachschan) ereignete. Dieses hatte M 4.1 und eine Tiefe von 207 Kilometern. Die Schäden und Opfer gehen demnach auf einen Erdrutsch zurück, der vom Erdbeben und Regenfällen ausgelöst wurde. Bestätigt ist dies nicht.

Update 11.53 Uhr
Im Moment gibt es starke Verwirrung in den Medien, um die tatsächliche Ursache, Erdrutsch oder Erdbeben. Medienberichte beziehen sich jeweils auf eine Aussage des Polizeisprechers Khalil Asir (auch Khalil Aseer geschrieben). Zur Erdbebenthese habe er gesagt:
„The very powerful quake shook Khwaja Khairaq and Pesta Mazar villages in Rostaq district at 2.30am“ – „Das sehr starke Beben erschütterte die Dörfer Khwaja Khairaq und Pesta Mazar im Distrikt Rostaq um 2.30 Uhr Ortszeit“.

Später wird er zitiert:
„Four civilians — three men and a woman — were killed as a result of landslide, heavy rains and earthquake in two remote villages of Rustaq district“ – „Vier Personen — drei Männer und eine Frau — wurden infolge von Erdrutsch, starken Regenfällen und Erdrutsch in zwei abgelegenen Dörfern im Distrikt Rustaq [Rostaq] getötet“.

Die Meldung des Erdbebens (ohne Erdrutsch) ist in den afghanischen, aber auch in den englisch sprachigen Medien, deutlich weiter verbreitet.

Afghanistan

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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