Schweres Erdbeben in Mexiko – 1 Verletzter, Gebäudeschäden in sieben Bundesstaaten

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Das aktuellste Update befindet sich am Ende des Berichtes

Um 16.27 Uhr MESZ (9.27 Uhr Ortszeit) traf ein schweres Erdbeben mit Magnitude 7.5 den Mexikanischen Bundesstaat Guerrero, nach vorläufigen Angaben des USGS. Es fand demnach in einer Tiefe von 48 Kilometern statt. Geofon nennt Magnitude 7.1, die mexikanischen Behörden Magnitude 7.0. Das Epizentrum lag direkt an der Küste, etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt Mexiko City entfernt. Möglich ist dabei die Entstehung eines kleinen Tsunamis. Es gibt zwar (noch) keine offizielle Tsunami-Warnung, aber ähnliches geschah bei einem Erdbeben der Stärke 7.6 vor 2 Jahren.
Infolge des Bebens sind schwere Schäden rund um das Epizentrum zu erwarten. 2012 starben 2 Menschen, 13 wurden verletzt.

In Mexiko-City löste das Erdbeben die dort eingerichteten Alarmsysteme aus. Gebäude wurden evakuiert. Genaue Informationen liegen noch nicht vor. Bekannt ist aber, dass es zu Störungen in der Stromversorgung kam, ebenso im Bundesstaat Guerrero. In einigen Teilen des Federal Distrikts dauerhaft, während es Stellenweise nur temporäre Unterbrechungen hab.

Mexiko-City ist wegen der Bodenbeschaffenheit stark von Fernbeben gefährdet. Seismische Wellen werden aufgrund des weichen Bodens verstärkt, so dass auch moderate Beben in großer Distanz deutlich wahrgenommen werden. Schwerbeben können selbst dann noch zu Schäden führen, wenn deren Ursprung hunderte Kilometer entfernt liegt.

Update 16.53 Uhr
Die ShakeMap des USGS (Siehe: unten) gibt für einen weiten Umkreis um das Erdbeben Intensität VI bis VII an, Intensitäten die in der Regel zu Schäden führen. Etwa 1,2 Millionen Menschen leben in diesen Bereich. PAGER erwartet eine zweistellige Opferzahl (theoretische Berechnungen). Zeugen aus Mexiko-City geben Intensität VI an. USGS hat das Erdbeben von M 7.4 auf 7.5 nach oben gestuft.

Update 16.55 Uhr
Elnuevoherald berichtet von ersten Schäden in Mexiko-City. Zerstörte Fenster und Glasfassaden werden genannt. Einige Transformatoren sollen außerdem explodiert sein, wie excelsior berichtet.
Hubschrauber sind unterwegs, um genaue Untersuchungen anzustellen. Aus der Epizentralregion in Guerrero gibt es noch keine Meldungen.

Update 17.03 Uhr
Das Pacific Tsunami Warning Center hat keine offizielle Warnung herausgegeben, verdeutlichte jedoch die Möglichkeit eines lokalen Tsunamis. GDACS wird konkreter und gibt eine maximal zu erwartende Wellenhöhe von 30 Zentimetern an der Küste von Guerrero an. In dem Fall wird der Tsunami bereits auf Land getroffen sein. Gefahr geht von einer solch kleinen Welle nicht aus.

Update 17.10 Uhr
Auch der Internationale Flughafen von Mexiko-City ist betroffen. Dort geht zur Zeit nichts mehr. Starts und Landungen sind abgesagt, bis Entwarnung gegeben wird und keine Schäden festgestellt wurden.

Update 17.15 Uhr
In der Nähe von Acapulco wurde eine Kirche durch das Erdbeben beschädigt. In der Fassade bildete sich ein großer Riss. Weitere Informationen gibt es noch nicht.

Update 17.25 Uhr
Nach unbestätigten Meldungen soll auch das Monumento a la Revolución im Stadtzentrum von Mexiko beschädigt worden sein.

Update 17.28 Uhr
Aus Mexiko City werden vier eingestürzte Mauern gemeldet. In Bundesstaat Michoacan nordwestlich des Epizentrums wurden diverse Gebäude beschädigt.

Betroffene Bundesstaaten Mexikos
Betroffene Bundesstaaten Mexikos (Q: Google Earth – Zum Vergrößern aufs Bild klicken)

Update 17.32 Uhr
Ein altes Gebäude in Mexiko-City ist teilweise eingestürzt. Dabei wurde niemand verletzt. Die Polizei sperrte den Straßenabschnitt ab, um Verletzungen von Passanten im Fall von Nachbeben zu vermeiden.

Update 17.33 Uhr
USGS hat nochmals korrigiert, diesmal nach unten. Magnitude 7.2 wird nun angegeben. Harmloser wird das Beben dadurch allerdings nicht, zumindest für die Menschen am Epizentrum, da auch die Tiefe nach unten korrigiert wurde. (24 km) Jedoch leben demnach nur 500.000 Menschen im Gefahrengebiet von Intensität VI bis VII.

Update 17.41 Uhr
Auch aus dem Bundesstaat Puebla werden Schäden gemeldet. Betroffen ist die Stadt Xilotzingo, 350 Kilometer vom Epizentrum entfernt, wo mehrere Häuser beschädigt wurden. Zudem werden Felsstürze gemeldet. Ob Menschen dabei zu schaden kamen, ist noch unklar.

Update 17.47 Uhr
In der Stadt Ecatepec im Bundesstaat Mexico kam es zu einem Erdfall durch das Erdbeben. Schäden gab es dadurch nicht. Ebenfalls in Mexico, nahe der Stadt Tlalmanalco, wurde ein Erdrutsch registriert. Davon betroffen eine nahe gelegene Baustelle, auf der am heutigen Karfreitag glücklicherweise nicht gearbeitet wurde.

Update 17.50 Uhr
Als Informationen für Touristen und deren Angehörige: Uns liegen zur Zeit keine Meldungen vor, dass es in den Ferienorten Acapulco und Puerto Vallarta größere Schäden gegeben hat. Allerdings wurden einige Hotels zur Sicherheit evakuiert. Wir warten auf weitere Meldungen.

Update 17.52 Uhr
Im Bundesstaat Jalisco, wo auch Puerto Vallarta liegt, wurden keine Schäden registriert. Jedoch mussten einige Menschen wegen Nervenzusammenbrüchen, Panikattacken, etc. in Krankenhäusern behandelt werden.

Update 17.55 Uhr
Eluniversal meldet, dass eine Person in der Stadt Ciudad Lazaro Cardenas (Bundesstaat Michoacan, direkt an der Grenze zu Guerrero) verletzt wurde, als eine Wand in seinem Haus einstürzte und ihn traf. Offenbar sind die Verletzungen nicht schwerwiegend.

Update 18.01 Uhr
Im Hauptstadtdistrikt (Mexiko-City) wurde eine Kirche zerstört (Bild), glücklicherweise ohne, dass Menschen verletzt wurden. Hier ein weiteres Bild einer eingestürzten Mauer in der Hauptstadt.

Update 18.09 Uhr
Acapulco, der Touristenort mit einer Hotelauslastung von 96% über die Osterfeiertage, wie excelsior schreibt, meldet mehrere Menschen, die wegen der Folgen von Panik stationär behandelt werden müssen. Vor allem Touristen sollen betroffen sein.

Update 18.24 Uhr
Die mexikanischen Behörden hatten eine Warnung vor möglichen Wellen an den Küsten von Guerrero herausgegeben. Diese besteht weiterhin, es wird davon abgeraten, die Strände zu betreten. Ob ein Tsunami ausgelöst wurde und die Küsten traf, bleibt vorerst unklar. Messbojen des NDBC (National Data Buoy Center) haben auf jeden Fall Veränderungen des Meeresspiegels kurz nach dem Beben registriert. Ob es sich dabei um einen echten Tsunami handelt, oder ein Störsignal infolge der seismischen Wellen darstellt, ist unklar.

Nachbeben hielten sich bisher in Grenzen. Gerade mal drei Erdbeben um M 4.5 wurden von Geofon seit dem Hauptbeben registriert. In den kommenden Tagen muss auf jeden Fall mit weiteren starken Erdbeben gerechnet werden. Diese könnendurchaus Magnitude 6 überschreiten.

Update 18.28 Uhr
Aktuell macht es den Anschein, dass Michoacan der am schwersten betroffene Bundesstaat ist, auch wenn alle bisher gemeldeten Schäden vergleichsweise harmlos sind. So auch die neue Meldung von LaVosMichoacan, wonach eine Kirche in der Stadt Tocumbo (nahe der Grenze zu Jalisco) beschädigt wurde.

Die Region Guerrero rund um das Epizentrum ist sehr dünn besiedelt, einzelne Orte sind teilweise Kilometerweit voneinander entfernt. Entsprechen wird es noch dauern, bis das genaue Ausmaß der Schäden klar ist. Basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit ist das, was bisher berichtet wurde, nur der Anfang. Oder Mexiko hatte dieses Mal sehr viel Glück.

Aus dem Hauptstadtdistrikt werden keine weiteren größeren Schäden gemeldet. Es bleibt bei 4 eingestürzten Mauen, ein schwer beschädigtes Haus, viele Häuser mit Rissen und Glasbruch sowie zerstörte Versorgungsleitungen (Gas, Wasser, Strom). Letzteres wird auch aus vielen Teilen von Michoacan und Guerrero gemeldet.

Update 18.41 Uhr
Via Twitter werden Fotos der Schäden in Guerrero öffentlich. Hier Beispiele aus den Städten Ixtapa und Petatlan

Update 18.59 Uhr
Auch die Bundesstaaten Guanajuato (nördlich von Michoacan), Colima und Veracruz geben Entwarnung: Keine Schäden (mit Ausnahme einiger lokaler Stromausfälle). Aus dem Bundesstaat Mexico werden unterdessen ebenfalls Menschen gemeldet, die wegen gesundheitlicher Probleme infolge der Panik behandelt werden müssen.

Update 19.08 Uhr
Leichte Gebäudeschäden (Risse in Mauern) werden nun auch aus den Bundesstaaten Tlaxcala und Morelos gemeldet. In Tlaxcala ist vor allem die gleichnamige Hauptstadt betroffen.
Damit hat das Erdbeben in mindestens 7 Staaten Schäden verursacht. (Guerrero, Michoacan, Mexico, District Federal, Puebla, Morelos und Tlaxcala.)

Update 19.40 Uhr
Ein weiteres Bild aus Guerrero

 

Update 19.  April, 10.02 Uhr
Nach Beendigung der Schadenbegutachtung in Mexiko City wurde bekannt gegeben, dass dort insgesamt 48 Häuser beschädigt wurden. 15 Mauern stürzten um. Zusammenfassungen aus den anderen Bundesstaaten gibt es noch nicht. Landesweit sind aber definitiv mehrere hundert Gebäude betroffen. Einige wurden schwer beschädigt. Allein in der Stadt Petatlan (siehe Twitter-Bild oben) sind mehr als 100 Gebäude beschädigt, wie eluniversal berichtet. 30 weitere in der Stadt Morelia (Michoacan) Auch Schäden an Brücken und Straßen, teilweise bedingt durch Erdrutsche, sind bestätigt. Es bleibt bei einem Verletzten und vielen mit Nervenzusammenbrüchen o.ä.

Update 11.06 Uhr
In Guerrero wurden insgesamt mindestens 521 Gebäude beschädigt. Es wird geschätzt, dass mehr als 700 Gebäude betroffen sind. Besonders betroffen ist die Kleinstadt Tecpan de Galeana im Süden des Staates. Allein dort wurden 381 Gebäude beschädigt. Einige sind eingestürzt.
Aus dem Bundesstaat Guanajuato wird berichtet, dass dort 23 Touristen wegen Nervenzusammenbrüchen ärztlich behandelt werden mussten.
Milenio berichtet von 101 beschädigten Immobilien in Mexiko-City.

Update 12.00 Uhr
Videos zum Erdbeben

Update 17.11 Uhr
Ein starkes Nachbeben mit Magnitude 5.5 ereignete sich um 16.58 Uhr.

Update 24. April
Ein kleiner Tsunami, etwa 40 cm hoch, an der Küste von Guerrero wurde nun offiziell bestätigt. Dieser verursachte keine Schäden.

Mexiko

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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