Erdbeben (M 3.1) südlich von Bremen – Deutlich spürbar in Syke und Umgebung

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Vor wenigen Minuten, um 10.30 Uhr, kam es in Niedersachsen zu einem Erdbeben der Stärke 3.1 bis 3.3, nach vorläufigen Angaben. Das Epizentrum lag demnach bei Sulingen, 40 Kilometer südlich vom Bremen und 60 Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Hannover. (Diese Angaben können korrigiert werden) Auch in der Umgebung von Bremen war dieses Erdbeben spürbar, wie wir anhand unserer Seitenaufrufe erkennen können.
Erdbeben in dieser Region könnten durch Erdgasförderung ausgelöst worden sein. Jedoch hat es in der Vergangenheit auch schon tektonische Erdbeben gegeben. Wie auch immer: Es ist nicht auszuschließen, dass das Beben zu leichten Schäden geführt hat. Die Gebäude in Niedersachsen sind in der Regel nicht erdbebenresistent gebaut. Somit können auch kleine Erdbeben zu Rissen in Wänden führen, wenn die Beben in flacher Tiefe stattfinden, was hier wahrscheinlich der Fall ist.

Update 10.55 Uhr
Nutzer auf Twitter schreiben, dass das Erdbeben vor allem in der Stadt Syke spürbar war. Syke liegt knapp 17 Kilometer südlich von Bremen. Dies deutet darauf hin, dass das Epizentrum wohl eher dort lag, als bei Sulingen. Aber so lange keine bestätigten Daten vorliegen, kann nur spekuliert werden.

Update 11.09 Uhr
Geofon hat nun das Erdbeben (M 3.1) bestätigt. Das Epizentrum lag 8 Kilometer westlich von Syke und 17 Kilometer vom Bremer Stadtzentrum entfernt. (Siehe Karte Unten)

Update 11.27 Uhr
Wir erhielten einige Zeugenberichte:

„In Bassum war es auch deutlich merkbar!! Fühlte sich an als sei ein LKW in unser Haus gefahren!“

„SYKE: saß gerade am pc da grollte es … als wenn ein Flugzeug eine Schallmauer durchbricht. dann kam ein heftiger Wackler. einige Gegenstände waren aus meinem Küchenregal gefallen. was mich wundert … Hunde zeigen ein Erdbeben vorher an, meine beiden hatten geschlafen !!! Ist mal wieder die Erdgasförderung „Fracking“ schuld. es reicht !!!!!! Liebe Grüße an alle denen auch noch die Knie wackeln“

„Hier in Barrien (Ortsteil von Syke)  war das beben schon deutlich für 3-4 Sekunden zu spüren.“

Weitere Zeugenberichte als Kommentar unterhalb dieses Berichtes.

Bei der Polizei gingen viele Anrufe von besorgten Bürgern ein. Informationen über Schäden liegen uns noch nicht vor.

Update 12:00 Uhr
Bis auf einige lokale Zeitungen ist die Berichterstattung über dieses Erdbeben in den Medien bisher kaum vorhanden. Entsprechend gibt es auch keine Meldungen über Schäden. Daher bitten wir Betroffene sich bitte bei uns zu melden, wenn es an Ihrem Eigentum Schäden gegeben hat. Schreiben Sie einfach einen Kommentar oder ihre Meldung per Email an jens.skapski@gmail.com (Gerne mit Bildern der Schäden, die wir dann hier veröffentlichen können.) Danke.

Nach bisherigen Zeugenmeldungen war das Erdbeben in Syke, Weyhe, Bassum und Stuhr deutlich spürbar, wahrscheinlich auch an anderen Orten.

Update 12.27 Uhr
Via Twitter äußerten sich einige Menschen besorgt über dieses Erdbeben. Überwiegen tut aber Sarkasmus, wonach ein guter Feiertag in Niedersachsen mit Regenwetter und Erdbeben beginne.
Dass dieses Beben mit der Erdgasförderung in Zusammenhang steht wird von vielen vermutet, ist aber nicht bewiesen, wenn auch sehr wahrscheinlich. Entsprechend müssen sich die Bewohner der Region in Zukunft auf weitere Erdbeben einstellen. Das heute war deutlich kleiner als bisherige Erdbeben in der Region, die in den letzten 10 Jahren teils stärker als Magnitude 3.5 waren. Zuletzt am 15. Juli 2005.

Historisch gesehen ist Niedersachsen eher von Erdbeben verschont. Ausnahmen bilden einzelne Erdbeben bei Hannover sowie das berühmte Erdbeben von Alfhausen.  Mehr dazu hier.

Entgegen einiger Medienberichte sind Erdbeben der Stärke 3.1 durchaus deutlich spürbar und können zu Schäden führen. Vor allem in Regionen wie Norddeutschland und vor allem, wenn sie im Zusammenhang mit Bergbau oder ähnlichem stehen. Die von Geofon angegebene Tiefe 10 Kilometer entspricht dabei auch nicht der Realität, sondern handelt es sich dabei eher um einen Platzhalter für flache Erdbeben, bei denen die genaue Lage des Hypozentrums noch nicht ermittelt wurde.

Deutschlandweit war dieses Erdbeben heute das zweitstärkste im Jahr 2014, nach dem Beben bei Darmstadt (M 3.2) Ende März, welches auch zu minimalen Schäden geführt hat.

Update 17.25 Uhr
Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden nach unseren Informationen nirgendwo Schäden gemeldet. Nur ein Zeuge bei earthquake-report.com beschreibt, dass die bereits vorhandenen Risse in Fliesen durch das Erdbeben größer wurden.
Jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass in den kommenden Stunden noch Meldungen über Schäden veröffentlicht werden.

Geowissenschaftler haben ausgeschlossen, dass das heutige Erdbeben mit denen von der Gasförderung verursachten Beben zusammenhängt.

Update 02. Mai, 09.29 Uhr
Die unten stehende Karte zeigt das ungefähre Schüttergebiet des Erdbebens, erstellt von uns basierend auf eingegangenen Zeugenberichten. Es umfasst das Umfeld von Bassum, Syke und Weyhe, sowie den Süden von Bremen.

Erdbeben Bremen Schüttergebiet

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Schreiben Sie einen Kommentar und teilen Sie ihre Erlebnisse!

 

 

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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