Darmstadt / Mühltal (Hessen): Mehrere Erdbeben am Pfingstwochenende – Neues Beben am 11. Juni

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11. Juni, 20.12 Uhr
Gegen 19.56 Uhr hat es nach unseren Informationen erneut ein spürbares Erdbeben südlich von Darmstadt gegeben. Ein Zeuge meldet deutliche Spürbarkeit in Mühltal. Auch der Süden von Darmstadt hat das Erdbeben bemerkt. Noch gibt es keine Magnitudenangabe.

Mühltal: Ca. 19:55 schon wieder ein leichtes Beben?
Darmstadt: Sehr schwach, 2 Sekunden, Heimstättensiedlung
Darmstadt – Eberstadt: heute Abend am 11.06 in Eberstadt ein leichtes rumpeln und wackeln, leider nicht auf die Uhr geschaut.

Basierend auf ersten Meldungen denken wir, dass die Magnitude bei ungefähr 2.0 liegt. Es ist das neunte spürbare Erdbeben innerhalb von 2 Wochen.

Update 12. Juni 09.36 Uhr
Gestriges Erdbeben hatte Magnitude 1.4. Das Epizentrum lag zwischen Ober-Ramstadt und Pfungstadt.

Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Schreiben Sie uns!



8. Juni 16.20 Uhr
Vor wenigen Minuten um 16.16 Uhr MESZ hat erneut die Erde gebebt, diesmal stärker als bei allen vorangegangenen Nachbeben der lezten Tage. Nach ersten Angaben von Geofon hatte das neue Erdbeben Magnitude 3.3, die Tiefe lag bei nur 3 Kilometern. Andere Erdbebendienste geben Magnitude 3.2 bis 3.5 an. Das Epizentrum lag wieder in Mühltal, bzw nahe Ober-Ramstadt. Nach Zeugenangaben war es auch in Süden von Darmstadt und an anderen Orten der Umgebung deutlich spürbar. Erste Zeugenberichte erhielten wir aus Fischbachtal:

„Fett…als wär ein Güterzug unten im Keller mit karacho durchgebrettert, Gefühlte Stärke 4,0, Dauer 2 Sekunden“

und Otzberg

Um 16:17 Uhr in Otzberg ein Erdbeben gespürt. Stärkere Erschütterung gespürt“

Auch in Ober-Ramstadt wurde es als „stark“ empfunden.

Gestern abend am 07.06 gegen 22:30 Uhr gab es ein sehr leichtes Erdbeben, doch Heute gegen 16:15 Uhr gab es eins mit einer sicherlich größeren Magnitude.
Es hat sehr stark geruckelt und hielt für ca. 3sek.“

Alle Zeugenberichte zusammengefasst sind hier einzusehen.
Haben Sie dieses Erdbeben gespürt? Hier können Sie ihre Meldung abgeben!

Wir können nicht ausschließen, dass dieses Erdbeben zu neuen Schäden geführt hat. Erst vor wenigen Wochen traf ein Beben der Stärke 4.2 die Region, wobei mehr als 100 Gebäude beschädigt wurden. Zeugen berichten beim aktuellen Beben nur von einem kurzen, wenige Sekunden andauernden Ereignis. Dabei ist die Gefahr von Schäden geringer als bei länger andauernden Erdbeben.

Update 16.46 Uhr
Nach dem erneuten Erdbeben, das teils panische Reaktionen hervorrief, gilt die größte Sorge der Menschen nun dem, was noch kommen könnte. Wir erhielten mehrere Anfragen diesbezüglich, eine genaue Antwort darauf kann nicht gegeben werden. Es kann in den kommenden Wochen auf jeden Fall weitere spürbare Erdbeben geben. Basierend auf der Vergangenheit ist auch eine weitere Entwicklung des Erdbebenschwarms mit Beben um Magnitude 4 nicht ausgeschlossen. Solche Ereignisse hat es in den Jahren 1869, 1870 und 1871 im Raum Darmstadt-Worms gegeben. Mehr dazu hier.

Update 16.48 Uhr
Auch auf dem Seismogramm ist das neue Beben gut zu erkennen. Ebenso die beiden Beben von gestern (Bericht dazu unten auf dieser Seite) und mehrere kleinere Nachbeben. Einige Zeugen berichten, dass auch diese Nachbeben wahrnehmbar waren.

Darmstadt Seismogramm

 

Update 17.11 Uhr
Weder Zeugen noch Medien geben momentan Informationen über Schäden wieder. Schäden, die von Beben dieser Größenordnung zu erwarten wären, sind Risse in Putz und Fenstern, sowie heranfallende Gegenstände. Strukturelle Schäden sind erst ab Magnitude 4 wahrscheinlich.

Da nicht abzusehen ist, wie sich die Lage weiter entwickelt, empfehlen wir Menschen im Raum Mühltal – Darmstadt – Pfungstadt sich auf mögliche weitere Erdbeben dieser Art vorzubereiten. Einfache Verhaltensregeln können helfen, bei größeren Erdbeben Verletzungen, wie sie bisher glücklicherweise noch nicht eingetreten sind, zu vermeiden. Am Wichtigsten ist Ruhe zu bewahren, wenn die Erde bebt, und nicht in Panik Entscheidungen zu treffen, die schlimmere Folgen haben als das Erdbeben selbst. Alles wichtige dazu ist hier zusammengestellt. Die Gebiete entlang des Rheins, sowie Teile von Mitteldeutschland (Thüringen, Sachsen), die Schwäbische Alb und Teile von Bayern (Alpenrand) sind Erdbebengebiet. Auch wenn es nur selten bebt, manchmal geschieht es und dann ist meist der Schreck groß. Daher empfehlen wir allen Menschen in gefährdeten Gebieten sich über alles wichtige zu informieren und auch Kinder darüber aufzuklären, dass ein Risiko besteht und wie man damit umgeht. 

Update 17.54 Uhr
Da auch Fragen zum diesem Thema reinkommen: Nein, es gibt keinen Beleg, dass die Erdbebenaktivität südlich von Darmstadt auf Erdgasförderung (Fracking) oder sonstige menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Erdbeben in Südhessen hat es schon gegeben, bevor der Mensch auf der Bildfläche erschienen ist. Größere Erdbeben in Südhessen hat es schon gegeben, als der Mensch noch nicht an Bergbau o.ä. gedacht hat. Entsprechend gibt es keinen Grund anzunehmen, dass jetzige Aktivitäten außergewöhnlich / unnatürlich seien.

Update 19.09 Uhr
Wie HitRadio FFH berichtet, hat das Erdbeben an einem Gebäude in Darmstadt einen oberflächlichen Riss im Verputz verursacht. Weitere Schäden sind bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Update 19.27 Uhr
Um 19.19 Uhr kam es zu einem begrenzt spürbaren Nachbeben. Die Magnitude ist noch nicht bekannt, sie liegt aber deutlich unter M 2.

Update 19.33 Uhr
Zeugenbericht aus Ober-Ramstadt:
Vor etwa 13 min hat es hier ein schwaches Nachbeben gegeben. Leichtes Grollen war zu hören und die Erde hat für etwa 2 Sekunden gewackelt.

Update 09. Juni, 09.23 Uhr
Basierend auf eingegangenen Zeugenberichten: Das ungefähre Schüttergebiet des Bebens. Dieses umfasst einen Radius von etwa 15 Kilometern um das Epizentrum.

Update 11. Juni 13.21Uhr
Das spürbare Nachbeben um 19.19 Uhr hatte Magnitude 1.5. Epizentrum bei Ober-Ramstadt

Schüttergebiet



07. Juni, 22.47 Uhr

Wie erhielten erneut Zeugenberichte aus Ober-Ramstadt im Süden von Hessen (nahe Darmstadt), wonach es am Abend ein neues Erdbeben gegeben hat:

„Ein leichtes Ruckeln hat uns gegen etwa 22:30-22:31 Uhr erschreckt.
Es war sehr kurz und wie ein Blitzschlaggeräusch.“

Ich habe es ebenfalls gespürt. Beziehungsweise habe ich es mehr gehört, die Erde hat kaum gewackelt. Ich dachte erst, es sei ein Donner, aber der Himmel ist hier in Ober-Ramstadt komplett klar.“

Über Facebook kam eine weitere Meldung aus Klein-Bieberau. Demnach war das Beben auch dort spürbar, allerdings nur sehr schwach.

Erdbebendaten wurden noch nicht veröffentlicht. Erst am Sonntagmorgen (1. Juni) hat es ein leichtes Erdbeben (M 1.6) gegeben, das in Mühltal und Umgebung deutlich verspürt wurde. Schäden gab es nicht.

Wir erwarten, dass das heutige Erdbeben eine ähnliche Magnitude hatte (1.5 bis 2.0). Das Seismogramm zeigt die Erschütterung um 22.31 Uhr, sowie ein kleineres Ereignis knapp eine Stunde vorher.

Update 8. Juni 08.57 Uhr
Basierend auf Zeugenaussagen halten wir es für wahrscheinlich, dass das gestrige Erdbeben sogar noch ein wenig schwächer war als jenes vor einer Woche, also ungefähr Magnitude 1.4. Genaueres können wir aber nicht sagen, da wir nur wenige Zeugenberichte bisher erhalten haben.
Bestätigte Daten von Erdbebendiensten werden wegen der Feiertage wohl frühestens am Dienstag Morgen veröffentlicht.

Update 09. Juni
Schüttergebiet

Update 11. Juni 13.21 Uhr
Die Magnitude des Bebens wird nun mit M 1.8 angegeben.

Schüttergebiet

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Jens Skapski

Jens ist 23, lebt in Bochum und studiert seit 2013 an der Ruhr-Universität Geowissenschaften. Nach dem Bachelor-Abschluss 2016 folgte das M.Sc. Studium der Geophysik.

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